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Bun­des­tag: Diä­ten bald über 10.000 EUR

Die Diä­ten der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten sind an die all­ge­mei­ne Lohn­ent­wick­lung ge­kop­pelt und wer­den au­to­ma­tisch an­ge­gli­chen - dem­nächst auf über 10.000 EUR im Mo­nat
Bundestag Berlin, Reichstag, Bundestagsabgeordnete, Diäten

18.02.2010. (dpa/fle) - Die ak­tu­ell 709 Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten kön­nen ab Ju­li mit ei­ner Er­hö­hung ih­rer Diä­ten um drei Pro­zent auf mehr als 10.000 EUR im Mo­nat rech­nen.

Das er­gibt sich aus dem vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt er­rech­ne­ten An­stieg der No­mi­nal­löh­ne im ver­gan­ge­nen Jahr, an den die Diä­ten ge­kop­pelt sind.

Nach den vor­läu­fi­gen Zah­len wür­den die Ab­ge­ord­ne­ten­ent­schä­di­gun­gen bzw. die Diä­ten da­mit um fast 300 EUR auf 10.073,69 EUR brut­to im Mo­nat stei­gen.

Das Plus wir­ke sich auch auf die Pen­sio­nen der Ab­ge­ord­ne­ten aus, heißt es in dem Be­richt. Künf­tig be­tra­ge der Pen­si­ons­an­spruch pro Man­dats­jahr 251,84 EUR - zahl­bar ab 67 Jah­ren.

Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten er­hal­ten je­weils zur Jah­res­mit­te ei­ne au­to­ma­ti­sche An­pas­sung ih­rer Diä­ten, die sich an der all­ge­mei­nen Lohn­ent­wick­lung ori­en­tiert. Die Er­hö­hung er­folgt oh­ne Aus­spra­che und Ab­stim­mung, weil das Par­la­ment die au­to­ma­ti­sche An­pas­sung für die ge­sam­te Dau­er der Wahl­pe­ri­ode be­schlos­sen hat.

Der Bund der Steu­er­zah­ler kri­ti­sier­te den Au­to­ma­tis­mus und for­der­te die Rück­kehr zu Ein­zel­ent­schei­dun­gen. "Auf der ei­nen Sei­te wol­len die Ab­ge­ord­ne­ten zu Recht den Par­la­men­ta­ris­mus hoch­hal­ten, an­de­rer­seits ver­ste­cken sie sich in ei­ge­ner Sa­che hin­ter Au­to­ma­tis­men", sag­te Prä­si­dent Rei­ner Holz­na­gel. Ei­ne par­la­men­ta­ri­sche De­bat­te sei zwin­gend not­wen­dig. "Je­de Diä­ten­er­hö­hung müss­te in ei­nem se­pa­ra­ten Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren vor den Au­gen und Oh­ren der Bür­ger be­grün­det und dar­über ent­schie­den wer­den."

Holz­na­gel for­der­te au­ßer­dem ei­ne Än­de­rung bei der Ren­ten­ver­sor­gung der Ab­ge­ord­ne­ten. "Im Ver­gleich zu Rent­nern und Pen­sio­nä­ren er­hal­ten Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te ei­ne Lu­xus-Al­ters­ver­sor­gung, oh­ne ei­ge­ne Bei­trä­ge zu zah­len. Das ist nicht fair, son­dern ab­ge­ho­ben. Der Al­ters­ver­sor­gung der Par­la­men­ta­ri­er muss re­for­miert wer­den."

Der par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, Mi­cha­el Gros­se-Brö­mer (CDU), ver­tei­dig­te die gel­ten­de Re­ge­lung. "Die­ser be­währ­te Me­cha­nis­mus ist fair und trans­pa­rent und ba­siert auf den Emp­feh­lun­gen ei­ner un­ab­hän­gi­gen Ex­per­ten­kom­mis­si­on", sag­te er. "Wenn die Löh­ne und Ge­häl­ter stei­gen, was im In­ter­es­se al­ler Men­schen in Deutsch­land ist, stei­gen auch die Diä­ten. Soll­ten die Löh­ne und Ge­häl­ter ein­mal sin­ken, wür­den auch die Diä­ten sin­ken."

Auch Grü­nen-Frak­ti­ons­ge­schäfts­füh­re­rin Brit­ta Ha­ßel­mann ver­wies dar­auf, dass die Ex­per­ten­kom­mis­si­on nach­voll­zieh­ba­re Kri­te­ri­en für die Er­hö­hung der Diä­ten fest­ge­legt ha­be: "Der Bun­des­tag hat ei­ne kla­re und trans­pa­ren­te Re­ge­lung zur Ab­ge­ord­ne­ten­ent­schä­di­gung", be­ton­te sie. Zur­zeit er­hal­ten die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten mo­nat­lich 9.780,28 EUR Brut­to.

Hin­zu kommt wei­ter ei­ne steu­er­freie Auf­wands­pau­scha­le, wel­che der­zeit bei 4.339,97 EUR mo­nat­lich liegt. Die­se Pau­scha­le wird eben­falls jähr­lich an­ge­passt und ori­en­tiert sich an den Le­bens­hal­tungs­kos­ten. Sie soll al­le Kos­ten auf­fan­gen, wel­che zu Aus­übung des Man­da­tes ge­braucht wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. Februar 2019

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