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Kri­tik am Bil­dungs­sys­tem we­gen Schul­ab­bre­chern

Die Quo­te der Schul­ab­gän­ger oh­ne Ab­schluss ist leicht ge­stie­gen. Ar­beit­ge­ber for­dern ei­ne neue Bil­dungs­stra­te­gie.
Lehrerin in einer Grundschulklasse mit Schülern, Schule

04.07.2017. (dpa/wie) - Fast 50.000 Ju­gend­li­che ha­ben im Jahr 2015 die Schu­le oh­ne Ab­schluss be­en­det bzw. ab­ge­bro­chen. Die Quo­te stieg laut ei­ner Ca­ri­tas-Bil­dungs­stu­die von 5,7 Pro­zent in 2014 auf 5,9 Pro­zent in 2015.

Er­ho­ben wur­den bun­des­weit Da­ten aus 400 kreis­frei­en Städ­ten und Krei­sen. Den höchs­ten An­teil an Schul­ab­gän­gern oh­ne Haupt­schul­ab­schluss gab es in Sach­sen-An­halt mit 9,9 Pro­zent. Die we­nigs­ten Schul­ab­bre­cher gab es in Hes­sen (4,2 Pro­zent).

Laut Ca­ri­tas stieg die Schul­ab­bre­cher­quo­te u.a. in Ham­burg (von 4,9 auf 6 Pro­zent), in Rhein­land-Pfalz (von 5,6 auf 6,4 Pro­zent) und Sach­sen-An­halt (von 9,2 auf 9,9 Pro­zent). In Hes­sen (von 4,9 auf 4,2 Pro­zent) und in Bran­den­burg (von 7,8 auf 7,1 Pro­zent) ist der An­teil hin­ge­gen ge­sun­ken.

"Ju­gend­li­che, die oh­ne Ab­schluss die Schu­le ver­las­sen, ha­ben deut­lich we­ni­ger Chan­cen auf ei­nen Aus­bil­dungs­platz, schlech­te be­ruf­li­che Per­spek­ti­ven und we­ni­ger Aus­sicht auf ein Le­ben un­ab­hän­gig von staat­li­chen Leis­tun­gen", er­klär­te Ca­ri­tas-Prä­si­dent Pe­ter Ne­her.

Be­son­ders be­trof­fen sind laut dem "Chan­cen­spie­gel 2017" der Ber­tels­mann-Stif­tung Ju­gend­li­che mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund oder aus­län­di­schem Pass. Je­der Ach­te aus die­ser Grup­pe ver­ließ 2014 die Schu­le oh­ne ei­nen Ab­schluss.

"Ein Mit­ein­an­der von Po­li­tik, Schu­le, Ju­gend­amt, Ar­beits­amt, Wohl­fahrts­pfle­ge und Wirt­schaft kann da­zu füh­ren, dass mehr Ju­gend­li­che ei­nen Ab­schluss schaf­fen", so Ne­her. Hilf­reich sei Schul­so­zi­al­ar­beit, frü­he För­de­rung und Be­ra­tung, Be­rufs­ori­en­tie­rung und El­tern­ar­beit.

Auch den Ar­beit­ge­bern liegt viel an gut aus­ge­bil­de­ten Be­rufs­ein­stei­gern. So for­der­te der Prä­si­dent des Ar­beit­ge­ber­ver­bands, In­go Kra­mer "ei­ne ge­mein­sa­me Bil­dungs­stra­te­gie von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen". Man müs­se in Ganz­tags­schu­len und Ganz­tags­ki­tas in­ves­tie­ren, um den Kin­dern das zu ge­ben, was das El­tern­haus oft nicht mehr lie­fern kön­ne. "Wenn es ein Land wie Deutsch­land nicht schafft, die­se fi­nan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, wel­ches Land soll es denn dann schaf­fen", be­klag­te Kra­mer.

Kin­der aus so­zi­al­schwa­chen Fa­mi­li­en oder mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund müss­ten in die La­ge ge­bracht wer­den, gu­te Ab­schlüs­se zu ma­chen.

Die Schuld sieht Kra­mer auch bei den Län­dern, die fi­nan­zi­el­le Mit­tel des Bun­des ab­leh­nen wür­den, um ih­re Zu­stän­dig­keit nicht zu ver­lie­ren. Da­zu sag­te der Ar­beit­ge­ber­chef: "Be­harrt nicht auf ei­ner Selbst­stän­dig­keit, die ihr gar nicht fi­nan­zie­ren könnt".


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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2017

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