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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/042

Thys­sen­Krupp-Edel­stahl­wer­ke Kre­feld und Bo­chum in Ge­fahr

"Alarm­stu­fe Rot" in Thys­sen­Krupp-Wer­ken: Nach Edel­stahl-Ehe mit dem größ­ten Kon­kur­ren­ten dro­hen Schlie­ßun­gen
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26.01.2012 (dpa) - Rund 1.000 Be­schäf­tig­te der Thys­sen­Krupp-Edel­stahl­wer­ke in Bo­chum und Kre­feld müs­sen um ih­re Ar­beits­plät­ze ban­gen. Ei­ne Schlie­ßung der so­ge­nann­ten Flüs­sig­pha­sen an bei­den Stand­or­ten sei Vor­aus­set­zung für ei­ne Kon­so­li­die­rung des Edel­stahl­markts, ver­lau­te­te am Mitt­woch aus Un­ter­neh­mens­krei­sen. "Oh­ne die Schlie­ßung wird es nicht ge­hen", hieß es. In die­sem Zu­sam­men­hang sei ein Per­so­nal­ab­bau nicht zu ver­mei­den.

Der größ­te deut­sche Stahl­kon­zern ver­han­delt der­zeit mit dem fin­ni­schen Kon­kur­ren­ten Ou­to­kum­pu. Es geht um ei­nen Zu­sam­men­schluss mit der Thys­sen­Krupp-Edel­stahl­spar­te In­oxum. Die Ge­sprä­che sind nach An­ga­ben ei­nes Un­ter­neh­mens­spre­chers vom Mitt­woch der­zeit noch nicht ab­ge­schlos­sen. Zu Ein­zel­hei­ten woll­te er kei­ne Stel­lung neh­men.

Nach Be­kannt­wer­den der Plä­ne für die Edel­stahl-Ehe hat­ten Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter in die­ser Wo­che Alarm ge­schla­gen. "Wer Wer­ke schließt, be­kommt mit uns rich­tig Är­ger", hat­te der NRW-Be­zirks­lei­ter der Ge­werk­schaft IG Me­tall, Oli­ver Burk­hard, an­ge­kün­digt. Oh­ne rechts­ver­bind­li­che Zu­sa­gen für den Schutz der Mit­ar­bei­ter wol­le man ei­nem Ver­kauf nicht zu­stim­men.

Be­reits am Mon­tag war es zu spon­ta­nen Ar­beits­nie­der­le­gun­gen und zu ei­nem mehr­stün­di­gen Still­stand der Pro­duk­ti­on im Kre­fel­der Edel­stahl­werk ge­kom­men. Für die­sen Frei­tag ha­ben der Be­triebs­rat und die Ge­werk­schaft IG Me­tall zu ei­ner Groß­de­mons­tra­ti­on un­ter dem Mot­to "Alarm­stu­fe Rot" in Bo­chum auf­ge­ru­fen.

NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) hat­te in die­ser Wo­che ei­ne so­zi­al­ver­träg­li­che Lö­sung bei ei­nem mög­li­chen Zu­sam­men­ge­hen der bei­den Kon­kur­ren­ten an­ge­mahnt. "Ich glau­be, dass Thys­sen­Krupp in der La­ge sein könn­te, das Gan­ze oh­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen hin­zu­be­kom­men. Das wä­re für den Stand­ort NRW au­ßer­or­dent­lich wich­tig", sag­te Kraft. Lang­fris­tig fürch­tet die Ge­werk­schaft bei ei­nem Zu­sam­men­schluss mit dem fin­ni­schen Kon­kur­ren­ten den Ver­lust von bis zu 2.500 Ar­beits­plät­zen. Et­wa die Hälf­te der welt­weit rund 11.000 Mit­ar­bei­ter von In­oxum ist in Deutsch­land be­schäf­tigt.

Die Thys­sen­Krupp-Edel­stahl­spar­te er­wirt­schaf­te­te im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr ei­nen Um­satz von 6,7 Mil­li­ar­den EUR und ist da­mit Welt­markt­füh­rer. Der Edel­stahl­markt lei­det je­doch un­ter er­heb­li­chen Über­ka­pa­zi­tä­ten. Im Zu­sam­men­hang mit dem be­vor­ste­hen­den Ver­kauf hat­te Thys­sen­Krupp im zu­rück­lie­gen­den Ge­schäfts­jahr ei­ne Wert­be­rich­ti­gung von 800 Mil­lio­nen EUR auf sei­ne Edel­stahl­spar­te vor­ge­nom­men. Da­durch wies die Spar­te ei­nen Ver­lust vor Zin­sen und Steu­ern (EBIT) von 785 Mil­lio­nen EUR aus.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. März 2014

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