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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/078

Bun­des­rech­nungs­hof wirft Job­cen­tern Geld­ver­schwen­dung vor

Der BRH kri­ti­siert die Ar­beits­agen­tu­ren in ei­nem Be­richt hin­sicht­lich der "plan­lo­sen" Ver­ga­be von Fort­bil­dungs- und För­der­maß­nah­men
Geldverschwendung, Geldscheine im Mülleimer

27.03.2018. (dpa/wie) - Der Bun­des­rech­nungs­hof (BRH) übt schar­fe Kri­tik an den Ar­beits­agen­tu­ren und Job­cen­ter. Ei­nem ak­tu­el­len Be­richt zu­fol­ge kos­tet die man­gel­haf­te Pla­nung der Ver­ga­be von För­der­kurs­plät­zen den deut­schen Steu­er­zah­ler im Jahr rund 190 Mil­lio­nen Eu­ro.

Ins­be­son­de­re sei­en die Kur­se nicht aus­rei­chend mit Teil­neh­mern be­setzt. Von den 33 ge­prüf­ten Maß­nah­men wur­de die "ver­gü­te­te Min­dest­zahl" in 23 Fäl­len un­ter­schrit­ten, heißt es in dem Be­richt. Ins­ge­samt blie­ben 136 von 602 be­zahl­ten Kurs­plät­zen un­be­setzt.

Zu­dem wür­den die ver­mit­tel­ten Kur­se oft­mals nicht mit der zu­vor fest­ge­leg­ten "Ein­glie­de­rungs­stra­te­gie" des je­wei­li­gen Ar­beits­lo­sen über­ein­stim­men. Mehr als zwei Drit­tel der Job­su­chen­den hät­ten dem­nach ei­ne Fort­bil­dung be­sucht, in de­nen für sie nicht sinn­vol­le Kennt­nis­se ver­mit­telt wur­den.

Auch be­kä­men die Leis­tungs­emp­fän­ger von ih­ren Ver­mitt­lern oder Fall­ma­na­gern kei­ne aus­rei­chen­den In­for­ma­tio­nen hin­sicht­lich des ver­folg­ten Zwe­ckes und des In­halts der Maß­nah­me. Das sei bei 212 von 617 über­prüf­ten Teil­neh­mern der Fall ge­we­sen.

Die aus­füh­ren­den Fort­bil­dungs­in­sti­tu­te selbst be­klag­ten laut dem BRH-Be­richt, von den Ver­mitt­lern nur ober­fläch­lich über ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kun­gen, ins­be­son­de­re psy­chi­sche Pro­ble­me der Job­su­cher in­for­miert wor­den zu sein. "Dies be­hin­dert ei­ne ef­fi­zi­en­te Ar­beit mit den Be­trof­fe­nen ganz er­heb­lich", schrei­ben die Prü­fer. In ei­nem Fall ha­be ein Job­cen­ter so­gar jah­re­lang die Sta­tis­tik ge­fälscht, kri­ti­siert der BRH.

Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit räum­te un­ter­des­sen Pro­ble­me bei der Be­set­zung der För­der­kur­se ein. Teil­wei­se wür­den Ar­beits­lo­se ei­ne Maß­nah­me ab­leh­nen, ab­bre­chen oder kurz­fris­tig ei­ne Ar­beits­stel­le fin­den. Dann ver­su­che man je­doch, die frei­ge­wor­de­nen Plät­ze mit ge­eig­ne­ten Job­su­chern neu zu be­set­zen.

Den Vor­wurf der Plan­lo­sig­keit weist die Agen­tur je­doch zu­rück. Man pla­ne auf Grund­la­ge des vor­aus­sicht­li­chen Be­darfs und frü­he­rer Er­fah­run­gen, er­klär­te ein Spre­cher. Al­lein schon die be­grenz­ten fi­nan­zi­el­len Mit­tel wür­den die Job­cen­ter da­zu zwin­gen, nur sol­che För­der­an­ge­bo­te aus­zu­wäh­len, die tat­säch­lich die Job­chan­cen von Ar­beits­lo­sen er­höh­ten.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. November 2018

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