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Fir­men wer­den fa­mi­li­en­freund­li­cher

Ei­ner Stu­die zu­fol­ge hat sich die Fa­mi­li­en­freund­lich­keit deut­scher Un­ter­neh­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren po­si­tiv ent­wi­ckelt
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17.09.2019. (dpa/fle) - Die Un­ter­neh­men in Deutsch­land wer­den ei­ner Stu­die zu­fol­ge fa­mi­li­en­freund­li­cher.

Wie ei­ne Um­fra­ge des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) im Auf­trag des Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­ums un­ter Be­schäf­tig­ten und Ma­na­gern er­gab, be­wer­te­ten im Jahr 2018 so­wohl Ar­beit­ge­ber als auch Ar­beit­neh­mer die Fa­mi­li­en­freund­lich­keit ih­rer Fir­men po­si­ti­ver als noch drei Jah­re zu­vor.

Zwar sind mit 45,9 Pro­zent im­mer noch we­ni­ger als die Hälf­te der Per­so­nal­chefs und nur 39,4 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten der Mei­nung, ih­re Fir­ma ha­be ei­ne aus­ge­prägt fa­mi­li­en­freund­li­che Un­ter­neh­mens­kul­tur. Aber in der Be­wer­tung gab es ei­nen An­stieg von 4,7 bzw. 3,3 Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zur Be­fra­gung 2015.

Mehr Fir­men als noch vor drei Jah­ren sa­gen von sich, sie bö­ten Teil­zeit­mo­del­le, Ho­me Of­fice oder Aus­zei­ten - so­ge­nann­te Sab­ba­ti­cals - an. Die Zahl der Ma­na­ger, die der Mei­nung sind, fa­mi­li­en­freund­li­che Maß­nah­men sei­en für ihr Un­ter­neh­men wich­tig, ist eben­so ge­stie­gen. Zu­dem sa­gen mehr Fir­men, sie wür­den männ­li­che Mit­ar­bei­ter aus­drück­lich er­mu­ti­gen, in El­tern­zeit zu ge­hen.

Die Be­fra­gung zeigt aber auch, wo es noch hakt: Knapp 43 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten wür­den die an­ge­bo­te­nen fa­mi­li­en­freund­li­chen Maß­nah­men in ih­rer Fir­ma gern stär­ker nut­zen, tun das aber nicht, weil sie un­ter an­de­rem Kar­rie­re­nach­tei­le be­fürch­ten oder auch Miss­gunst bei den Kol­le­gen.

Zu­dem gibt es gro­ße Un­ter­schie­de in der Wahr­neh­mung, wie fa­mi­li­en­freund­lich die Un­ter­neh­men wirk­lich sind: 88 Pro­zent der Per­so­nal­chefs sind der Mei­nung, Be­schäf­tig­te mit und oh­ne Fa­mi­lie ha­ben in ih­rer Fir­ma glei­che Auf­stiegs­chan­cen, bei den Be­schäf­tig­ten se­hen das nur 64 Pro­zent so. Ähn­lich groß ist der Un­ter­schied bei der Fra­ge, ob die Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit im Un­ter­neh­men sei - 86 Pro­zent der Ma­na­ger sa­gen ja, aber nur 62 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter.

Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) ap­pel­lier­te an die Wirt­schaft, sich noch mehr für Fa­mi­li­en­freund­lich­keit zu en­ga­gie­ren. In Zei­ten von Fach­kräf­te­man­gel sei das nicht "nice to ha­ve", son­dern ein Wett­be­werbs­vor­teil, sag­te sie der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. "Wir soll­ten in Deutsch­land da­hin kom­men, dass die Fa­mi­li­en­be­lan­ge der Be­schäf­tig­ten als Teil der Per­so­nal­stra­te­gie in Un­ter­neh­men fest ver­an­kert wer­den."

IW-Chef Mi­cha­el Hüt­her sag­te, "Un­ter­neh­men sind sich der Be­deu­tung ei­ner fa­mi­li­en­freund­li­chen Per­so­nal­po­li­tik für ih­re Ar­beit­ge­be­rat­trak­ti­vi­tät be­wusst - mehr und mehr auch mit Blick auf die Be­schäf­tig­ten, die heu­te (noch) kei­ne fa­mi­li­är be­ding­ten Be­treu­ungs­pflich­ten er­fül­len müs­sen". Zu­neh­mend wür­den auch die Vä­ter in den Blick ge­ra­ten.

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Letzte Überarbeitung: 17. September 2019

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