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Aus­bil­dungs­be­richt der AOK

Der Aus­bil­dungs­be­richt der AOK zeigt, dass es bei Aus­zu­bil­den­den und Ar­beit­neh­mern Un­ter­schie­de bei den Krank­schrei­bun­gen gibt
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), Krankschreibung, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

29.10.2019. (dpa/fle) - Aus­zu­bil­den­de in Rhein­land-Pfalz und dem Saar­land mel­den sich ei­ner Aus­wer­tung der AOK zu­fol­ge öf­ter krank als der Rest der Be­leg­schaft.

Auch die Grün­de für die Ar­beits­un­fä­hig­keit un­ter­schei­den sich, wie aus dem Aus­bil­dungs­re­port 2019 der AOK für die bei­den Bun­des­län­der her­vor­geht.

Da die Krank­heits­dau­er bei Azu­bis im Schnitt aber ei­ne ge­rin­ge­re ist als bei den an­de­ren Ar­beit­neh­mern, kom­men sie un­ter dem Strich trotz­dem auf we­ni­ger Fehl­ta­ge im Jahr.

Die AOK hat für den Re­port die Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen ih­rer Ver­si­cher­ten in bei­den Län­dern aus dem Jahr 2018 un­ter­sucht. Die Kas­se kommt nach ei­ge­nen An­ga­ben in Rhein­land-Pfalz und dem Saar­land auf ins­ge­samt rund 1,2 Mil­lio­nen Ver­si­cher­te, da­von sind rund 37.000 Azu­bis. Ins­ge­samt gab es laut der Re­gio­nal­di­rek­ti­on der Ar­beits­agen­tur En­de 2018 in Rhein­land-Pfalz rund 78.500 so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Azu­bis, im Saar­land knapp 20.000.

Ein zen­tra­les Er­geb­nis des AOK-Re­ports ist, dass sich Aus­zu­bil­den­de deut­lich häu­fi­ger krank mel­den als ih­re äl­te­ren Kol­le­gen. Kon­kret ist ein Azu­bi im Schnitt 3,6 Mal pro Jahr krank­ge­schrie­ben, bei al­len AOK-ver­si­cher­ten Be­schäf­tig­ten ist das nur 1,9 Mal per an­no der Fall. Die Aus­fall­zeit der Azu­bis ist aber ei­ne kür­ze­re: In 57,6 Pro­zent der Fäl­le sind sie nur ein bis drei Ta­ge krank, bei al­len Ver­si­cher­ten ist das nur bei rund 35 Pro­zent so - sprich an­de­re Krank­schrei­bun­gen er­stre­cken sich über län­ge­re Zeit­räu­me.

Die Dau­er der Ar­beits­un­fä­hig­keit je Fall liegt bei Aus­zu­bil­den­den durch­schnitt­lich bei 5,8 Ta­gen, bei al­len Ver­si­cher­ten bei 11,5 Ta­gen. Un­ter dem Strich sind Azu­bis 4,4 Pro­zent der Ka­len­der­ta­ge krank­heits­be­dingt ar­beits­un­fä­hig. Bei al­len Ver­si­cher­ten sind es 6,0 Pro­zent. Die­se Un­ter­schie­de zwi­schen den zwei Grup­pen sind seit 2014 in et­wa gleich ge­blie­ben.

Deut­li­che Un­ter­schie­de zei­gen sich in den Azu­bi-Da­ten zwi­schen den Bran­chen. Beim An­teil des Kran­ken­stands an den Ka­len­der­ta­gen lie­gen mit über acht Pro­zent Aus­zu­bil­den­de in Call­cen­tern vor­ne. Am an­de­ren En­de ran­giert die Gas­tro­no­mie mit ei­nem An­teil von 2,7 Pro­zent. Die Dau­er der Ar­beits­un­fä­hig­keit je Fall bei Azu­bis va­ri­iert laut AOK-Da­ten zwi­schen 7,5 Ta­gen im Ein­zel­han­del mit Nah­rungs- und Ge­nuss­mit­teln, Ge­trän­ke und Ta­bak­wa­ren so­wie 4,8 Ta­gen im Be­rufs­zweig Er­zie­hung und Un­ter­richt.

Auch die Grün­de der Krank­schrei­bun­gen bei Azu­bis wei­chen von de­nen der Ge­samt­heit der AOK-Ver­si­cher­ten ab. Knapp 30 Pro­zent der Aus­fall­ta­ge sind bei Azu­bis auf Atem­wegs­er­kran­kun­gen zu­rück­zu­füh­ren, wie et­wa die klas­si­sche Er­käl­tung, 17,3 Pro­zent auf In­fek­tio­nen. Bei al­len Ver­si­cher­ten lie­gen mit 22,2 Pro­zent der Ta­ge Er­kran­kun­gen an Mus­keln und Ske­lett vor­ne, vor Atem­wegs­er­kran­kun­gen mit 14 Pro­zent.

In die glei­che Rich­tung zeig­ten bei Aus­zu­bil­den­den 2016 auch Zah­len der Lan­des­ver­tre­tung der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se (TK) in Mainz. Dem­nach wur­den Azu­bis in Rhein­land-Pfalz sei­ner­zeit eben­falls fast dop­pelt so häu­fig wie Be­rufs­tä­ti­ge ins­ge­samt krank­ge­schrie­ben. Den Zah­len zu­fol­ge blieb ein Aus­zu­bil­den­der durch­schnitt­lich et­wa zwei Mal in­ner­halb die­ses Jah­res der Ar­beit fern, bei äl­te­ren Be­rufs­tä­ti­gen war es im Schnitt nur ei­ne Krank­schrei­bung pro Ver­si­cher­ten und Jahr. Al­ler­dings wa­ren auch hier die Be­rufs­an­fän­ger kür­zer krank­ge­schrie­ben - und zwar zwölf Ta­ge je Ver­si­che­rungs­jahr, bei der Ge­samt­grup­pe der Be­rufs­tä­ti­gen wa­ren es 15,4 Fehl­ta­ge. Die TK hat­te da­mals Da­ten von 10.250 Aus­zu­bil­den­den im Al­ter von 16 bis 25 Jah­ren für ih­ren Ge­sund­heits­re­port 2017 be­trach­tet.

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Letzte Überarbeitung: 29. Oktober 2019

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