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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/019

Neue Ta­rif­run­de - Län­der: Kei­ne il­lu­so­ri­schen Er­war­tun­gen we­cken

Die Ge­werk­schaf­ten for­dern sechs Pro­zent mehr Geld, die Ar­beit­ge­ber ste­hen erst­mal auf der Brem­se: Was für die An­ge­stell­ten im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der letzt­lich her­aus­springt, ist of­fen. Es geht um Mil­li­ar­den, ge­sun­de Haus­hal­te und at­trak­ti­ve Ar­beits­plät­ze
Tarifverhandlung Tarifeinigung oder Streik Richtungsschilder Auf wen soll die an­ge­streb­te Ta­rif­ei­ni­gung über­tra­gen wer­den?

18.01.2017. (dpa) - Un­mit­tel­bar vor der Ta­rif­run­de für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der ha­ben die Ar­beit­ge­ber den Ge­werk­schaf­ten über­trie­be­ne For­de­run­gen vor­ge­wor­fen.

"Die Ge­werk­schaf­ten soll­ten mit ih­ren For­de­run­gen (...) kei­ne il­lu­so­ri­schen Er­war­tun­gen we­cken, son­dern die Rea­li­tä­ten se­hen", sag­te der Vor­sit­zen­de der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL), der nie­der­säch­si­sche Fi­nanz­mi­nis­ter Pe­ter-Jür­gen Schnei­der (SPD), der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Die Ge­werk­schaft Ver­di, der Be­am­ten­bund dbb und die TdL star­ten an die­sem Mitt­woch in Ber­lin (12.00 Uhr) ih­re Ver­hand­lun­gen für die rund ei­ne Mil­li­on An­ge­stell­ten der Län­der.

Die Ge­werk­schaf­ten for­dern ins­ge­samt sechs Pro­zent mehr Geld. Dar­in ent­hal­ten sind ei­ne li­nea­re Ge­halts­er­hö­hung und wei­te­re struk­tu­rel­le Kom­po­nen­ten. Ge­naue Zah­len al­lein für die ei­gent­li­che Lohn­er­hö­hung leg­ten die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter nicht vor. Die an­ge­streb­te Ta­rif­ei­ni­gung soll auf die 2,2 Mil­lio­nen Be­am­ten von Län­dern und Kom­mu­nen so­wie Pen­sio­nä­re über­tra­gen wer­den.

Schnei­der sag­te: "Die Be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chen Dienst er­fül­len ei­ne wich­ti­ge Auf­ga­be und ver­die­nen Wert­schät­zung auch in Form von Ge­halts­stei­ge­run­gen." Er war­ne aber da­vor, die der­zeit er­freu­li­che Ent­wick­lung der Steu­er­ein­nah­men als im­mer­wäh­rend zu un­ter­stel­len. "Steu­ern schwan­ken mit der Kon­junk­tur, Ta­rif­er­geb­nis­se nicht." Be­reits jetzt flie­ße fast je­der zwei­te Eu­ro am Steu­er­auf­kom­men der Län­der in Per­so­nal­kos­ten.

dbb-Ver­hand­lungs­füh­rer Wil­li Russ wies das Ar­gu­ment zu­rück. Schließ­lich er­bräch­ten die Be­schäf­tig­ten der Län­der vie­le Dienst­leis­tun­gen, da lä­gen ho­he Per­so­nal­kos­ten in der Na­tur der Sa­che, wie er der dpa sag­te.

Zu­vor hat­te Russ be­tont: "Al­lein im ver­gan­ge­nen Jahr sind die Steu­er­ein­nah­men der Län­der um über sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stie­gen." Al­so sei ge­nug Geld, um den be­rech­tig­ten For­de­run­gen der Kol­le­gen im Lan­des­dienst ent­ge­gen­zu­kom­men.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke hat­te neue Streiks nicht aus­ge­schlos­sen. "Im Zwei­fels­fall kön­nen wir es­ka­lie­ren", sag­te Bsirs­ke der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. "Aber ich rech­ne nicht mit ei­ner sol­chen Zu­spit­zung."

Ein Durch­bruch wird frü­hes­tens in der drit­ten Ver­hand­lungs­run­de ab 16. Fe­bru­ar in Pots­dam er­war­tet. Hes­sen ist nicht Mit­glied in der TdL, dort gilt die an­ge­streb­te Ta­rif­ei­ni­gung so­mit nicht.

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Letzte Überarbeitung: 19. April 2018

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