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Di­gi­ta­li­sie­rung: Nicht we­ni­ger son­dern an­de­re Jobs

In Fa­bri­ken wer­den im­mer mehr Auf­ga­ben von Ma­schi­nen über­nom­men. Vie­le fürch­ten den Ver­lust von Ar­beits­plät­zen. Doch die­se Ent­wick­lung bringt auch Vor­tei­le.
Zusammenarbeit Roboter und Mensch, Digitalisierung, Industrie 4.0

12.04.2017. (dpa/wie) - Im Jahr 2016 pro­gnos­ti­zier­te das Welt­wirt­schafts­fo­rum (WEF) den Ver­lust von mehr als fünf Mil­lio­nen Ar­beits­plät­zen bis 2020 durch die so­ge­nann­te In­dus­trie 4.0, al­so die Di­gi­ta­li­sie­rung von Pro­duk­ti­ons­stät­ten.

Das In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) hält nun da­ge­gen. Durch die­se Ent­wick­lung gä­be es nicht we­ni­ger son­dern an­de­re Jobs.

Auch Ge­werk­schaf­ter se­hen po­si­ti­ve As­pek­te an der Un­ter­stüt­zung durch Ro­bo­ter. "Wenn Men­schen kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen ha­ben - durch lan­ges Ar­bei­ten oder ei­ne Be­hin­de­rung -, kön­nen Ro­bo­ter hel­fen.", sagt der Lan­des­be­zirks­lei­ter der IG Me­tall in Ba­den-Würt­tem­berg, Ro­man Zit­zels­ber­ger. "Die Ge­fahr, dass Jobs weg­fal­len, se­hen wir vor al­lem in Ver­wal­tungs­tä­tig­kei­ten - in der Buch­hal­tung bei­spiels­wei­se", er­gänzt er und hebt zu­gleich die Ent­ste­hung "vie­ler span­nen­der Jobs durch neue Diens­te" her­vor. 

Die Ma­schi­nen sol­len den Men­schen vor Al­lem ent­las­ten. "Der Ro­bo­ter über­nimmt stu­pi­de re­pe­ti­ti­ve, aber auch kör­per­lich an­stren­gen­de Auf­ga­ben", er­klärt der Chef der Ro­bo­ter­spar­te der Fir­ma ABB, Sa­mi Atiya. "So­bald der Mensch in die Nä­he kommt, wird der Ro­bo­ter lang­sa­mer, dann stoppt er voll­stän­dig, so dass der Mensch ihm ge­fahr­los ein Werk­stück über­ge­ben kann."

Grund­sätz­lich gä­be es laut Atiya Auf­ga­ben, für die ein Ro­bo­ter ein­fach bes­ser ge­eig­net ist. "Men­schen kön­nen mit Ro­bo­tern au­ßer­dem ef­fi­zi­en­ter und prä­zi­ser ar­bei­ten und in neue Be­rei­che vor­drin­gen, wie et­wa ei­ne Gie­ße­rei, wo Men­schen auf­grund der ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren nur kurz­zei­tig ar­bei­ten kön­nen."

Na­tür­lich sol­len durch die er­höh­te Ef­fi­zi­enz auch Lohn­kos­ten ein­ge­spart wer­den. Das hat al­ler­dings nicht nur Vor­tei­le für den Ar­beit­ge­ber wie Sa­mi Atiya wei­ter aus­führt. Da­durch kön­nen die Pro­duk­ti­ons­stät­ten wie­der nä­her an den Ver­brau­cher her­an­rü­cken. "Das ist we­gen der ho­hen Lohn­kos­ten in Eu­ro­pa, aber zu­neh­mend auch in Chi­na, nur mit Ro­bo­tern mög­lich."

Zit­zels­ber­ger macht auch un­ge­lern­ten Kräf­ten Hoff­nung, die die not­wen­di­gen Kennt­nis­se über Apps ver­mit­telt be­kom­men kön­nen.

Der ABB-Ma­na­ger Atiya ist sich si­cher: "Die Ar­beits­welt wird sich durch die fort­schrei­ten­de Di­gi­ta­li­sie­rung wei­ter ver­än­dern."

Den­noch liegt die men­schen­lee­re Fa­brik in wei­ter Fer­ne. Laut Jo­chen Vet­ter, Si­cher­heits­be­auf­trag­ter bei dem Ma­schi­nen­bau­er und Au­to­ma­ti­sie­rungs­ex­per­ten Pilz, sind wir "über­all, wo man krea­tiv re­agie­ren muss, zum Bei­spiel bei der Pla­nung und Ent­schei­dun­gen" von künst­li­cher In­tel­li­genz "noch mei­len­weit ent­fernt".


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Letzte Überarbeitung: 18. Oktober 2018

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