HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/010

Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz zeigt we­nig Wir­kung

Das Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz soll die Lohn­gleich­heit zwi­schen Frau­en und Män­nern för­dern. Der neue Aus­kunfts­an­spruch für Mit­ar­bei­ter wird aber nur sel­ten wahr­ge­nom­men
Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Frauenquote, Gender Pay Gap

11.01.2019. (dpa/fle) - Das vor ein­ein­halb Jah­ren in Kraft ge­tre­te­ne Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz soll die glei­che Be­zah­lung von Frau­en und Män­nern vor­an­trei­ben (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/185 Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz in Kraft).

Doch die Re­ge­lun­gen für mehr Lohn­ge­rech­tig­keit wer­den sel­ten an­ge­wen­det, wie das Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­che In­sti­tut (WSI) der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung be­rich­tet.

Das Ge­setz zei­ge bis­her "kei­ne spür­ba­ren Ef­fek­te", heißt es in der am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Stu­die. Ar­beit­ge­ber mit mehr als 200 Be­schäf­tig­ten müs­sen die­sen seit Ja­nu­ar 2018 auf An­fra­ge er­läu­tern, nach wel­chen Kri­te­ri­en sie wie be­zahlt wer­den.

"Of­fen­bar fühl­te sich nur ein klei­ner Teil der Be­trie­be von der Auf­for­de­rung an­ge­spro­chen, im Be­trieb für Ent­gelt­gleich­heit zu sor­gen", kri­ti­sie­ren die Au­to­ren der Stu­die, für die Ant­wor­ten aus der WSI-Be­triebs­rä­te­be­fra­gung aus­ge­wer­tet wur­den. In nur zwölf Pro­zent der Be­trie­be sei die Ge­schäfts­füh­rung von sich aus ak­tiv ge­wor­den, um das Ge­setz um­zu­set­zen. In mit­tel­gro­ßen Be­trie­ben mit 201 bis 500 Be­schäf­tig­ten ha­be nur knapp ein Fünf­tel (19 Pro­zent) der Fir­men­lei­tun­gen et­was un­ter­nom­men.

Auch die Be­schäf­tig­ten zö­ger­ten noch, ih­ren Aus­kunfts­an­spruch wahr­zu­neh­men. Nur in 13 Pro­zent der mit­tel­gro­ßen Be­trie­be ha­be sich min­des­tens ei­ne Per­son an den Be­triebs­rat ge­wandt, um ihr Ge­halt über­prü­fen zu las­sen. Bei gro­ßem Be­trie­ben sei­en es im­mer­hin 23 Pro­zent.

Zu ähn­li­chen Er­geb­nis­sen war ei­ne Be­fra­gung von Per­so­nal­lei­tern durch das ifo-In­sti­tut und den Per­so­nal­ver­mitt­ler Rand­stad ge­kom­men. Da­nach ha­ben nur in knapp 10 Pro­zent der be­frag­ten Un­ter­neh­men Be­schäf­tig­te von ih­rem Aus­kunfts­an­spruch Ge­brauch ge­macht.

Die Au­to­ren der WSI-Stu­die spra­chen sich für stren­ge­re Auf­la­gen und spür­ba­re Sank­tio­nen im Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz aus. Die ge­be es näm­lich bis­her nicht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 14. Januar 2019

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de