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Bü­ro­kra­tie­ab­bau noch weit ent­fernt?

Kom­pli­zier­te For­mu­la­re und Vor­schrif­ten sor­gen bei Fir­men und Bür­gern für Är­ger. Ein Bü­ro­kra­tie­ab­bau tut sich je­doch schwer
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22.10.2019. (dpa/fle) - Beim Ab­bau von Bü­ro­kra­tie hat Deutsch­land aus Sicht von Re­gie­rungs­be­ra­tern noch viel zu tun.

"Wir sind noch lan­ge nicht da, wo wir ei­gent­lich hin wol­len", sag­te der Vor­sit­zen­de des Na­tio­na­len Nor­men­kon­troll­rats, Jo­han­nes Lu­de­wig, am Diens­tag in Ber­lin.

Er über­gab im Kanz­ler­amt den Jah­res­be­richt 2019 des Rats an Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU).

Frau Mer­kel sag­te, vie­le Fir­men und Bür­ger fühl­ten sich von Bü­ro­kra­tie be­las­tet. Sie ver­wies auf ge­plan­te Ent­las­tun­gen, wel­che die Bun­des­re­gie­rung pla­ne. Da­bei geht es um di­gi­ta­le Krank­mel­dun­gen und di­gi­ta­le Ho­tel-Mel­de­schei­ne so­wie um Ent­las­tun­gen von ins­ge­samt rund 1,1 Mil­li­ar­den EUR. Das Bun­des­ka­bi­nett hat­te ei­nen ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wurf be­schlos­sen. Frau Mer­kel sieht al­ler­dings noch gro­ßen Auf­hol­be­darf Deutsch­lands bei der di­gi­ta­len Ver­wal­tung. Sie set­ze da­her sehr viel Hoff­nung in die Di­gi­ta­li­sie­rung, sag­te die Kanz­le­rin.

Im Jah­res­be­richt des Nor­men­kon­troll­rats heißt es, die bis­her für we­ni­ger Bü­ro­kra­tie ge­trof­fe­nen Maß­nah­men ha­ben das ge­setz­te Ziel nicht er­reicht, Bür­ger und Un­ter­neh­men so zu ent­las­ten, dass die Be­trof­fe­nen es in ih­rer täg­li­chen Rea­li­tät spür­ten.

Von 2018 bis 2019 sei der so­ge­nann­te lau­fen­de Er­fül­lungs­auf­wand in Sa­chen Bü­ro­kra­tie um ins­ge­samt 831 Mil­lio­nen EUR ge­stie­gen, teil­te der Rat mit. Da­mit wer­de die Ent­las­tung aus dem letz­ten Be­richts­zeit­raum von 880 Mil­lio­nen EUR na­he­zu wie­der aus­ge­gli­chen. Seit 2011 sei der jähr­li­che Er­fül­lungs­auf­wand für die deut­sche­Wirt­schaft so­gar um knapp fünf Mil­li­ar­den EUR ge­stie­gen.

Lu­de­wig sag­te, es ge­be noch gro­ße Lü­cken, die es zu schlie­ßen gel­te. Er nann­te vor al­lem die so­ge­nann­te "One-in-one-out-Re­gel" auf EU-Ebe­ne. Auf Bun­des­ebe­ne gibt es ei­ne Re­gel, die be­sagt, dass neue Be­las­tun­gen nur in dem Ma­ße ein­ge­führt wer­den dür­fen, wie bis­he­ri­ge Be­las­tun­gen ab­ge­baut wer­den - für die na­tio­na­le Um­set­zung von EU-Richt­li­ni­en aber gilt dies nicht. Lu­de­wig ver­wies aber auf Aus­sa­gen der de­si­gnier­ten neu­en EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ur­su­la von der Ley­en, die Re­gel auch auf EU-Ebe­ne ein­zu­füh­ren. Für Un­ter­neh­men spie­le es kei­ne Rol­le, ob ei­ne Re­ge­lung aus Brüs­sel oder Ber­lin kom­me. Mer­kel sag­te, ei­ne "One-in-one-out-Re­gel" auf EU-Ebe­ne wä­re ein gro­ßer Fort­schritt.

Spit­zen­ver­bän­de der Wirt­schaft for­der­ten mehr Tem­po beim Ab­bau von Bü­ro­kra­tie. Die Bi­lanz der Bun­des­re­gie­rung sei bis­her er­nüch­ternd, kri­ti­sier­te et­wa der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks. Er for­der­te zum Bei­spiel, Auf­be­wah­rungs­fris­ten zu ver­kür­zen so­wie Er­leich­te­run­gen bei den Min­dest­lohn-Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten.

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Letzte Überarbeitung: 22. Oktober 2019

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