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Sie­mens streicht 2.700 Stel­len

Im Zu­ge der Aus­glie­de­rung von Sie­mens Kraft­werks­par­te sol­len 2.700 Stel­len ge­stri­chen wer­den: 1.400 da­von in Deutsch­land

18.06.2019. (dpa/fle) - Sie­mens will in sei­ner kri­seln­den En­er­gie­spar­te 2.700 Ar­beits­plät­ze strei­chen, da­von 1.400 in Deutsch­land.

Die Stand­or­te Er­lan­gen und Ber­lin sei­en am stärks­ten be­trof­fen, teil­te der Kon­zern am Diens­tag mit. Die IG Me­tall lehnt die Ab­bau­plä­ne grund­sätz­lich als ide­en­los ab.

Mit 470 Stel­len trifft rund ein Drit­tel des Ab­baus in Deutsch­land den Stand­ort in Ber­lin, ver­lau­te­te aus Kon­zern­krei­sen. Da­von sei­en auch Stel­len in der Fer­ti­gung be­trof­fen, ins­be­son­de­re im Be­reich Hoch­span­nung, der zur En­er­gie­spar­te Gas und Power ge­hört. Die­se will der Kon­zern aus­la­gern und an die Bör­se brin­gen.

Über­ka­pa­zi­tä­ten bei Gas­tur­bi­nen und die En­er­gie­wen­de ma­chen der Spar­te seit lan­gem zu schaf­fen. Lang­fris­ti­ge War­tungs­ver­trä­ge wer­fen zwar wei­ter­hin gu­te Ge­win­ne ab, aber der Um­satz sank im ver­gan­ge­nen Quar­tal auf 2,8 Mil­li­ar­den EUR. Sie­mens hat­te schon im Herbst ei­nen deut­li­chen Stel­len­ab­bau an­ge­kün­digt und die Stand­or­te neu auf­ge­stellt.

Zu der Spar­te ge­hört in­zwi­schen auch das Ge­schäft mit Trans­for­ma­to­ren und Schalt­an­la­gen. Im Mai hat­te Sie­mens an­ge­kün­digt, dass die En­er­gie­spar­te über das lau­fen­de Spar­pro­gramm hin­aus wei­te­re 500 Mil­lio­nen EUR ein­spa­ren müs­se. Kon­zern­chef Joe Ka­e­ser will die Spar­te bis Sep­tem­ber 2020 an die Bör­se brin­gen.

Die IG Me­tall kri­ti­sier­te: "Der kurz­fris­ti­ge Ab­bau von Be­schäf­tig­ten ist in ei­nem lang­fris­tig wach­sen­den Markt mit lan­gen Zy­klen ge­ra­de an­ge­sichts zu­neh­men­den Fach­kräf­te­man­gels nicht ziel­füh­rend." Die Ge­werk­schaft wer­de mit den Be­triebs­rä­ten al­les dar­an­set­zen, dass die von Sie­mens an­ge­kün­dig­ten "Pro­gram­me zur Re­qua­li­fi­zie­rung im Zu­ge des Struk­tur­wan­dels" kei­ne Lip­pen­be­kennt­nis­se oder halb­her­zi­ge An­sät­ze blie­ben, sag­te Ha­gen Rei­mer, Lei­ter des Sie­mens-Teams bei der IG Me­tall.

Der Kon­zern kün­dig­te an, zeit­nah mit den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern zu be­ra­ten und die Plä­ne mög­lichst so­zi­al­ver­träg­lich um­zu­set­zen. Sie­mens-Vor­stands­mit­glied Li­sa Da­vis sag­te, die neue Struk­tur set­ze Sy­ner­gi­en frei, und "die ge­plan­ten Maß­nah­men hel­fen uns da­bei, mehr Wachs­tums­chan­cen zu schaf­fen". Durch Sy­ner­gi­en und Ka­pa­zi­täts­an­pas­sun­gen sol­len 200 Mil­lio­nen EUR ein­ge­spart wer­den, 100 Mil­lio­nen EUR re­sul­tie­ren aus der neu­en Auf­stel­lung, 100 Mil­lio­nen EUR aus Ein­spa­run­gen bei Sup­port­funk­tio­nen.

"Im Pro­jekt­ge­schäft sind Maß­nah­men er­for­der­lich, um die Kos­ten zu re­du­zie­ren und der rück­läu­fi­gen Ent­wick­lung bei der An­zahl der Groß­pro­jek­te zu be­geg­nen", teil­te Sie­mens mit. "Im Ge­schäft mit Pro­duk­ten für die Strom­über­tra­gung lei­den die Märk­te für Trans­for­ma­to­ren und Schalt­tech­nik un­ter Über­ka­pa­zi­tä­ten. Dies er­for­dert Maß­nah­men, um die Kos­ten­struk­tu­ren und Ka­pa­zi­tä­ten an al­len Stand­or­ten zu op­ti­mie­ren und da­mit de­ren Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu er­hal­ten."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Juni 2019

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