HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/297

Ar­beits­agen­tur wirbt da­für, be­hin­der­te Men­schen ein­zu­stel­len

In­fol­ge des Ar­beits­kräf­te­man­gels blei­ben vie­le Stel­len un­be­setzt. Laut Ar­beits­agen­tur ist das der rich­ti­ge Zeit­punkt, be­hin­der­ten Men­schen ei­ne Chan­ce zu ge­ben
Diskriminierungsverbote - Behinderung, Schutz vor Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

07.12.2018. (dpa/fle) - Trotz zu­neh­men­den Fach­kräf­te­man­gels scheut die Wirt­schaft in Meck­len­burg-Vor­pom­mern viel­fach vor der Ein­stel­lung gut aus­ge­bil­de­ter Men­schen mit Be­hin­de­rung zu­rück.

Nach An­ga­ben der Bun­des­agen­tur für Ar­beit sind im Nord­os­ten zwar 2.900 Be­trie­be mit min­des­tens 20 Mit­ar­bei­tern ge­setz­lich da­zu ver­pflich­tet.

Vie­le da­von er­füll­ten die Be­schäf­ti­gungs­quo­te für Schwer­be­hin­der­te von fünf Pro­zent aber nicht, ein Vier­tel der Fir­men be­schäf­ti­ge über­haupt kei­nen Be­hin­der­ten, kon­sta­tier­te die Che­fin der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Nord, Mar­git Haupt-Ko­op­mann.

Zum Ab­schluss der Ak­ti­ons­wo­che für Men­schen mit Be­hin­de­rung ap­pel­lier­te sie er­neut an die Un­ter­neh­men, sich bei der Per­so­nal­aus­wahl nicht von De­fi­zi­ten ab­schre­cken zu las­sen und statt­des­sen die Stär­ken zu se­hen. 70 Pro­zent der rund 4.000 Schwer­be­hin­der­ten, die im Land der­zeit auf Job­su­che sind, hät­ten ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung. Da­mit lie­ge der An­teil hö­her als im Durch­schnitt al­ler Ar­beits­lo­sen.

"Die­se Men­schen brau­chen aber ei­ne Chan­ce, um zu zei­gen, was sie kön­nen. Und sei es in ei­ner drei­mo­na­ti­gen Pro­be­zeit mit an­tei­li­ger Lohn­kos­ten­über­nah­me durch die Ar­beits­agen­tur. Die Fir­men müs­sen sich nicht gleich auf Dau­er bin­den", er­klär­te Haupt-Ko­op­mann. Zu­dem ge­be es län­ger­fris­tig Ein­glie­de­rungs­zu­schüs­se von bis zu 70 Pro­zent des Lohns. Den jüngs­ten Er­he­bun­gen zu­fol­ge sei­en et­wa 3.000 der Pflicht­stel­len nicht be­setzt. Die Un­ter­neh­men zah­len da­für ei­ne Aus­gleichs­ab­ga­be.

Die ho­he Ein­stel­lungs­quo­te im öf­fent­li­chen Dienst des Lan­des von 7,6 Pro­zent sor­ge da­für, dass Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit ei­nem Ge­samt­an­teil von 5,2 Pro­zent im Län­der­ver­gleich Rang zwei ein­neh­me. "Es geht aber noch bes­ser, vor al­lem in der Wirt­schaft", be­ton­te Haupt-Ko­op­mann, räum­te aber ein, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­schäf­ti­gung von Be­hin­der­ten kei­nes­wegs gleich sei­en.

Ei­ner bes­se­ren be­ruf­li­chen In­te­gra­ti­on von Men­schen mit Han­di­caps ste­hen nach Über­zeu­gung von So­zi­al­mi­nis­te­rin Ste­fa­nie Dre­se (SPD) aber we­ni­ger bau­li­che und tech­no­lo­gi­sche Hür­den im Weg. "Vie­le Un­ter­neh­men müs­sen Bar­rie­ren ab­bau­en - vor al­lem auch in den Köp­fen", sag­te sie am Frei­tag in Schwe­rin. Die ge­sam­te Ge­sell­schaft müs­se viel stär­ker als bis­her die Po­ten­zia­le von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen er­ken­nen und nut­zen. In­di­vi­du­el­le För­de­rung und Be­ra­tung wer­de ge­währt. So ge­be es staat­li­che Zu­schüs­se für die Schaf­fung von Ar­beits- und Aus­bil­dungs­plät­zen für schwer­be­hin­der­te Men­schen, Dar­le­hen und Bei­hil­fen zur be­hin­de­rungs­ge­rech­ten Ein­rich­tung der Ar­beits­plät­ze oder auch spe­zi­el­le Schu­lun­gen.

Laut So­zi­al­mi­nis­te­ri­um le­ben im Nord­os­ten rund 355.000 Men­schen mit Be­hin­de­run­gen. Das ist mehr als je­der fünf­te Ein­woh­ner des Lan­des. 218.000 von ih­nen gel­ten als schwer­be­hin­dert, häu­fig als Fol­ge ei­ner Krebs­er­kran­kung oder Dia­be­tes.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 3. Juli 2019

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de