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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/025

Er­höh­ter Leh­rer­be­darf in Nie­der­sach­sen

Die Rück­kehr zum Ab­itur nach 13 Jah­ren er­höht den Be­darf an Leh­rern in Nie­der­sach­sen. Das Land steht vor ei­nem Kraft­akt
Unterrichtsausfall an Schulen, Lehrermangel

04.02.2020. (dpa/fle) - Die Rück­kehr zum Ab­itur nach 13 Jah­ren wird die Schul­be­hör­den in Nie­der­sach­sen im Som­mer vor ei­nen noch un­ge­lös­ten Kraft­akt stel­len.

Auf ei­nen Schlag gibt es 20.000 Schü­ler zu­sätz­lich, wo­für bis da­hin die Re­kord­zahl von 2.400 bis 2.500 Leh­rer ein­ge­stellt wer­den soll, wie Kul­tus­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne (SPD) am Diens­tag in Han­no­ver an­kün­dig­te.

Zwar wer­den et­li­che im Mo­ment an an­de­re Schu­len ab­ge­ord­ne­te Gym­na­si­al­leh­rer dann an die Gym­na­si­en zu­rück­keh­ren. Da­durch ent­ste­hen aber Lü­cken et­wa an Ober­schu­len, um de­ren Schlie­ßung das Mi­nis­te­ri­um im Mo­ment noch in­ten­siv be­müht ist.

"Ei­ne ver­pflich­ten­de Mehr­ar­beit schlie­ßen wir aus", be­ton­te Ton­ne, ei­ne frei­wil­li­ge Ver­pflich­tung von Leh­rern zu vor­über­ge­hen­der Mehr­ar­beit aber sei ei­ne denk­ba­re Lö­sung. Auch will das Land sei­ne Ein­stel­lungs­pra­xis än­dern. Bis­her poch­ten frisch aus­ge­bil­de­te Päd­ago­gen mit Be­rufs­ziel Gym­na­si­al­leh­rer noch bei den Schul­be­hör­den um die­se bes­ser be­zahl­ten Stel­len, weil das Land hän­de­rin­gend auf Ein­stel­lun­gen an­ge­wie­sen ist. "Wenn die Stel­len un­be­setzt ge­blie­ben wä­ren, wä­re nie­man­dem ge­hol­fen", sag­te Ton­ne. Wenn die Ver­sor­gung der Gym­na­si­en dem­nächst aber ge­währ­leis­tet sei, müss­ten die Päd­ago­gen auch mit an­de­ren Stel­len et­wa an Ober­schu­len vor­lieb neh­men.

Zum Start des zwei­ten Halb­jahrs an die­sem Mitt­woch ge­lang es den Be­hör­den bis­her, 1.164 der rund 1.350 aus­ge­schrie­be­nen Stel­len zu be­set­zen. Wei­te­re Ein­stel­lun­gen in den kom­men­den Wo­chen wer­den er­war­tet. "Für mich zeigt die Zahl in die rich­ti­ge Rich­tung", mein­te Ton­ne. Die Zahl der Neu­ein­stel­lun­gen lie­ge da­mit um rund 400 über der der zu­meist we­gen Pen­sio­nie­rung aus­schei­den­den Leh­rer, was die Un­ter­richts­ver­sor­gung ver­bes­se­re. Un­be­frie­di­gend sei die Be­wer­ber­la­ge aber noch an den Ober­schu­len. Teils wer­de an­ge­hen­den Leh­rern im Mo­ment noch ei­ne Gym­na­si­al­stel­le an­ge­bo­ten, wenn sie zu­vor drei Jah­re an ei­ner Ober­schu­le un­ter­rich­ten.

Kei­ne Ent­war­nung konn­te der Kul­tus­mi­nis­ter zu­min­dest vor­läu­fig beim Streit­the­ma Ab­ord­nun­gen ge­ben. Die Zahl der Leh­rer, die vor­über­ge­hend zum Un­ter­richt an an­de­re Schul­ty­pen ab­ge­ord­net wird, stieg im zwei­ten Halb­jahr auf 2.818, nach­dem im ers­ten Halb­jahr noch 2.309 Leh­rer be­trof­fen wa­ren. Ein Grund sei, dass mit Blick auf die Rück­kehr zum Ab­itur nach 13 Jah­ren be­reits ein­ge­stell­te Gym­na­si­al­leh­rer zu­nächst an an­de­ren Schu­len ein­ge­setzt wer­den, wo der Be­darf mo­men­tan noch hö­her ist, er­klär­te der Mi­nis­ter.

Als neu­es Pflicht­fach führt Nie­der­sach­sen un­ter­des­sen In­for­ma­tik vom Schul­jahr 2023/2024 an ein. Zu­nächst in der 10. Klas­se und im Jahr dar­auf auch in der 9. Klas­se soll das Fach mit ei­ner St­un­de pro Wo­che un­ter­rich­tet wer­den, sag­te Ton­ne. Schü­le­rin­nen und Schü­ler müss­ten bes­ser als bis­her auf den Um­gang mit In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en vor­be­rei­tet wer­den. Zur Qua­li­fi­zie­rung der be­nö­tig­ten rund 1.100 In­for­ma­tik­leh­rer sei ei­ne zwei­jäh­ri­ge be­rufs­be­glei­ten­de Wei­ter­bil­dung ge­plant. Der­zeit gibt es be­reits rund 500 In­for­ma­tik­leh­rer, da das Fach an ei­ni­gen Schu­len schon an­ge­bo­ten wird.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 4. Februar 2020

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