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Fach­kräf­te­man­gel: Ros­tock wirbt um Ur­lau­ber

Auf der ver­zwei­fel­ten Su­che nach Ar­beits­kräf­ten ver­sucht man im Nor­den Deutsch­lands be­reits Tou­ris­ten zum Blei­ben zu be­we­gen, um dort zu ar­bei­ten
Stadthafen Rostock, Boote, Schiffe, Meer, Norddeutschland

20.07.2018. (dpa/wie) - Der Be­darf an Fach­kräf­ten ist in al­len Tei­len der Bun­des­re­pu­blik an­hal­tend hoch und in na­he­zu je­der Bran­che fällt es zu­neh­mend schwe­rer of­fe­ne Stel­len zu be­set­zen.

Auch im Nor­den Deutsch­lands ist man sich des Fach­kräf­te­man­gels be­wusst. Die Han­se­stadt Ros­tock greift da­her nun zu eher un­ge­wöhn­li­chen Mit­teln. Da die Ost­see und da­mit auch Ros­tock fast das gan­ze Jahr von Tou­ris­ten be­sucht wird, möch­te man sich dies of­fen­bar zu­nut­ze ma­chen.

Mit dem Slo­gan "Hey Ur­lau­ber! Bleib doch ein­fach hier!" ver­sucht das ört­li­che Wel­co­me Cen­ter der­zeit die Be­su­cher von ei­nem dau­er­haf­ten Le­ben und Ar­bei­ten in der Re­gi­on zu über­zeu­gen. "Un­ter den Gäs­ten be­fin­den sich schließ­lich auch zahl­rei­che Ex­per­ten un­ter­schied­lichs­ter Fach­rich­tun­gen, die hier­zu­lan­de wie­der­um vie­len Un­ter­neh­men feh­len", teil­te die Stadt­ver­wal­tung Ros­tock am Frei­tag mit.

Je­ne die sich zum Blei­ben ent­schei­den, wür­den vom Wel­co­me Cen­ter bei der Job- und Woh­nungs­su­che so­wie beim Um­gang mit Äm­tern oder Ki­ta­plät­zen un­ter­stützt.

Die Not­wen­dig­keit die­ser Ak­ti­on zeigt sich in Zah­len der Ros­to­cker Ar­beits­agen­tur. Im Ju­ni die­ses Jah­res wa­ren dem­nach 3.733 Stel­len un­be­setzt. Et­wa ein Drit­tel der of­fe­nen Stel­len ent­fällt dem­zu­fol­ge auf den wirt­schaft­li­chen Dienst­leis­tungs­be­reich, ins­be­son­de­re bei Zeit­ar­beits­fir­men. Auch Au­to­werk­stät­ten, der Ein­zel­han­del und das Gast­ge­wer­be hät­ten mit Per­so­nal­not zu kämp­fen.

IHK-Ge­schäfts­füh­rer Jens Ra­de­ma­cher er­klär­te, dass im IHK-Be­zirk Ros­tock der Fach­kräf­te­man­gel für je­des drit­te Un­ter­neh­men ein Ri­si­ko dar­stel­le. Lang­fris­tig rei­che die Ar­beit im Wel­co­me Cen­ter aber nicht, um den Fach­kräf­te­be­darf zu de­cken.

Ra­de­ma­cher for­dert des­halb ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz und die Ab­schaf­fung des Vor­rang­prin­zips für das Gast­ge­wer­be. Die­sem Prin­zip zu­fol­ge muss bei der Be­set­zung ei­ner frei­en Stel­le erst ge­prüft wer­den, ob sie durch ei­nen EU-Bür­ger be­setzt wer­den kann, be­vor ei­ne Ar­beits­kraft aus ei­nem Dritt­land ein­ge­stellt wer­den darf.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 27. August 2018

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