HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/036

Un­ter­neh­men set­zen im­mer stär­ker auf Leih­ar­bei­ter - Re­kord­hoch

Dro­hen über­vol­le Auf­trags­bü­cher die Stamm­be­leg­schaft zu über­for­dern, grei­fen Un­ter­neh­men ger­ne auf sie zu­rück: Zeit­ar­bei­ter sind für vie­le Un­ter­neh­men fle­xi­bel ein­setz­ba­re Zu­satz­kräf­te. In­zwi­schen gibt es so vie­le wie nie zu­vor
Wanduhr Wird das neue Ar­beits­über­las­sungs­ge­setz et­was än­dern?

02.02.2017. (dpa) - Deut­sche Un­ter­neh­men set­zen bei der Be­wäl­ti­gung von Auf­trags­spit­zen so stark auf Leih­ar­bei­ter wie nie zu­vor.

So hät­ten Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men im Ju­ni ver­gan­ge­nen Jah­res 1,006 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en als Leih­ar­bei­ter be­schäf­tigt - und da­mit 45.000 mehr als im ent­spre­chen­den Vor­jah­res­mo­nat, geht aus ei­ner ak­tu­el­len BA-Ana­ly­se zur Zeit­ar­beit her­vor.

Die Zahl der Leih­ar­bei­ter stieg da­mit auf ein Re­kord­hoch.

Über die Un­ter­su­chung hat­te am Mitt­woch zu­erst "Spie­gel-On­line" be­rich­tet.

Un­klar ist der­zeit noch, wie stark ein am 1. April in Kraft tre­ten­des neue Ar­beits­über­las­sungs­ge­setz die Zeit­ar­beits­bran­che be­ein­flusst. Das Ge­setz sieht künf­tig ei­ne grund­sätz­li­che Höchst­ver­leih­dau­er von 18 Mo­na­ten vor. Be­reits nach neun Mo­na­ten sol­len sie den glei­chen Lohn wie die Stamm­be­schäf­tig­ten er­hal­ten. Aus­nah­men sei­en al­ler­dings mög­lich. Der Ge­setz­ge­ber re­agier­te da­mit auf zu­neh­men­de Miss­stän­de et­wa in der Au­to­mo­bil­in­dus­trie, in der Flei­sche­rei­bran­che und in der Werft­in­dus­trie.

Zwie­späl­tig schätzt die Bun­des­agen­tur für Ar­beit in ih­rer Un­ter­su­chung die Be­deu­tung der Zeit­ar­beit für den Ar­beits­markt und Job­su­cher ein. Zum ei­nen sei die Zeit­ar­beit mit in­zwi­schen mehr als ei­ne Mil­li­on Be­schäf­tig­ten "ei­ne fes­te Grö­ße auf dem deut­schen Ar­beits­markt". Auch bö­ten Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men ge­ra­de Men­schen, die schon län­ger ar­beits­los sei­en, ei­ne Ein­stiegs­chan­ce in den Job. An­de­rer­seits sei das Ri­si­ko für ei­nen Leih­ar­bei­ter, bald schon wie­der sei­nen Job zu ver­lie­ren, deut­lich grö­ßer als für ei­nen re­gu­lä­ren Be­schäf­tig­ten.

Auch müss­ten Leih­ar­bei­ter im Ver­gleich zu ih­ren re­gu­lär be­schäf­tig­ten Kol­le­gen deut­li­che Ab­stri­che bei Löh­nen und Ge­häl­tern hin­neh­men. So ver­die­ne ei­ne Hilfs­kraft in der Leih­ar­beit im Mit­tel 1.524 Eu­ro, sein zur Stamm­be­leg­schaft ge­hö­ren­der Kol­le­ge da­ge­gen 2.119 Eu­ro. Ei­ne Fach­kraft wer­de als Leih­ar­bei­ter im Mit­tel mit 2.099 Eu­ro ent­lohnt, sein re­gu­lär be­schäf­tig­ter Kol­le­ge mit 2.844 Eu­ro. Fast ein Drit­tel der Leih­ar­bei­ter sei in den Ver­kehrs- und Lo­gis­tik­un­ter­neh­men so­wie bei Si­cher­heits­dienst und Rei­ni­gungs­fir­men ein­ge­setzt. 28 Pro­zent al­ler Zeit­ar­beit­neh­mer sei­en an Fir­men der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie ver­lie­hen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 8. Oktober 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de