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Aus­bil­dung: Schlech­te Chan­cen für Haupt­schü­ler und Aus­län­der

Ei­ner Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung zu­fol­ge kom­men Ju­gend­li­che mit Haupt­schul­ab­schluss oder oh­ne deut­schen Pass deut­lich schwe­rer an Aus­bil­dungs­plät­ze
Bewerbung und Stempel Absage, Ablehnung, Jobchancen, Arbeitsmarkt

18.12.2017. (dpa/wie) - Die Ber­tels­mann-Stif­tung hat in ih­rer ak­tu­el­len Stu­die "Län­der­mo­ni­tor be­ruf­li­che Bil­dung 2017" die Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on in Deutsch­land zwi­schen den Jah­ren 2007 und 2015 aus­ge­wer­tet. Die Un­ter­su­chung wur­de am Mon­tag ver­öf­fent­lich und ist be­reits die zwei­te Aus­ga­be die­ser Stu­die.

Den Er­geb­nis­sen zu­fol­ge wur­den in 2015 rund 80.000 dua­le Aus­bil­dungs­plät­ze we­ni­ger an­ge­bo­ten als im Jahr 2007. Die Zahl der Be­wer­ber ver­rin­ger­te sich in dem­sel­ben Zeit­raum fast um das dop­pel­te (155.000). In den öst­li­chen Bun­des­län­dern sei der Rück­gang "be­son­ders dra­ma­tisch" aus­ge­fal­len. Zwi­schen 2007 und 2015 wä­ren hier 40 Pro­zent we­ni­ger Aus­bil­dungs­plät­ze an­ge­bo­ten wor­den. Au­ßer­dem ha­be es 46 Pro­zent we­ni­ger Be­wer­ber auf ent­spre­chen­de Stel­len ge­ge­ben.

Im ak­tu­el­len Jahr ist die Zahl der ab­ge­schlos­se­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­ge laut Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung um 3.000 auf ins­ge­samt 523.300 ge­stie­gen. Bei der Vor­stel­lung der Da­ten am ver­gan­ge­nen Mitt­woch hat Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka (CDU) die gu­ten Chan­cen von Ju­gend­li­chen auf dem Aus­bil­dungs­markt be­tont.

Dies gilt laut der Ber­tels­mann-Stu­die je­doch nicht für jun­ge Men­schen mit Haupt­schul­ab­schluss und für zu­ge­wan­der­te Ju­gend­li­che oh­ne deut­schen Pass, zu de­nen auch Flücht­lin­ge ge­hö­ren. Aus bei­den Grup­pen kom­me je­weils die Hälf­te nicht an ei­nen Aus­bil­dungs­platz im dua­len Sys­tem oder im Schul­be­rufs­sys­tem.

Jörg Drä­ger, Vor­stand der Ber­tels­mann-Stif­tung, sprach des­halb von zu­neh­men­den "in­te­gra­ti­ons- und so­zi­al­po­li­ti­sche Auf­ga­ben", die die Be­rufs­schu­len über­neh­men müss­ten, um auch Haupt­schü­lern den Zu­gang zum Aus­bil­dungs­markt zu er­leich­tern. "Denn wer Ab­itur macht, hat ei­nen Aus­bil­dungs­platz prak­tisch si­cher. Wer ei­nen Haupt- oder mitt­le­ren Schul­ab­schluss hat, geht da­ge­gen auf dem Ar­beits­markt häu­fig leer aus", so Drä­ger. Die Schu­len müs­sen "fi­nan­zi­ell, tech­nisch und per­so­nell" ent­spre­chend aus­ge­stat­tet wer­den.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) üb­te un­ter­des­sen Kri­tik an den Be­trie­ben. "Es birgt so­zia­len Spreng­stoff, wenn Un­ter­neh­men laut­hals über ei­nen ver­meint­li­chen Azu­bi-Man­gel kla­gen, sich aber von Haupt­schü­lern ab­wen­den", er­klär­te die DGB-Vi­ze­che­fin El­ke Han­nack. "Nicht ein­mal je­der zwei­te Ju­gend­li­che mit Haupt­schul­ab­schluss schafft den di­rek­ten Sprung in Aus­bil­dung. Die Be­trie­be müs­sen sich die­sen Ju­gend­li­chen wie­der öff­nen."


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Letzte Überarbeitung: 5. Januar 2018

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