HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/237

Süd­west-Me­tall be­fürch­tet schwe­re Ta­rif­run­de

Die Ar­beit­ge­ber der Me­tall­bran­che ap­pe­lie­ren an die IG Me­tall von über­mä­ßi­gen Ge­halts­for­de­run­gen ab­zu­se­hen.
Schweißer, Industrie

13.09.2017. (dpa/wie) - In ei­nem In­ter­view mit der "Süd­deut­schen Zei­tung" warnt Süd­west­me­tall-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Peer-Mi­cha­el Dick vor zu ho­hen Ent­gelt­for­de­run­gen in den nächs­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen sei­tens der IG Me­tall. "Ich fürch­te, dass es ei­ne noch hö­he­re Ent­gelt­for­de­rung ge­ben wird als in der vo­ri­gen Ta­rif­run­de."

An­lass ist die gro­ße Ta­rif­kom­mis­si­on am kom­men­den Don­ners­tag, in der die Emp­feh­lun­gen für die Lohn­for­de­run­gen be­schlos­sen wer­den. Die­se wer­den laut Dick wohl "Licht­jah­re jen­seits der no­mi­nel­len Ent­gelt­for­de­rung lie­gen". Hin­zu kom­men die For­de­run­gen der IG Me­tall nach mehr Fle­xi­bi­li­tät und Selbst­be­stim­mung hin­sicht­lich der Ar­beits­zeit (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/172 Ge­werk­schafts­kon­fe­renz der IG Me­tall zum The­ma Ar­beits­zeit).

Da­zu ge­hört auch ein An­spruch auf be­fris­te­te Teil­zeit für die Be­schäf­tig­ten. Das lehnt der Haupt­ge­schäfts­füh­rer ab, da in vie­len Be­trie­ben be­reits jetzt Lö­sun­gen ge­fun­den wür­den, falls ein Mit­ar­bei­ter bei­spiels­wei­se ein pfle­ge­be­dürf­ti­ges Fa­mi­li­en­mit­glied ha­be. "Der Ta­rif­ver­trag gibt ja auch Flex- und Lang­zeit­kon­ten da­für her, so­dass ein pau­scha­ler An­spruch nicht nö­tig ist", er­gänz­te er. Wie die aus­fal­len­den Ar­beits­stun­den er­setzt wer­den sol­len sei eben­falls un­ge­wiss.

Des Wei­te­rem ge­be es in der Zu­kunft vie­le wirt­schaft­li­che Be­las­tun­gen für die Bran­che, wie zum Bei­spiel die For­schung für die E-Mo­bi­li­tät und die In­dus­trie 4.0, er­klär­te Dick. "Da soll­ten wir uns im Lohn­be­reich mal zu­rück­hal­ten und uns mehr um die Zu­kunft der Ar­beits­plät­ze küm­mern."

Kri­tik üb­te der Süd­west­me­tall-Chef auch an dem an­ge­kün­dig­ten In­stru­ment des Ganz­tags­streiks: "Kann der Ganz­ta­ges­streik ein Mit­tel sein, um von sehr gu­ten zu noch bes­se­ren Be­din­gun­gen zu kom­men?" In Ver­bin­dung mit den ho­hen For­de­run­gen der Ge­werk­schaft sei die­ses Vor­ge­hen un­ver­hält­nis­mä­ßig.

Die Ar­beit­ge­ber wol­len in den kom­men­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen ih­rer­seits ei­ne "Auf­fri­schung der Ar­beits­zeit­be­stim­mun­gen im Man­tel­ta­rif­ver­trag" durch­set­zen. Was die end­gül­ti­gen For­de­run­gen an­geht, so wol­le man laut Dick war­ten, bis die Ge­werk­schaft ih­re Ver­hand­lungs­po­si­ti­on be­schlos­sen hat.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 13. September 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2017:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de