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Kei­ne Warn­streiks am Ham­bur­ger Flug­ha­fen

Streik­war­nun­gen be­droh­ten den Os­ter­rei­se­ver­kehr des Ham­bur­ger Flug­ha­fens, doch die Ta­rif­par­tei­en konn­ten ei­ne Lö­sung fin­den
Bodenpersonal am Flughafen, Gepäckabfertigung

17.04.2019. (dpa/fle) - Flug­rei­sen­de kön­nen auf­at­men. Die Ge­fahr von Warn­streiks am Ham­bur­ger Flug­ha­fen scheint ge­bannt.

Bei Ge­sprä­chen in der Nacht zu Mitt­woch sei ei­ne Ta­rif­ei­ni­gung mit der Ge­werk­schaft Ver­di er­zielt wor­den, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Flug­ha­fens am Mor­gen.

Ver­di-Lan­des­che­fin Sieg­lin­de Frieß be­stä­tig­te die Ei­ni­gung. "Das ist jetzt ein Er­folg, den wir an­neh­men kön­nen", sag­te sie der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Die Ge­werk­schaft sei "nicht von al­lem be­geis­tert", aber zu­frie­den. Man ha­be lan­ge ge­run­gen um ver­schie­de­ne As­pek­te. "Es war ei­ne lan­ge Nacht."

Das The­ma Warn­streiks sei da­mit erst ein­mal vom Tisch. "Wir se­hen der­zeit kei­ne Not­wen­dig­keit", sag­te Frieß. Im Lau­fe des Ta­ges sei­en aber wei­te­re in­ter­ne Ge­sprä­che ge­plant. Laut Ver­di soll die Lauf­zeit der Ver­ein­ba­rung nun 20 Mo­na­te be­tra­gen. Die Be­schäf­tig­ten der Bo­den­ver­kehrs­diens­te er­hal­ten in zwei Schrit­ten zu­nächst 3,2 Pro­zent mehr Geld in die­sem und wei­te­re 3,8 Pro­zent im nächs­ten Jahr. Al­le Be­schäf­tig­ten er­rei­chen dem­nach den an­ge­streb­ten Min­dest­lohn von zwölf EUR in­ner­halb der Ta­ri­flauf­zeit; Be­schäf­tig­te mit zu­sätz­li­chen Auf­ga­ben au­ßer­dem ei­nen Zu­schlag.

"Um die­se Ei­ni­gung er­zie­len zu kön­nen, muss­ten wir noch wei­ter über die wirt­schaft­li­che Gren­ze der Bo­den­ver­kehrs­dienst­ge­sell­schaf­ten ge­hen", sag­te Chris­ti­an Noack, Ge­schäfts­füh­rer der HAM Ground Hand­ling GmbH. Das Er­geb­nis sei ein hart er­ar­bei­te­ter Kom­pro­miss für al­le Par­tei­en – nun gel­te es, nach vor­ne zu schau­en. "Im der­zei­ti­gen Um­feld der Luft­ver­kehrs­wirt­schaft be­deu­tet die­se Ta­rif­ei­ni­gung al­ler­dings auch, dass wir ein um­fang­rei­ches Maß­nah­men­pa­ket er­ar­bei­ten und um­set­zen müs­sen, um die­se fi­nan­zi­el­len Mehr­be­las­tun­gen dau­er­haft tra­gen zu kön­nen. Die­se Kos­ten sind nicht 1:1 auf die Air­line-Kun­den über­trag­bar."

Ver­di hat­te zu­vor mit Warn­streiks der Be­schäf­tig­ten der Bo­den­ver­kehrs­diens­te ge­droht, da die Ge­werk­schafts­mit­glie­der mehr­heit­lich ei­ne ers­te Ei­ni­gung ab­ge­lehnt und Nach­for­de­run­gen ge­stellt hat­ten. Der Flug­ha­fen hat­te Nach­ver­hand­lun­gen ab­ge­lehnt. Im Fal­le ei­nes Warn­streiks wä­ren im Os­ter­rei­se­ver­kehr bis zu 50.000 Flug­gäs­te an ei­nem der ver­kehrs­rei­chen Ta­ge be­trof­fen ge­we­sen.

Die Ver­di-Mit­glie­der hat­ten un­ter an­de­rem die vor­ge­se­he­ne zeit­li­che Staf­fe­lung der Ta­rif­an­he­bun­gen kri­ti­siert. Der Ta­rif­kon­flikt für die rund 950 Be­schäf­tig­ten der Bo­den­ver­kehrs­diens­te am Air­port der Han­se­stadt war seit Mo­na­ten mit gro­ßer Här­te aus­ge­tra­gen wor­den und hat­te an zwei Ta­gen zu Warn­streiks, Flug­aus­fäl­len und Ver­spä­tun­gen ge­führt.

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Letzte Überarbeitung: 17. April 2019

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