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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/289

Auf­takt in der Me­tall-Ta­rif­run­de

Am Don­ners­tag ha­ben die ers­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Me­tall- und Elek­tro­bran­che be­gon­nen. Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber strei­ten ins­be­son­de­re um das The­ma Ar­beits­zeit.
Schweißer, Industrie

17.11.2017 (dpa/wie) - Be­reits seit Wo­chen strei­ten die IG Me­tall und die Ar­beit­ge­ber der Me­tall- und Elek­tro­bran­che über die For­de­run­gen für die be­vor­ste­hen­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen (wir be­rich­te­ten u.a. in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/273 IG Me­tall legt For­de­run­gen für Ta­rif­ver­hand­lun­gen fest und Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/237 Süd­west-Me­tall be­fürch­tet schwe­re Ta­rif­run­de).

Nun ist das Vor­ge­plän­kel be­en­det und die Par­tei­en set­zen sich an den Ver­hand­lungs­tisch. Am Don­ners­tag (16.11.2017) hat die ers­te Ta­rif­run­de in Bay­ern und in Nord­rhein-West­fa­len be­gon­nen.

Die IG Me­tall hat­te sich im Vor­feld auf ei­nen For­de­rungs­ka­ta­log ge­ei­nigt, der ei­ne Lohn­er­hö­hung von sechs Pro­zent und ei­nen in­di­vi­du­el­len An­spruch auf Ar­beits­zeit­ver­kür­zung mit Ent­gelt­zu­schlag be­inhal­tet. Die­se Pa­ket sei "völ­lig wirk­lich­keits­fremd" sag­te der NRW-Me­tall­ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Arndt G. Kirch­hoff am Don­ners­tag­abend. Dies er­klär­te er mit den be­vor­ste­hen­den In­ves­ti­tio­nen, die die Un­ter­neh­men im Zu­ge der Di­gi­ta­li­sie­rung und der Elek­tro­mo­bi­li­tät zu stem­men hät­ten. "Wenn die IG Me­tall über­zo­ge­ne Ent­gelt­zu­wäch­se und da­zu auch noch kür­ze­re Ar­beits­zei­ten durch­set­zen will, dann wer­den Un­ter­neh­men die­se In­ves­ti­tio­nen an ih­ren aus­län­di­schen Stand­or­ten durch­füh­ren. Das wür­de klar zu­las­ten deut­scher Ar­beits­plät­ze ge­hen", so Kirch­hoff.

Laut IG Me­tall sei­en die For­de­run­gen auf­grund der gu­ten wirt­schaft­li­chen La­ge in NRW ge­recht­fer­tigt. Man ha­be in der Bran­che ein Um­satz­plus von 5,3 Pro­zent ver­zeich­nen kön­nen, so IG Me­tall-Be­zirks­lei­ter Knut Gies­ler. Au­ßer­dem sei die Pro­duk­ti­vi­tät und die Pro­duk­ti­on ge­stei­gert und die Lohn­stück­kos­ten ge­senkt wor­den. Die For­de­run­gen hin­sicht­lich der Ar­beits­zeit wür­den den Wün­schen der et­wa 700.000 Be­schäf­tig­ten in der Re­gi­on ent­ge­gen­kom­men. "Wer das al­les nicht ver­steht, der hat nicht nur beim Kampf um die Fach­kräf­te der Zu­kunft schlech­te Kar­ten", er­klär­te Gies­ler.

Auch im Sü­den konn­ten sich die Par­tei­en nicht an­nä­hern. Die Baye­ri­schen Ar­beit­ge­ber wol­len, eben­so wie die Ar­beit­ge­ber der rest­li­chen Bun­des­län­dern, statt ei­ner Ar­beits­zeit­ver­kür­zung lie­ber ei­ne Mög­lich­keit zur fle­xi­ble­ren Ar­beits­zeit­ver­län­ge­rung. "Es kann auch Pha­sen ge­ben - ein gro­ßer Auf­trag, be­son­de­re Spit­zen -, wo wir kol­lek­tiv nach oben ge­hen möch­ten mit der Ar­beits­zeit", sag­te Ar­beit­ge­ber-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­ge­li­que Renk­hoff-Mü­cke. Der Ver­band der Baye­ri­schen Me­tall- und Elek­tro-In­dus­trie (VBM) for­dert im ein­zel­nen

  • die ein­ver­nehm­li­che Mög­lich­keit, in­di­vi­du­ell von der 35-St­un­den-Wo­che nach oben ab­zu­wei­chen,
  • die Ar­beits­zeit mit Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes bei ent­spre­chend hö­he­rem Ent­gelt in Son­der­si­tua­tio­nen vor­über­ge­hend aus­zu­wei­ten und
  • die Zeit­zu­schlä­ge bei Zeit­sou­ve­rä­ni­tät des Ar­beit­neh­mers an­zu­pas­sen.

Am heu­ti­gen Frei­tag (17.11.2017) ge­hen die Ta­rif­ver­hand­lun­gen in Sach­sen in die ers­te Run­de. Auch hier ist kei­ne frü­he Ei­ni­gung zu er­war­ten. Die zwei­te Ta­rif­run­de fin­det An­fang De­zem­ber statt. Ab dem 01. Ja­nu­ar 2018 kann die Ge­werk­schaft ih­ren For­de­run­gen mit Streiks Nach­druck ver­lei­hen.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 15. November 2018

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