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Volks­wir­te: Trumps Po­li­tik ver­un­si­chert deut­sche Un­ter­neh­men

Ernst ge­mein­te Ab­sichts­er­klä­rung oder nur Wahl­kampf­ge­tö­se? Die von US-Prä­si­dent Do­nald Trump an­ge­kün­dig­te Po­li­tik der wirt­schaft­li­chen Ab­schot­tung ver­un­si­chert je­den­falls vie­le Un­ter­neh­men - schlecht für das In­ves­ti­ti­ons­kli­ma in Deutsch­land, war­nen Öko­nom
unterschiedliche Arbeitnehmer Was er­war­ten die Kon­junk­tur­ex­per­ten?

28.01.2017. (dpa) - Die an­hal­ten­de Un­ge­wiss­heit über den künf­ti­gen Kurs des neu­en US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump trägt nach Be­ob­ach­tun­gen von Kon­junk­tur­ex­per­ten zu ei­ner spür­ba­ren Ver­un­si­che­rung deut­scher Un­ter­neh­men bei.

Vie­le Fir­men­chefs stell­ten sich der­zeit die Fra­ge, wel­che der An­kün­di­gun­gen Trumps die US-Re­gie­rung am En­de um­set­zen wer­de, be­rich­tet et­wa der Deut­sche Bank-Volks­wirt Hei­ko Pe­ters in ei­ner Um­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Aber auch der Brex­it und ein dro­hen­der Wahl­sieg von Rechts­po­pu­lis­ten in ei­ni­gen Län­dern Eu­ro­pas stell­ten für die deut­sche Wirt­schaft "po­li­ti­sche Un­si­cher­hei­ten" dar, die in der zwei­ten Jah­res­hälf­te zu ei­ner Ab­küh­lung der deut­schen Kon­junk­tur füh­ren könn­ten, glaubt Pe­ters.

"Denn wenn die Un­si­cher­heit hoch ist, wird das In­ves­ti­ti­ons­um­feld ge­dämpft. Vor al­lem bei Aus­rüs­tungs-In­ves­ti­tio­nen rech­nen wir mit ei­ner an­hal­tend schwä­che­ren Ent­wick­lung."

Ste­fan Ki­par von der Bay­ern­LB sieht das ganz ähn­lich: "Die Ein­trü­bung der Ge­schäfts­er­war­tun­gen im Ifo-Ge­schäfts­kli­ma deu­tet be­reits an, dass die au­ßen­wirt­schaft­li­chen Un­si­cher­hei­ten rund um den Amts­an­tritt Trumps und die Brex­it-Kon­kre­ti­sie­run­gen von Pre­mier­mi­nis­te­rin May in Groß­bri­tan­ni­en für Skep­sis bei den Un­ter­neh­men in Deutsch­land sor­gen".

Der Fi­nanz­dienst­leis­ter Al­li­anz geht da­ge­gen nach An­ga­ben sei­nes Kon­junk­tur- und Ar­beits­markt­ex­per­ten Rolf Schnei­der da­von aus, dass wahr­schein­lich "nur die Hälf­te der von Trump an­ge­kün­dig­ten Maß­nah­men tat­säch­lich um­ge­setzt wer­den". Das dürf­ten ne­ben den an­ge­kün­dig­ten Steu­er­sen­kun­gen staat­li­che In­ves­ti­tio­nen in die US-In­fra­struk­tur sein, er­war­tet Schnei­der. Das wür­de dann in den Jah­ren 2017 und 2018 die US-Wirt­schaft an­kur­beln und könn­te für ein Wirt­schafts­wachs­tum vom 2,2 in die­sem Jahr und 2,4 Pro­zent im nächs­ten Jahr sor­gen.

Zu­rück­hal­tend gibt man sich da­ge­gen beim Münch­ner Ifo-In­sti­tut. "Wie geht es jetzt wei­ter mit Trumps Po­li­tik? Das ist die span­nen­de Fra­ge, die wir uns zur Zeit al­le stel­len", räumt der Ifo-Kon­junk­tur-
Ex­per­te Fe­lix Schrö­ter ein. Es sei noch schwie­rig, die Po­li­tik des neu­en US-Prä­si­den­ten fun­diert ein­zu­schät­zen. Die Ver­un­si­che­rung über den künf­ti­gen Wirt­schafts­kurs sei je­den­falls an­ge­stie­gen.

Ei­nig sind sich die Kon­junk­tur­ex­per­ten in ei­nem Punkt: Der­zeit lau­fe die deut­sche Wirt­schaft rund; mit ei­ner leich­ten Ab­küh­lung rech­nen die meis­ten der von dpa be­frag­ten Volks­wir­te frü­hes­tens im zwei­ten Halb­jahr. Der­zeit pro­fi­tier­ten vie­le Fir­men noch vom star­ken vier­ten Quar­tal 2016.

Der Ar­beits­markt ist von der Un­si­cher­heit in vie­len Chef­eta­gen an­ge­sichts von Trump, Brex­it & Co nach Öko­no­men-Ein­schät­zung noch un­be­rührt. Die Zahl der Ar­beits­lo­sen wer­de in den kom­men­den Mo­na­ten da­her sai­son­be­rei­nigt zu­nächst wei­ter leicht sin­ken, im wei­te­ren Jah­res­ver­lauf sta­gnie­ren oder so­gar leicht an­stei­gen. Das ha­be aber we­ni­ger kon­junk­tu­rel­le Grün­de, viel­mehr dürf­ten bis da­hin ver­stärkt die in den bei­den Vor­jah­ren nach Deutsch­land ge­kom­me­nen Flücht­lin­ge auf den Ar­beits­markt drän­gen.

Mit ei­nem deut­li­chen An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit rech­nen die Volks­wir­te für den Ja­nu­ar - al­ler­dings aus­schließ­lich aus sai­so­na­len Grün­den. Mit 2,828 Mil­lio­nen ha­be die Zahl der Er­werbs­lo­sen zum Jah­res­be­ginn 2017 um rund 260.000 über dem Ni­veau von De­zem­ber 2016 ge­le­gen, lau­tet der Durch­schnitts­wert ih­rer Pro­gno­sen. Sie be­ru­fen sich da­bei auf ei­ge­ne Be­rech­nun­gen. Das wä­ren den­noch gut 90.000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr. Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len will die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) an die­sem Diens­tag be­kannt­ge­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 4. Mai 2017

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