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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/163

Ber­lin ver­zich­tet auf sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen

Der Ber­li­ner Se­nat hat be­schlos­sen, dass das Land als Ar­beit­ge­ber künf­tig kei­ne be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­ge oh­ne Sach­grund mehr ab­schlie­ßen wird
Rotes Rathaus, Senat Berlin, Hauptstadt

04.07.2018. (dpa/wie) - Im öf­fent­li­chen Dienst des Lan­des Ber­lin wird es in Zu­kunft grund­sätz­lich kei­ne sach­grund­los be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­ge mehr ge­ben. Das hat der Se­nat am ver­gan­ge­nen Diens­tag be­schlos­sen und in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung be­kannt­ge­ge­ben.

Dem­nach gilt die neue Re­ge­lung auch für Ar­beit­ge­ber, an de­nen das Land mehr­heit­lich be­tei­ligt ist. Nach­dem ei­ne ent­spre­chen­de Auf­for­de­rung be­reits im No­vem­ber 2017 vom Ab­ge­ord­ne­ten­haus kam, hat­te Fi­nanz­se­na­tor Dr. Mat­thi­as Kol­latz-Ah­nen An­fang April den An­trag ein­ge­bracht.

Kol­latz-Ah­nen sag­te da­mals in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung: "Be­schäf­tig­ten ei­ne ver­läss­li­che Per­spek­ti­ve zu bie­ten, wird er­heb­lich zur At­trak­ti­vi­tät des Ar­beit­ge­bers Ber­lin bei­tra­gen.“ Al­ler­dings sol­len aus­nahms­wei­se sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen mög­lich sein, wenn es sich z.B. um ei­ne Trainee-Stel­le han­delt oder es kurz­fris­ti­ge Kri­sen­si­tua­tio­nen gibt.

Ins­ge­samt spie­len Be­fris­tun­gen und an­de­re aty­pi­sche Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se in der Haupt­stadt nach wie vor ei­ne gro­ße Rol­le, wie aus dem Be­triebs­pa­nel Ber­lin 2017 her­vor­geht. Dem­nach ar­bei­ten 17 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer in Teil­zeit, 13 Pro­zent sind be­fris­tet an­ge­stellt, acht Pro­zent sind Mi­ni­job­ber und ein Pro­zent sind Leih­ar­beit­neh­mer.

Zu­dem wa­ren 54 Pro­zent der in 2017 neu ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trä­ge aty­pisch. Ar­beits­se­na­to­rin El­ke Brei­ten­bach (Lin­ke), die die Stu­die am Mitt­woch vor­stell­te, kri­ti­sier­te die Un­ter­neh­men deut­lich. "Die Be­trie­be ver­lan­gen zu­neh­mend nach qua­li­fi­zier­ten Be­schäf­tig­ten und kla­gen über Schwie­rig­kei­ten bei der Be­set­zung of­fe­ner Stel­len. Doch statt mit at­trak­ti­ven Kon­di­tio­nen um Fach­kräf­te zu wer­ben, wur­den mehr als die Hälf­te der neu­en Ver­trä­ge nur be­fris­tet ab­ge­schlos­sen, Ten­denz stei­gend."


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Letzte Überarbeitung: 27. August 2018

Bewertung: berlin-verzichtet-auf-sachgrundlose-befristungen-04.07.2018-15.48.html 5.0 von 5 Sternen (1 Bewertung)

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