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Nied­rig­löh­ne für Ta­xi­fah­rer

Fast 90 Pro­zent der Ta­xi­fah­rer in Deutsch­land be­fin­den sich laut Bun­des­agen­tur für Ar­beit un­ter­halb der Nied­rig­lohn­schwel­le.
Taxi, Taxifahrer

03.07.2017. (dpa/wie) - Von den fast 40.000 voll­zeit­be­schäf­tig­ten Ta­xi­fah­rern in Deutsch­land ver­die­nen 87,7 Pro­zent 2.056 Eu­ro brut­to oder we­ni­ger im Mo­nat und be­fin­den sich da­mit im Nied­rig­lohn­be­reich. Das ist den Da­ten der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) für das Jahr 2015 zu ent­neh­men.

Die Zah­len wur­den auf An­fra­ge der Lin­ken im Bun­des­tag vor­ge­legt. Dem­nach er­hielt je­der zwei­te Ta­xi­fah­rer so­gar nur 1.503 Eu­ro brut­to oder we­ni­ger. Über zehn Pro­zent der Voll­zeit­be­schäf­tig­ten in die­sem Be­ruf muss­ten ihr Ge­halt mit Hartz IV-Leis­tun­gen auf­sto­cken, so das BA. Das war ein deut­lich grö­ße­rer An­teil als in den an­de­ren Bran­chen (im Durch­schnitt 0,8 Pro­zent).

Als lo­gi­sche Kon­se­quenz ist die Be­schäf­tig­ten­zahl in dem Ge­wer­be laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt be­trächt­lich ge­sun­ken.

Nach ei­nem Be­richt des hr-Ma­ga­zins "de­fac­to" sei das Un­ter­lau­fen des Min­dest­lohns durch fal­sche St­un­den­zet­tel bei Ta­xi­un­ter­neh­men üb­lich. Au­ßer­dem wür­den in der Ta­xi­haupt­stadt Ber­lin vie­le Be­trie­be Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben hin­ter­zie­hen, so ei­ne Stu­die des Ber­li­ner Se­nats. "Nur noch knapp je­des vier­te Ber­li­ner Ta­xi wird in ei­nem Be­trieb ein­ge­setzt, der noch als be­triebs­wirt­schaft­lich plau­si­bel be­trach­tet wer­den kann", er­klär­te das Mar­ke­ting-For­schungs­un­ter­neh­men Lin­ne + Krau­se.

Laut Mi­cha­el Mül­ler, Prä­si­dent des Deut­schen Ta­xi- und Miet­wa­gen­ver­bands, sei Ber­lin ei­ne Aus­nah­me, da hier das An­ge­bot auf dem Ta­xi­markt nicht kon­tin­gen­tiert und die Bran­che kaum kon­trol­liert wer­de. Bun­des­weit wer­de der Min­dest­lohn "in gro­ßen Tei­len" um­ge­setzt, so Mül­ler. Au­ßer­dem be­ton­te er, dass er­trag­rei­che Tou­ren zu ei­nem St­un­den­lohn von zehn bis zwölf Eu­ro füh­ren könn­ten. Das Trink­geld ma­che zu­sätz­lich zehn bis 15 Eu­ro pro Schicht aus. 

Links­frak­ti­ons­vi­ze Sa­bi­ne Zim­mer­mann sieht Hand­lungs­be­darf, "da­mit der Be­rufs­stand für gu­te Ar­beit wie­der gu­tes Geld be­kommt". Die Si­tua­ti­on sei der­zeit "am Ran­de des Er­träg­li­chen".


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Letzte Überarbeitung: 5. August 2017

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