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19/120a Kon­flik­te bei Ge­werk­schaft UFO es­ka­lie­ren

Ein in­ter­ner Kon­flikt bei der Flug­be­glei­ter-Ge­werk­schaft UFO es­ka­liert: Min­des­tens drei Vor­stands­mit­glie­der tre­ten zu­rück
Streit und Konflikt am Arbeitsplatz, zwei Geschäftsmänner streiten, Konfliktkosten

20.05.2019. (dpa/fle) - Min­des­tens zwei Vor­stän­de der Flug­be­glei­ter-Ge­werk­schaft Ufo ha­ben die Kon­se­quen­zen aus den hef­ti­gen in­ter­nen Strei­te­rei­en ge­zo­gen und sind zu­rück­ge­tre­ten.

Über ei­ne An­walts­kanz­lei in Ko­blenz er­klär­ten der frü­he­re Vor­stands­vor­sit­zen­de Alex­an­der Beh­rens und das Vor­stands­mit­glied Chris­toph Dre­scher am Mon­tag ih­ren so­for­ti­gen Rück­tritt.

Ge­gen sie wa­ren Ab­wahl­an­trä­ge ge­stellt wor­den, über die ei­ne für die­sen Mitt­woch ge­plan­te Mit­glie­der­ver­samm­lung ent­schei­den soll­te. Die­se wur­de am Abend vom Rest­vor­stand ab­ge­sagt. Nach Ge­werk­schafts­in­for­ma­tio­nen hat auch Vor­stands­mit­glied An­ne Struck ihr Man­dat nie­der­ge­legt.

Ge­werk­schafts­chef Ni­coley Baublies er­klär­te am Abend in ei­nem Rund­schrei­ben, eben­falls zu­rück­tre­ten zu wol­len. Über die Art und Wei­se sol­len aber die Mit­glie­der in den kom­men­den Wo­chen in ei­ner Ab­stim­mung be­schlie­ßen. In Fra­ge kä­men sein al­lei­ni­ger Rück­tritt, der Rück­tritt des Rest­vor­stands aus drei Per­so­nen oder das vor­läu­fi­ge Ver­blei­ben im Amt bis spä­tes­tens zum 15. Ok­to­ber zur so­for­ti­gen Ein­lei­tung von Neu­wah­len. Baublies woll­te ei­ne er­neu­te Kan­di­da­tur nicht aus­schlie­ßen. "Im Mo­ment kann ich es mir aber nicht vor­stel­len", sag­te er der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

In der ver­gan­ge­nen Wo­che hat­te die Staats­an­walt­schaft Darm­stadt die Bü­ro­räu­me der Ge­werk­schaft durch­su­chen las­sen. Es geht um den Ver­dacht der Un­treue ge­gen nicht ge­nann­te Funk­tio­nä­re, wie Be­hör­den­spre­cher Ro­bert Hart­mann sag­te.

Hin­ter­grund ist der Füh­rungs­streit in­ner­halb der Ge­werk­schaft. Im Ver­lauf hat­te Baublies Straf­an­zei­gen ge­gen sei­nen Vor­gän­ger Beh­rens so­wie zwei wei­te­re Ver­ant­wort­li­che ge­stellt und den Staats­an­wäl­ten ent­spre­chen­des Ma­te­ri­al über­ge­ben. Die Ge­werk­schaf­ter sol­len sich an­geb­lich ge­gen­sei­tig vor­teil­haf­te An­stel­lungs­ver­trä­ge aus­ge­stellt ha­ben, mit de­nen das Ver­eins­ver­mö­gen ge­schä­digt wor­den sei. Beh­rens' An­walt Sa­my Ham­mad hat­te die Vor­wür­fe des Be­trugs und der Un­treue um­ge­hend zu­rück­ge­wie­sen. In­zwi­schen ge­hört auch Baublies zu den mög­li­chen Be­schul­dig­ten.

Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) teil­te am Mon­tag mit, dass es ab­ge­lehnt ha­be, Fra­gen zur Wirk­sam­keit der jüngs­ten Vor­stands­vor­sit­zen­den­wahl und Kün­di­gung von Ta­rif­ver­trä­gen in ei­nem Eil­ver­fah­ren zu klä­ren. Der Hin­ter­grund des Ver­fah­rens, an dem auf­sei­ten der be­klag­ten Par­tei­en ne­ben Luft­han­sa auch der Ar­beit­ge­ber­ver­band Luft­ver­kehr (AGVL) be­tei­ligt war, ist die Aus­ein­an­der­set­zung um die Fra­ge, ob es bei der Wahl des Ufo-Vor­stand­vor­sit­zen­den und sei­nes Stell­ver­tre­ters im Ok­to­ber 2018 zu er­heb­li­chen Feh­lern ge­kom­men ist.

Die Luft­han­sa geht da­von aus und mach­te ih­re Zwei­fel öf­fent­lich, ob Ufo ord­nungs­ge­mäß ver­tre­ten war, als die Ge­werk­schaft im No­vem­ber 2018 und Ja­nu­ar 2019 Ta­rif­ver­trä­ge kün­dig­te. Die­se wa­ren vom AGVL für Be­schäf­tig­te der Luft­han­sa AG ab­ge­schlos­sen wor­den. Ufo will über Re­ge­lun­gen die­ser Ta­rif­ver­trä­ge neu ver­han­deln. Die Luft­han­sa wen­det Be­stim­mun­gen die­ser Ta­rif­ver­trä­ge teil­wei­se wei­ter an. Ein Streik um ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag wä­re laut Ge­richt recht­lich aber nur zu­läs­sig, wenn der al­te Ta­rif­ver­trag wirk­sam ge­kün­digt wur­de.

Das LAG traf kei­ne Ent­schei­dung da­zu, ob die Ta­rif­ver­trä­ge noch gel­ten und wie Ufo ver­tre­ten wird. Das Ur­teil be­fas­se sich nur da­mit, dass ei­ne Ent­schei­dung in ei­nem Eil­ver­fah­ren nicht not­wen­dig sei. Die Par­tei­en müss­ten die Fra­ge, ob Ta­rif­ver­trä­ge noch an­ge­wen­det wer­den dür­fen, in ei­nem re­gu­lä­ren ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren aus­fech­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. Mai 2019

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