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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/192

Bau­se­na­to­rin gibt Mit­ar­bei­tern Hit­ze­frei

Dass die Be­schäf­tig­ten der Ber­li­ner Bau­ver­wal­tung we­gen der Hit­ze frü­her Fei­er­abend ma­chen dür­fen, oh­ne die Zeit nach­ho­len zu müs­sen, stößt auf viel Kri­tik
Hitzefrei, hohe Temperaturen, Sonne, Hitze am Arbeitsplatz, Arbeitsschutz

07.08.2018. (dpa/wie) - Seit Wo­chen sind in Deutsch­land mehr als 30 Grad Au­ßen­tem­pe­ra­tur die Re­gel. Auch in den Bü­ros wird es ent­spre­chend heiß. Kli­ma­an­la­gen ha­ben die we­nigs­ten und Ven­ti­la­to­ren oder of­fe­ne Fens­ter leis­ten kaum Ab­hil­fe.

Die Ber­li­ner Bau­se­na­to­rin Kat­rin Lomp­scher (Lin­ke) ord­ne­te des­halb für drei Ta­ge "Hit­ze­frei" an. Um 14 Uhr kön­nen die Mit­ar­bei­ter nach Hau­se ge­hen. Die feh­len­den Ar­beits­stun­den müs­sen nicht nach­ge­holt wer­den.

CDU und FDP kri­ti­sier­ten, dass an­ge­sichts der Pro­ble­me im Woh­nungs­bau in der Haupt­stadt aus­ge­rech­net die Bau­ver­wal­tung auf das Nach­ho­len ver­säum­ter Ar­beits­stun­den ver­zich­tet. "Auch wenn Mit­ar­bei­tern in Be­hör­den ver­ständ­li­cher­wei­se hit­ze­frei ge­währt wird, die Ar­beit darf des­halb na­tür­lich nicht lie­gen­blei­ben", mahn­te der Spre­cher für Bau­en und Woh­nen der CDU-Frak­ti­on, Chris­ti­an Gräff.

"Was sich die Se­na­to­rin hier er­laubt, ist schon un­ge­wöhn­lich", sag­te die fi­nanz­po­li­ti­sche Spre­che­rin der FDP, Si­byl­le Meis­ter. "Der Woh­nungs­bau kommt nicht vor­an, Bau­ge­neh­mi­gun­gen ste­hen aus, die neu­en Re­geln für Fe­ri­en­woh­nun­gen be­rei­ten vie­le Pro­ble­me. Und Frau Lomp­scher gibt ih­ren Mit­ar­bei­tern som­mer­frei. Das ist wirk­lich un­glaub­lich."

Auch der Bund der Steu­er­zah­ler in Ber­lin äu­ßer­te sei­nen Un­mut über die Hit­ze­frei-Re­ge­lung. Auch wenn pro­duk­ti­ves ar­bei­ten bei 35 Grad nicht mög­lich sei, so müs­se die Ar­beit letzt­end­lich er­le­digt wer­den, be­ton­te Vor­stands­chef Alex­an­der Kraus. "Das gilt ge­ra­de für ei­nen Be­reich wie die Ver­wal­tung, in dem oft von feh­len­den Ka­pa­zi­tä­ten die Re­de ist, wenn Din­ge sich ver­zö­gern."

Lomp­scher selbst ver­tei­dig­te die Re­ge­lung da­ge­gen als an­ge­mes­sen. Über ei­ne Spre­che­rin ließ sie ver­lau­ten, dass sie ge­gen­über ih­ren Mit­ar­bei­tern ei­ne Für­sor­ge­pflicht ha­be und vor ge­sund­heit­li­chen Schä­den schüt­zen müs­se. Das Bü­ro­ge­bäu­de ver­fü­ge we­der über ei­ne Kli­ma­an­la­ge, ei­ne Lüf­tung oder funk­tio­nie­ren­de Ja­lou­si­en, wes­halb es in den Bü­ro teil­wei­se un­er­träg­lich heiß wer­de. Zu­dem en­de die Ker­nar­beits­zeit oh­ne­hin um 15 Uhr. We­gen die­ser St­un­de Dif­fe­renz kom­me der Woh­nungs­bau nicht zum er­lie­gen, so die Spre­che­rin Pe­tra Roh­land.

Wel­che ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen es zum The­ma Hit­ze am Ar­beits­platz und Hit­ze­frei gibt, kön­nen Sie in un­se­rem Ar­ti­kel Ar­beits­recht ak­tu­ell: 10/165 Rechts­la­ge bei Som­mer­hit­ze im Bü­ro nach­le­sen.


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Letzte Überarbeitung: 27. August 2018

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