HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/194

Pro­duk­ti­on bei Co­n­er­gy soll wie­der an­lau­fen

Die Hi­obs­bot­schaft brach in der Vor­wo­che über die Mit­ar­bei­ter der So­lar­fir­ma Co­n­er­gy her­ein: Das Un­ter­neh­men stell­te In­sol­venz­an­trag. Seit Mon­tag macht sich der In­sol­venz­ver­wal­ter ein Bild - und das Werk in Frank­furt (Oder) soll wie­der pro­du­zie­ren
Schild vor Rollgitter WIR SCHLIESSEN Wie geht es mit Co­n­er­gy wei­ter?

09.07.2013. (dpa) - Beim in­sol­ven­ten So­lar­un­ter­neh­men Co­n­er­gy soll die Pro­duk­ti­on auch im Haupt­werk in Frank­furt (Oder) bald wie­der an­lau­fen.

Der vor­läu­fi­ge Co­n­er­gy-In­sol­venz­ver­wal­ter Sven-Hol­ger Un­dritz sag­te am Mon­tag in Ham­burg, in der dor­ti­gen Mo­dul­fer­ti­gung sei die Wie­der­auf­nah­me der Pro­duk­ti­on an­ge­strebt.

Die Be­leg­schaft wur­de auch in Frank­furt (oder) über die Zu­kunft des Un­ter­neh­mens in­for­miert. "Die Stim­mung ist ver­hal­ten", sag­te Sieg­fried Wied, Ge­werk­schafts­se­kre­tär der IG Me­tall Ost­bran­den­burg, nach der Ver­samm­lung.

Co­n­er­gy hat­te am Frei­tag In­sol­venz­an­trag ge­stellt, da­nach die Pro­duk­ti­on ge­stoppt. Mit­ar­bei­ter und Be­triebs­rat fühl­ten sich über­rum­pelt.

Eben­falls an­ge­schla­gen ist der Mo­dul­pro­du­zent Aleo So­lar, der in Prenz­lau (Ucker­mark) pro­du­ziert. Die Fir­ma be­kam im zwei­ten Quar­tal den wei­te­ren Preis­ver­fall in der Bran­che zu spü­ren.

Co­n­er­gy-In­sol­venz­ver­wal­ter Un­dritz ver­schafft sich der­zeit Ein­bli­cke in die Ge­schäf­te des über­schul­de­ten Un­ter­neh­mens. Für die Mit­ar­bei­ter hat er die Ge­halts- und Lohn­zah­lun­gen über das In­sol­venz­geld vor­erst ge­si­chert: "Die Vor­fi­nan­zie­rung des In­sol­venz­gelds ist be­reits an­ge­sto­ßen", teil­te Un­dritz in Ham­burg mit.

Von den rund 1200 Mit­ar­bei­tern sind rund 800 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land be­schäf­tigt, da­von mehr als 500 in Bran­den­burg. Der vor­läu­fi­ge In­sol­venz­ver­wal­ter ist in Ham­burg Rechts­an­walt der Kanz­lei Whi­te & Ca­se und hat nach de­ren An­ga­ben mehr als 300 Fir­men als In­sol­venz­ver­wal­ter be­glei­tet, dar­un­ter den Mö­bel­her­stel­ler Schie­der.

Bei den bei­den Co­n­er­gy-Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in Bran­den­burg, in Rangs­dorf (Tel­tow-Flä­ming) und Frank­furt (Oder), soll wie­der pro­du­ziert wer­den. Bei Moun­ting Sys­tems in Rangs­dorf ge­he der Ge­schäfts­be­trieb oh­ne Un­ter­bre­chung wei­ter, sag­te Un­dritz. "Die Pro­duk­ti­on ist sehr gut aus­ge­las­tet und Moun­ting Sys­tems da­mit wei­ter­hin voll lie­fer­fä­hig. Für die dor­ti­gen rund 200 Mit­ar­bei­ter än­dert sich zu­nächst al­so nichts." Dort wer­den Rah­men und Ge­stel­le für So­lar­an­la­gen ge­fer­tigt. Über das Wo­chen­en­de war die Pro­duk­ti­on ein­ge­stellt wor­den.

Für das Werk in Frank­furt (Oder), in dem am Mon­tag ei­ne an­ge­spann­te At­mo­sphä­re herrsch­te, sag­te Ge­werk­schafts­se­kre­tär Wied, die Pro­duk­ti­on sol­le bald wie­der auf­ge­nom­men wer­den. "Ein ge­nau­er Tag wur­de nicht ge­nannt, es hieß "um­ge­hend"." Wied geht noch von die­ser Wo­che aus.

Mit­ar­bei­ter in der Pro­duk­ti­ons­stät­te woll­ten sich am Mon­tag kaum äu­ßern. In klei­nen Grup­pen stan­den sie vor der Ver­samm­lung zu­sam­men, mach­ten sich da­nach schnell auf den Weg zum Park­platz. "Ich hof­fe, dass es wei­ter­geht", sag­te ein 54-Jäh­ri­ger, der seit sechs Jah­ren in dem Werk ar­bei­tet. "Da­mals war die Bran­che re­la­tiv neu. Ich wur­de ge­braucht, was gut war."

Der Kran­ken­stand be­trägt im Frank­fur­ter Werk der­zeit 18 Pro­zent. "Die Mit­ar­bei­ter müs­sen wie­der mo­ti­viert wer­den", be­ton­te der Ge­werk­schaf­ter Wied.

An Co­n­er­gy sind die Deut­sche Bank mit knapp zehn Pro­zent be­tei­ligt und zwei wei­te­re in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren mit rund 27,2 Pro­zent, der Rest ist in Streu­be­sitz.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de