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Ost­deut­sche Bun­des­län­der wol­len für Stu­den­ten at­trak­ti­ver wer­den

Vie­le ost­deut­sche Stu­den­ten zieht es nach dem Ab­schluss in ein an­de­res Bun­des­land. Was kön­nen die Län­der da­ge­gen tun?
Studentin in einer Bibliothek am Laptop

29.03.2019. (dpa/fle) - Vie­le jun­ge Men­schen, die in Ost­deutsch­land stu­die­ren, wol­len ei­ner ak­tu­el­len Stu­die zu­fol­ge nach ih­rem Ab­schluss in ein an­de­res Bun­des­land zie­hen.

Be­son­ders gra­vie­rend ist die­ser ne­ga­ti­ve Trend in Sach­sen-An­halt und Bran­den­burg, wie aus ei­ner am Mitt­woch in Köln pu­bli­zier­ten Stu­die der Uni Maas­tricht und des Per­so­nal­dienst­leis­ters Stu­di­temps her­vor­geht.

Dem­nach pla­nen zwei von drei Stu­die­ren­den in Sach­sen-An­halt, nach dem Ab­schluss weg­zu­zie­hen. In Bran­den­burg liegt die­ser An­teil bei 57 Pro­zent. In Thü­rin­gen sieht et­was mehr als die Hälf­te der Be­frag­ten die ei­ge­ne Zu­kunft in ei­nem an­de­ren Bun­des­land. In Sach­sen ist es je­der Vier­te und in Meck­len­burg-Vor­pom­mern je­der Fünf­te.

Die Me­tro­po­len Ham­burg oder Ber­lin ha­ben hin­ge­gen deut­lich mehr Men­schen, die für Stu­di­um und Job­per­spek­ti­ve dort ih­re Zu­kunft pla­nen - als von dort weg­zu­ge­hen. Das sei we­nig über­ra­schend, hieß es aus dem Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um in Pots­dam. "Bran­den­burg ist eben kein Land mit ei­ner Fül­le an Ar­beits­plät­zen wie Mün­chen, Ham­burg oder Ber­lin", sag­te Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher Ste­phan Brei­ding am Mitt­woch. Vor al­lem in wirt­schaft­lich schwä­che­ren Re­gio­nen sei­en nicht im­mer ge­nü­gend qua­li­fi­zier­te Stel­len für die Ab­sol­ven­ten vor­han­den.

Thü­rin­gens Wirt­schafts­mi­nis­ter Wolf­gang Tie­fen­see (SPD) sieht vor al­lem die hei­mi­schen Un­ter­neh­men in der Pflicht, sich ak­ti­ver um Hoch­schul­ab­sol­ven­ten zu be­mü­hen und sie an sich zu bin­den. Au­ßer­dem ver­su­che auch die Lan­des­po­li­tik, die Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten in klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men be­kann­ter zu ma­chen, sag­te Tie­fen­see dem "Han­dels­blatt".

Die Stu­die er­gibt ein dif­fe­ren­zier­tes Bild: So ge­lingt es et­wa Sach­sen und Sach­sen-An­halt über­durch­schnitt­lich gut, Ab­itu­ri­en­ten aus an­de­ren Bun­des­län­dern für ein Stu­di­um an den ei­ge­nen Hoch­schu­len zu ge­win­nen. Das war auch ein Ziel des Hoch­schul­pak­tes von Bund und Län­dern: Die ost­deut­schen Län­der er­hiel­ten Stu­di­en­plät­ze, die sie we­gen der ei­ge­nen schrump­fen­den Schü­ler­zah­len ei­gent­lich nicht mehr brauch­ten - und war­ben um die star­ken west­deut­schen Ab­itur­jahr­gän­ge.

So kom­men laut Stu­die 30 Pro­zent mehr Stu­di­en­an­fän­ger nach Sach­sen-An­halt als von hier für die Hoch­schul­aus­bil­dung weg­zie­hen. In Sach­sen sind es 25 Pro­zent. Hö­her ist die­ser Wert bun­des­weit nur im Stadt­staat Bre­men. Wäh­rend Sach­sen mit die­sem Zu­zug zum Stu­di­en­start die Ab­wan­de­rung nach dem Ab­schluss na­he­zu aus­glei­chen kann und fast so vie­le Nach­wuchs­kräf­te im Land hält, wie es dem ei­ge­nen An­teil der Ab­itu­ri­en­ten ent­spricht, ver­liert Sach­sen-An­halt den Groß­teil der zum Stu­di­um zu­ge­wan­der­ten jun­gen Men­schen rech­ne­risch wie­der.

Es sei ge­lun­gen, die Län­der als at­trak­ti­ve Stu­di­en­stand­or­te zu eta­blie­ren, kom­men­tier­te Sach­sen-An­halts Wirt­schafts­mi­nis­ter Ar­min Wil­ling­mann (SPD) die Stu­die. Jetzt gel­te es, die Stu­die­ren­den zum Blei­ben zu ge­win­nen. Da­für müss­ten Un­ter­neh­men wie auch das Land selbst am po­si­ti­ven Image ar­bei­ten. Jah­re­lang ha­be das Land auch mit sei­ner sich selbst ver­ord­ne­ten Spar­po­li­tik nicht ge­ra­de An­rei­ze zum Blei­ben ge­lie­fert, sag­te Wil­ling­mann. Auch Wirt­schafts­ver­tre­ter dräng­ten dar­auf, den Ruf als Nied­rig­lohn­land wei­ter ab­zu­schüt­teln. Ein Er­folgs­mo­dell könn­te sein, das dua­le Stu­di­um aus­zu­bau­en, um jun­ge Leu­te früh­zei­tig zu bin­den, so die Ar­beit­ge­ber­ver­tre­ter wei­ter.

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Letzte Überarbeitung: 30. März 2019

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