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Gut fürs Porte­mon­naie: Löh­ne stei­gen kräf­ti­ger als In­fla­ti­on

Deutsch­lands Ar­beit­neh­mer pro­fi­tie­ren von der ge­rin­gen Teue­rung: Sie lässt ih­nen mehr von Lohn­zu­wäch­sen. Das dürf­te auch bei den dies­jäh­ri­gen Ta­rif­run­den ei­ne Rol­le spie­len
Mindestlohn, Arbeitnehmer arbeiten auf Euro-Münzen Steigt das Re­al­ein­kom­men?

07.02.2017. (dpa) - Lohn­er­hö­hun­gen ma­chen sich dank der ge­rin­gen Teue­rung deut­lich im Gel­beu­tel vie­ler Be­schäf­tig­ter be­merk­bar.

Re­al - al­so nach Ab­zug der In­fla­ti­on - stie­gen die Ver­diens­te in Deutsch­land nach vor­läu­fi­gen Be­rech­nun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes im ver­gan­ge­nen Jahr im Schnitt um 1,8 Pro­zent ge­gen­über 2015.

Das stärkt die Kauf­kraft und kann den Kon­sum an­kur­beln.

Wie groß das Plus in die­sem Jahr aus­fällt, dürf­te vor al­lem von den Ta­rif­ab­schlüs­sen ab­hän­gen.

Die In­fla­ti­on zog zu­letzt ge­trie­ben von hö­he­ren En­er­gie­prei­sen wie­der an.

Für rund 11,4 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te wer­den in die­sem Jahr in Deutsch­land die Ar­beits­be­din­gun­gen neu aus­ge­han­delt. Die ers­ten For­de­run­gen lie­gen auf dem Tisch. Sie rei­chen von 4,5 Pro­zent mehr Lohn und Ge­halt in der Tex­til- und Be­klei­dungs­in­dus­trie West bis zu ei­nem Ge­samt­vo­lu­men von 6 Pro­zent für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der. Der ta­rif­po­li­tisch dicks­te Bro­cken folgt zum Jah­res­en­de mit der deut­schen Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie mit rund 3,5 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten. De­ren For­de­run­gen lie­gen noch nicht auf dem Tisch.

Im ver­gan­ge­nen Jahr sorg­te nach An­ga­ben der Wies­ba­de­ner Sta­tis­ti­ker in ers­ter Li­nie die un­ter­durch­schnitt­lich schwa­che Teue­rung von 0,5 Pro­zent für das Plus im Geld­beu­tel und nicht der Lohn­an­stieg. Die Ver­diens­te leg­ten mit 2,3 Pro­zent no­mi­nal durch­schnitt­lich stark zu.

An­zie­hen­de En­er­gie­prei­se heiz­ten die In­fla­ti­on in Deutsch­land zu­letzt al­ler­dings an. Die Jah­res­teue­rung stieg im Ja­nu­ar auf 1,9 Pro­zent und da­mit auf den höchs­ten Stand seit drei­ein­halb Jah­ren. Vor al­lem für Heiz­öl und Sprit muss­ten die Ver­brau­cher deut­lich tie­fer in die Ta­sche grei­fen als im Vor­jahr.

Wenn Ver­brau­cher mehr Geld bei­spiels­wei­se fürs Tan­ken und Hei­zen aus­ge­ben müs­sen, bleibt we­ni­ger Spiel­raum für an­de­re An­schaf­fun­gen. Stei­gen­de Prei­se sind aus Sicht von GfK-Kon­sum­for­scher Rolf Bürkl "Gift für das Kon­sum­kli­ma".

Ei­nen ra­san­ten An­stieg der Ver­brau­cher­prei­se er­war­ten Öko­no­men für das Ge­samt­jahr je­doch nicht. Sie ge­hen da­von aus, dass der Trend zu hö­he­ren In­fla­ti­ons­ra­ten in­fol­ge stei­gen­der Öl­prei­se in den kom­men­den Mo­na­ten wie­der nach­las­sen wird. Die Bun­des­bank et­wa rech­net mit ei­ner mo­de­ra­ten Teue­rungs­ra­te von 1,4 Pro­zent in die­sem Jahr.

Die­ser Jah­res­wert müss­te bei Ta­rif­ver­hand­lun­gen min­des­tens über­trof­fen wer­den, da­mit es ein Re­al­lohn­plus für die Be­schäf­tig­ten gibt. Be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr schwäch­te sich der Zu­wachs ab. 2015 wa­ren die Re­al­löh­ne noch um 2,4 Pro­zent ge­stie­gen.

Öko­no­men der Deut­schen Bank ge­hen da­von aus, dass der An­stieg der Re­al­ein­kom­men in die­sem Jahr wei­ter an Tem­po ver­lie­ren wird. Der pri­va­te Kon­sum wer­de den­noch der wich­tigs­te Wachs­tums­trei­ber der deut­schen Kon­junk­tur blei­ben.

Nach Ein­schät­zung der Bun­des­bank dürf­ten die Löh­ne we­gen des stei­gen­den Ar­beits­kräf­te­man­gels zwar stär­ker stei­gen. Doch we­gen des An­stiegs der Ver­brau­cher­prei­se "wer­den die rea­len Ein­kom­mens­zu­wäch­se der pri­va­ten Haus­hal­te ins­ge­samt ab­ge­bremst".

Deutsch­lands Ver­brau­cher star­te­ten je­den­falls op­ti­mis­tisch und mit aus­ge­präg­ter Kauf­lau­ne ins neue Jahr. Sie rech­nen der GfK zu­fol­ge für 2017 mit ei­nem so­li­den Wirt­schafts­wachs­tum und stär­ker stei­gen­den Ein­kom­men.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. August 2018

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