HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/046

Ver­di und Post ver­schär­fen Ton im Ta­rif­streit um Pa­ket­zu­stel­lung

Die Post will im boo­men­den Pa­ket­ge­schäft wei­ter kräf­tig zu­le­gen. Da­zu sei­en aber ge­rin­ge­re Kos­ten not­wen­dig, sagt Vor­stands­chef Ap­pel. Die Ge­werk­schaft Ver­di hält da­ge­gen: Es dro­he ein "Groß­kon­flikt"
Postschalter Was plant die Deut­sche Post?

16.02.2015. (dpa) - Im Streit um die Neu­ord­nung der Pa­ket­zu­stel­lung bei der Deut­schen Post ver­schär­fen die Ge­werk­schaft Ver­di und das Un­ter­neh­men den Ton.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke warf der Post vor, ih­re Ge­winn­zie­le "auf dem Rü­cken der Be­schäf­tig­ten" er­rei­chen zu wol­len.

Des­halb drän­ge sie Pa­ket­zu­stel­ler in Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten "mit bis zu 20 Pro­zent we­ni­ger Ent­gelt und Ge­halt".

Die ge­plan­te Grün­dung von Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten sei ein Ta­rif­bruch, sag­te der Ge­werk­schaf­ter am Sams­tag im Süd­west­rund­funk (SWR).

Ver­di wer­de sich das nicht ge­fal­len las­sen. Es dro­he "ein rich­ti­ger Groß­kon­flikt in ei­nem Be­reich, der ge­werk­schaft­lich sehr, sehr gut or­ga­ni­siert ist", warn­te Bsirs­ke. Die Ge­werk­schaft hat die Ta­rif­ver­trags-Re­ge­lun­gen zur Ar­beits­zeit zum 31. März ge­kün­digt und schließt Streiks nicht aus.

Post-Chef Frank Ap­pel wies die Vor­wür­fe ent­schie­den zu­rück. "Wir bre­chen kei­ne Ver­trä­ge", sag­te er dem Bon­ner "Ge­ne­ral-An­zei­ger" (Sams­tag). "Ver­di hat jetzt Ta­rif­re­ge­lun­gen für Mit­ar­bei­ter ge­kün­digt, die von den Ta­ri­fen für Neu­ein­stei­ger gar nicht be­trof­fen sind - nur um streik­fä­hig zu wer­den." Das Ver­hal­ten der Ge­werk­schaft sei nicht im In­ter­es­se der Be­schäf­tig­ten.

Im Ja­nu­ar hat­te die Post an­ge­kün­digt, Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten un­ter dem Na­men DHL De­li­very GmbH zu grün­den. Die dort Be­schäf­tig­ten sol­len nach dem nied­ri­ge­ren Ta­rif der Spe­di­ti­ons- und Lo­gis­tik­bran­che be­zahlt wer­den. Mit den der­zei­ti­gen Kos­ten­struk­tu­ren wer­de die Post beim Pa­ket­dienst "kei­ne Markt­an­tei­le ge­win­nen, son­dern ver­lie­ren", sag­te Ap­pel.

Der Post-Chef nann­te die Be­zah­lung in den Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten fair: "Das sind die bes­ten Löh­ne in un­se­rer In­dus­trie." Schon mehr als 3000 Frau­en und Män­ner hät­ten das An­ge­bot an­ge­nom­men. Bis zum Jahr 2020 er­war­te er min­des­tens 10 000 neue Ar­beits­plät­ze. Bsirs­ke be­zwei­fel­te die­se Zahl: Die Post wol­le nur Mit­ar­bei­ter ver­schie­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. März 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de