HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/012

Ber­li­ner Leh­rer wer­den nicht ver­be­am­tet

Ber­lin wird Leh­rer auch in Zu­kunft nicht ver­be­am­ten. Ein An­trag der CDU fand im Ab­ge­ord­ne­ten­haus kei­ne Mehr­heit
Unterrichtsausfall an Schulen, Lehrermangel

16.01.2020. (dpa/fle) – Ber­lin wird sei­ne Lehr­kräf­te auch künf­tig nicht ver­be­am­ten.

Ein da­hin­ge­hen­der An­trag der CDU fand im Ab­ge­ord­ne­ten­haus am Don­ners­tag kei­ne Mehr­heit.

Für Rot-Rot-Grün ist die­se Fra­ge al­ler­dings nach wie vor ein Pro­blem. Das Ziel des An­trags ist es zu zei­gen, dass die Ko­ali­ti­on in die­ser Fra­ge un­eins ist, kri­ti­sier­te Ma­ja La­sic von der SPD.

Die So­zi­al­de­mo­kra­ten hat­ten sich bei ih­rem jüngs­ten Par­tei­tag für die Ver­be­am­tung aus­ge­spro­chen. "Wir se­hen der Rea­li­tät des Lehr­kräf­te­man­gels ins Au­ge", sag­te La­sic. "Wir sa­gen in al­ler Klar­heit, dass wir die Rück­kehr zur Ver­be­am­tung wol­len." Aber die SPD wer­de den Ko­ali­ti­ons­ver­trag nicht bre­chen. 

Re­gi­ne Kitt­ler von den Lin­ken er­wi­der­te, dass die Ver­be­am­tung kein All­heil­mit­tel sei. Al­le Bun­des­län­der sei­en vom Lehr­kräf­te­man­gel be­trof­fen. Ver­be­am­tung schüt­ze nicht da­vor. Grund da­für, dass Lehr­kräf­te fehl­ten, sei de­ren Über­las­tung und die schlech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen. Die Lin­ke sei des­we­gen ge­gen die Ver­be­am­tung.

Die Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Ste­fa­nie Rem­lin­ger kri­ti­sier­te den Um­gang der CDU mit dem The­ma. Sie wies un­ter an­de­rem auf die ge­wal­ti­gen Pen­si­ons­leis­tun­gen hin, die mit der Ver­be­am­tung ver­bun­den sei­en. Au­ßer­dem sei­en in­zwi­schen zwei Drit­tel der Leh­rer An­ge­stell­te. Rund ein Drit­tel von ih­nen kön­ne nicht ver­be­am­tet wer­den. Auch das spre­che ge­gen ei­ne Rück­kehr zur Ver­be­am­tung.

SPD, Lin­ke, Grü­ne und FDP lehn­ten den An­trag schließ­lich ab. Ein Dis­kus­si­ons­the­ma nicht zu­letzt vor der nächs­ten Wahl zum Ab­ge­ord­ne­ten­haus 2021 wird die Leh­rer­ver­be­am­tung aber blei­ben.

Der CDU-Lan­des­vor­sit­zen­de Kai Weg­ner er­klär­te da­zu am Don­ners­tag­abend: "Die Ber­li­ner SPD hat ei­ne his­to­ri­sche Chan­ce ver­tan, die Bil­dungs­kur­ve nach oben zu dre­hen. Der fal­sche Ko­ali­ti­ons­frie­den mit Lin­ken und Grü­nen ist der SPD mehr wert als die ei­ge­ne Über­zeu­gung." Mit dem wie­der­hol­ten Nein zur Ver­be­am­tung sei die auf­ge­keim­te Hoff­nung tau­sen­der Lehr­kräf­te da­hin, kri­ti­sier­te Weg­ner. "Rot-Rot-Grün darf sich nicht wun­dern, wenn die Ab­wan­de­rung der gut aus­ge­bil­de­ten Lehr­kräf­te un­ge­bremst wei­ter­geht."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 16. Januar 2020

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2020:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de