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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/116

Wie Un­ter­neh­men Fach­kräf­te lo­cken

Um dem all­ge­mei­nen Fach­kräf­te­man­gel und den ge­stie­ge­nen An­sprü­chen von Be­wer­bern ge­recht zu wer­den, bie­ten im­mer mehr Un­ter­neh­men ih­ren Mit­ar­bei­tern et­li­che Zu­satz­leis­tun­gen und Ver­güns­ti­gun­gen.
Tischtennis am Arbeitsplatz, Zusatzleistung, Startup, Benefits

26.04.2017. (dpa/wie) - Start-ups und hip­pe US-Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne le­ben seit Jah­ren vor, wie man sei­nen Mit­ar­bei­tern Spaß am Ar­beits­platz bie­tet und im Ge­gen­zug die bes­ten Ta­len­te kö­dert.

Der Goog­le-Fir­men­cam­pus ist für Gra­tis­es­sen, Swim­ming­pool und wei­te­re Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten be­kannt. Dem all­ge­mei­nen Fach­kräf­te­man­gel ge­schul­det, hält die­se Fir­men­po­li­tik auch in Deutsch­land Ein­zug.

Sie­mens hat in Ber­lin ein Ge­sund­heits­zen­trum für sei­ne Be­leg­schaft ein­ge­rich­tet wäh­rend Tchi­bo in der Ham­bur­ger Zen­tra­le mit ei­nem Fit­ness- und Frei­zeit­be­reich zu über­zeu­gen ver­sucht.

Selbst für lan­ge Ar­beits­zei­ten be­kann­te Un­ter­neh­mens­be­ra­tun­gen wie Ro­land Ber­ger oder McK­in­sey wol­len dem Trend der "Work-Life-Ba­lan­ce" ge­recht wer­den, und bie­ten län­ge­re Aus­zei­ten, sog. "Sab­ba­ti­cals" an.

Um den ei­ge­nen Ruf auf­zu­po­lie­ren, sei­en sol­che Be­ne­fits sehr wich­tig, meint Nee­le Sie­mer, Pro­jekt­lei­te­rin bei der Per­so­nal­be­ra­tung Kien­baum. "Un­ter­neh­men kön­nen es sich nicht leis­ten, gar nichts an­zu­bie­ten." Die Un­ter­neh­men wür­de Punk­ten wol­len, in­dem sie zei­gen, "dass bei ih­nen die Ar­beit Spaß macht", so Sie­mer.

Dienst­wa­gen und be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge sei­en nicht mehr so reiz­voll, wie et­wa Rei­sen im Team als Be­loh­nung, Yo­ga-Kur­se oder Tisch­fuß­ball nach Fei­er­abend.

Da­bei ma­chen be­reits die Be­wer­ber klar, was ih­nen wich­tig ist. "Ge­ra­de fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten ha­ben in vie­len Ge­sprä­chen ei­nen ho­hen Stel­len­wert.", be­ob­ach­tet Frank Scha­bel vom Per­so­nal­ver­mitt­ler Hays. Auch die Mög­lich­keit von Zu­hau­se zu ar­bei­ten sei ein gro­ßes The­ma.

Dies steht laut ei­ner Um­fra­ge der Be­ra­tungs­fir­ma Mer­cer auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te noch weit vor Sport­an­ge­bo­ten und Ähn­li­chem.

Es geht aber auch um exis­ten­zi­el­le Nö­te der Ar­beit­neh­mer, die mehr und mehr be­rück­sich­tigt wer­den. So wer­den fir­men­ei­ge­ne Kin­der­gär­ten an­ge­bo­ten oder kos­ten­freie Un­ter­künf­te in Wohn­ge­mein­schaf­ten zur Ver­fü­gung ge­stellt, um den Be­schäf­tig­ten mehr Zeit bei der Woh­nungs­su­che in den um­kämpf­ten Woh­nungs­märk­ten der Me­tro­po­len zu ge­wäh­ren.

Die­se star­ke Bin­dung an den Ar­beits­platz und die Wohl­füh­l­at­mo­sphä­re hat aber auch sei­ne Ri­si­ken, sind vie­le Kri­ti­ker der Mei­nung. So wür­de Pri­vat- und Ar­beits­le­ben im­mer mehr ver­mischt. "Das schafft den An­reiz, sich völ­lig für die Ar­beit auf­zu­ge­ben", warnt Hei­ko Schulz, Ar­beits­psy­cho­lo­ge an der Uni­ver­si­tät Leip­zig.

Al­lein mit ge­mein­sa­men Piz­za-Es­sen und Ent­span­nungs-Kur­sen wird der Kampf um die ta­len­tier­ten Fach­kräf­te je­doch nicht ge­won­nen. Für die meis­ten Be­wer­ber ste­he nach wie vor ein markt­ge­rech­tes Ge­halt und per­sön­li­che Ent­wick­lungs­chan­cen an ers­ter Stel­le, re­sü­miert Frank Scha­bel.


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Letzte Überarbeitung: 14. Dezember 2018

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