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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/036

Ge­werk­schaf­ten le­gen For­de­run­gen für den öf­fent­li­chen Dienst fest

In den En­de Fe­bru­ar star­ten­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen im öf­fent­li­chen Dienst wol­len die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter ein deut­li­ches Lohn­plus für die Be­schäf­tig­ten durch­set­zen
Feuerwehrmann Polizist Arzt

09.02.2018. (dpa/wie) - Für die dies­jäh­ri­gen Ta­rif­ver­hand­lun­gen im öf­fent­li­chen Dienst ha­ben sich die Ge­werk­schaf­ten viel vor­ge­nom­men. Be­reits An­fang des Jah­res kün­dig­te Ver.di-Chef Frank Bsirs­ke das Stre­ben nach ei­nem deut­lich hö­he­ren Ab­schluss als in den letz­ten Run­den an (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/001 Ver­di will bei Ta­rif­run­de 2018 deut­lich mehr her­aus­ho­len).

Bsirs­ke selbst wird zu­sam­men mit dem Vor­sit­zen­den des DBB-Be­am­ten­bun­des, Ul­rich Sil­ber­bach und der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) so­wie der Po­li­zei­ge­werk­schaft die In­ter­es­sen der Ar­beit­neh­mer bei den Ver­hand­lun­gen ver­tre­ten.

Auf der an­de­ren Sei­te des Ti­sches wer­den der Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (VKA), Tho­mas Böh­le so­wie der schei­den­de Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) Platz neh­men. Letz­te­rer könn­te nach ak­tu­el­lem Stand und bei kurz­fris­ti­gem Zu­stan­de­kom­men ei­ner neu­en Re­gie­rung noch wäh­rend der Ver­hand­lun­gen, die bis zum 16./17. April ge­plant sind, von sei­nem de­si­gnier­ten Nach­fol­ger Horst See­ho­fer (CSU) er­setzt wer­den.

Das The­ma Ar­beits­zeit steht, an­ders als bei der Ta­rif­run­de der Me­tal­ler, nicht so sehr im Fo­kus. Da­für for­dern die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter ei­ne sat­te Ge­halts­er­hö­hung von sechs Pro­zent. Da­bei sol­len die Ge­häl­ter je­doch min­des­tens um 200 Eu­ro stei­gen, was für vie­le Be­schäf­tig­te, wie et­wa Pfle­ge­hel­fer oder Stra­ßen­wär­ter ein Plus von deut­lich über sechs Pro­zent dar­stel­len wür­de.

Au­ßer­dem soll ei­ne Er­hö­hung der Ver­gü­tung von Aus­zu­bil­den­den und Prak­ti­kan­ten in Hö­he von 100 Eu­ro so­wie ei­ne Stei­ge­rung der Ur­laubs­ta­ge für be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen und die An­glei­chung der Jah­res­son­der­zah­lun­gen zwi­schen Ost und West durch­ge­setzt wer­den.

An­ders als in den Vor­jah­ren will sich die Ge­werk­schaft dies­mal nicht auf ei­ne Lauf­zeit über zwölf Mo­na­te hin­aus ein­las­sen. Bsirs­ke be­grün­de­te die ho­hen For­de­run­gen da­mit, dass der öf­fent­li­che Dienst an den spru­deln­den Steu­er­ein­nah­men und der "Fest­tags­stim­mung" in der Wirt­schaft teil­ha­ben müs­se. Da­zu kom­me noch, dass es Rat­häu­ser, Po­li­zei und Schu­len im­mer schwe­rer ha­ben, trotz enor­mer Kon­kur­renz gut zah­len­der Un­ter­neh­men Fach­kräf­te zu bin­den.

Ob mit Streiks zu rech­nen ist, woll­te der Ver.di-Chef noch nicht kon­kret be­ant­wor­ten. "Es ist ent­schie­den zu früh, in Spe­ku­la­tio­nen zu ver­fal­len, zu wel­chem Zeit­punkt es in wel­cher Di­men­si­on zu Ar­beits­kampf­maß­nah­men kommt", so Bsirs­ke. De Mai­ziè­re hält die For­de­run­gen un­ter­des­sen für viel zu hoch. Er hof­fe den­noch auf zü­gi­ge Ver­hand­lun­gen oh­ne "un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Warn­streiks".

Auch Tho­mas Böh­le äu­ßers­te sich kri­tisch zu den Plä­nen der Ge­werk­schaf­ten. Ei­ne Min­dest­er­hö­hung von 200 Eu­ro und da­mit ei­ne Stei­ge­rung in den un­te­ren Lohn­grup­pen von bis zu 11,4 Pro­zent pas­se "nicht zur Rea­li­tät in den Kom­mu­nen und kom­mu­na­len Be­trie­ben". Au­ßer­dem sei­en die Kom­mu­nen mit 141 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­schul­det und schö­ben ei­nen In­ves­ti­ti­ons­rück­stand von rund 126 Mil­li­ar­den vor sich her. "Wir kön­nen nur Lö­sun­gen an­bie­ten, die sich al­le Kom­mu­nen leis­ten kön­nen", be­ton­te der DBB-Vor­sit­zen­de.

Nach dem Auf­takt am 26. Fe­bru­ar in Pots­dam und ei­ner zwei­ten Run­de dort am 12. und 13. März ist die Ab­schluss­run­de für den 15. bis zum 16./17. April vor­ge­se­hen.


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Letzte Überarbeitung: 9. Februar 2018

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