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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/012

Die deut­sche Wirt­schaft steht vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen

Han­dels­kon­flik­te, Brex­it: Die deut­sche Wirt­schaft ist zwar das neun­te Jahr in Fol­ge ge­wach­sen, doch ist die Lis­te der wirt­schaft­li­chen Un­ab­wäg­bar­kei­ten lang
Ansteigendes Diagramm mit Jahreszahlen, Anstieg, Zuwachs

15.01.2019. (dpa/fle) - Nach neun Jah­ren ge­rät der deut­sche Dau­er­auf­schwung in Sto­cken - zu­min­dest et­was.

Das Wachs­tums­tem­po ließ 2018 deut­lich nach. So leg­te das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) ers­ten Da­ten zu­fol­ge nur um 1,5 Pro­zent zu. Das ist das ge­rings­te Plus seit 2013 und ei­ne Ent­täu­schung für al­le, die zu­nächst deut­lich mehr er­war­tet hat­ten.

Auch für 2019 se­hen Öko­no­men trü­be­re Aus­sich­ten für Eu­ro­pas größ­te Volks­wirt­schaft. Das hat vor al­lem po­li­ti­sche Grün­de. Die in­ter­na­tio­na­len Han­dels­kon­flik­te und Un­wäg­bar­kei­ten des Brex­its sor­gen für Ver­un­si­che­rung. Die Ab­küh­lung der Welt­kon­junk­tur, Tur­bu­len­zen an den Fi­nanz­märk­ten ei­ni­ger Schwel­len­län­der und die Kon­junk­tur­ab­schwä­chung des wich­ti­gen chi­ne­si­schen Mark­tes be­las­ten den Ex­port. "Für die ex­port­ori­en­tier­te In­dus­trie ver­lief das Jahr ent­täu­schend", kon­sta­tier­te Mar­tin Wans­le­ben, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK). Auch die US-Han­dels­po­li­tik be­rei­tet Grund zur Sor­ge. "Ei­ne wei­te­re Zu­spit­zung der US-Han­dels­kon­flik­te könn­te die glo­ba­le Kon­junk­tur und da­mit auch die deut­sche Wirt­schaft emp­find­lich tref­fen."

An­ge­trie­ben wird die Kon­junk­tur nach Ein­schät­zung von Öko­no­men auch in die­sem Jahr vor al­lem vom pri­va­ten Kon­sum und dem Bau­boom. "Die Kon­junk­tur ist hart im Neh­men, so­lan­ge die so­li­de Bin­nen­nach­fra­ge sie stützt", ar­gu­men­tiert Gus­tav Horn, wis­sen­schaft­li­cher Di­rek­tor des In­sti­tuts für Ma­kro­öko­no­mie und Kon­junk­tur­for­schung (IMK) der Hans-Böck­ler-Stif­tung. Vie­le Men­schen in Deutsch­land sind dank der his­to­risch gu­ten La­ge auf dem Ar­beits­markt und ge­stie­ge­ner Löh­ne in Kon­sum­lau­ne. Zu­dem wirft Spa­ren we­gen der Zins­flau­te im Eu­ro­raum kaum noch et­was ab. Zwar ist die Kauf­lau­ne zum Jah­res­en­de et­was ge­sun­ken, nach An­ga­ben der GfK-Kon­sum­for­scher ist sie aber nach wie vor sehr hoch. Der An­teil des pri­va­ten Kon­sums am BIP liegt bei gut 50 Pro­zent.

Sinkt die Wirt­schafts­leis­tung zwei Quar­ta­le in Fol­ge, spre­chen Volks­wir­te von ei­ner Re­zes­si­on. "Auch wenn die deut­sche Wirt­schaft den Hö­he­punkt im ak­tu­el­len Kon­junk­tur­zy­klus hin­ter sich hat, hat sich die zwi­schen­zeit­li­che Sor­ge vor ei­nem wirt­schaft­li­chen Ab­sturz wohl als über­trie­ben raus­ge­stellt", ar­gu­men­tie­ren Volks­wir­te der Al­li­anz. Nach ei­ner Del­le im drit­ten Quar­tal ist die deut­sche Wirt­schaft nach ers­ten Schät­zun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zum Jah­res­en­de 2018 wie­der leicht ge­wach­sen.

All­ge­mein sind die Aus­sich­ten für die­ses Jahr den­noch po­si­tiv. Auch wenn Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tu­te, Bank-Öko­no­men und in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen ih­re Pro­gno­sen für Deutsch­land zu­letzt nach un­ten kor­ri­giert hat­ten. Sie ge­hen aber da­von aus, dass Eu­ro­pas größ­te Volks­wirt­schaft wei­ter wach­sen wird - wenn auch schwä­cher als in den Boom­jah­ren 2016 und 2017. Die Pro­gno­sen für 2019 rei­chen von 1,2 bis 1,8 Pro­zent Wachs­tum. "Al­les in al­lem dürf­te sich die deut­sche Kon­junk­tur im Früh­jahr lang­sam fan­gen und die Wirt­schaft wie­der et­was stär­ker wach­sen", sagt Com­merz­bank-Chef­volks­wirt Jörg Krä­mer vor­aus.

Im Hin­blick auf die Ri­si­ken für das Jahr 2019 ver­wei­sen Öko­no­men vor al­lem auf po­li­ti­sche Un­si­cher­hei­ten. Da­zu zäh­len sie un­ter an­de­rem die Han­dels­po­li­tik der USA, die Un­wäg­bar­kei­ten des Brex­its, aber auch die Wah­len zum Eu­ro­pa­par­la­ment, bei der eu­ro­pa­feind­li­che Par­tei­en punk­ten könn­ten. "Für das ge­ra­de be­gon­ne­ne Jahr 2019 sind die Aus­sich­ten durch­wach­sen, vor al­lem weil die in­ter­na­tio­na­len Groß­ri­si­ken wie dro­hen­des Brex­it-Cha­os und glo­ba­le Han­dels­kon­flik­te un­ver­än­dert wie ein Da­mo­kles­schwert über der Wirt­schaft hän­gen", sagt KfW-Chef­volks­wirt Jörg Zeu­ner.

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Letzte Überarbeitung: 2. Oktober 2019

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