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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/017

Gleich­stel­lung im öf­fent­li­chen Dienst

Frau­en do­mi­nie­ren den Öf­fent­li­chen Dienst in Schles­wig-Hol­stein. Aber sie über­neh­men we­ni­ger Lei­tungs­po­si­tio­nen als Män­ner
Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Frauenquote, Gender Pay Gap

23.01.2020. (dpa/fle) - Schles­wig-Hol­steins Gleich­stel­lungs­mi­nis­te­rin Sa­bi­ne Süt­ter­lin-Waack (CDU) sieht deut­li­che Er­fol­ge zu Guns­ten der Frau­en im Öf­fent­li­chen Dienst, aber in ei­ni­gen Be­rei­chen noch er­heb­li­chen Auf­hol­be­darf.

"Die Chan­cen­gleich­heit von Frau­en ins­be­son­de­re auf Füh­rungs­ebe­ne muss ein Schwer­punkt un­se­rer gleich­stel­lungs­po­li­ti­schen Ar­beit sein", sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin am Don­ners­tag im Land­tag in Kiel.

Sie stell­te den fünf­ten Be­richt zum The­ma Gleich­stel­lungs­po­li­tik im Öf­fent­li­chen Dienst für 2014 bis 2018 vor.

Der Fo­kus der Lan­des­re­gie­rung lie­ge der­zeit auf dem Ziel, in­ner­halb der Lan­des­ver­wal­tung und den Lan­des­un­ter­neh­men mehr Frau­en in der obers­ten Füh­rungs­ebe­ne zu eta­blie­ren. Im Dia­log mit den Res­sorts und der Zi­vil­ge­sell­schaft will die Mi­nis­te­rin 2020 ei­ne lan­des­wei­te gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Stra­te­gie er­ar­bei­ten. "In fast al­len Be­sol­dungs- und Ent­gelt­grup­pen im un­mit­tel­ba­ren Lan­des­dienst ist der An­teil von Frau­en ge­stie­gen", sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin.

Im Lan­des­dienst sind 58,8 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten Frau­en. Im Ver­gleich zum Be­richt von 2015 ist das ei­ne Stei­ge­rung von 2,7 Pro­zent. Al­ler­dings schwan­ken die Zah­len je nach Res­sort. In fünf von acht Ge­schäfts­be­rei­chen sind mehr Frau­en als Män­ner be­schäf­tigt. We­ni­ger Frau­en als Män­ner ar­bei­ten im In­nen-, im Um­welt- und im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Die Span­ne reicht von 25,5 Pro­zent Frau­en­an­teil im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um bis 70,3 Pro­zent im Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um.

Der Frau­en­an­teil in her­aus­ge­ho­be­nen Füh­rungs­po­si­tio­nen im Lan­des­dienst wächst lang­sam. Im Be­reich der ho­hen B-Be­sol­dung ist je­de fünf­te Be­schäf­tig­te weib­lich (19,8 Pro­zent) – ei­ne Stei­ge­rung von vier Pro­zent­punk­ten. Auf der Ebe­ne der obers­ten Lan­des­be­hör­den sind 35,2 Pro­zent der Re­fe­rats­lei­tun­gen mit ei­ner Frau be­setzt - ein Plus von sechs Punk­ten. Im Be­reich der Ab­tei­lungs­lei­tun­gen liegt der Frau­en­an­teil bei 20,5 Pro­zent. Die Lei­tungs­po­si­tio­nen in Fi­nanz­äm­tern sind ge­schlech­ter­pa­ri­tä­tisch be­setzt und rund 54 Pro­zent der Schu­len wer­den von Frau­en ge­lei­tet. In der Po­li­zei wur­de nach dem Stich­tag der Er­he­bung die ers­te Be­hör­den­lei­tung mit ei­ner Frau be­setzt.

Noch nicht zu­frie­den­stel­lend ist laut Süt­ter­lin-Waack die schwa­che Re­prä­sen­tanz von Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen der Un­ter­neh­men, an de­nen das Land be­tei­ligt ist. Der An­teil von Frau­en an Ge­schäfts­füh­run­gen oder Vor­stän­den be­trägt le­dig­lich 9,5 Pro­zent. Hier be­ste­he Steue­rungs­be­darf, sag­te die Mi­nis­te­rin. Die meis­ten Teil­zeit­be­schäf­tig­ten sind Frau­en (86,8 Pro­zent) und 93,5 Pro­zent der El­tern, die in El­tern­zeit ge­hen.

Die SPD-Ab­ge­ord­ne­te Bea­te Rau­dies be­ton­te, ei­ne Teil­zeit­be­schäf­ti­gung und ei­ne Füh­rungs­po­si­ti­on dürf­ten sich nicht aus­schlie­ßen. Not­falls müss­ten ver­schärf­te Quo­ten­re­ge­lun­gen ge­fun­den wer­den. Die Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Ami­ta Tou­ré er­in­ner­te dar­an, dass Schles­wig-Hol­stein vor 25 Jah­ren als ers­tes Bun­des­land ein Gleich­stel­lungs­ge­setz be­schlos­sen hat­te. "Die Ent­wick­lung ist po­si­tiv, aber wir sind lan­ge nicht am Ziel", sag­te Tou­ré.

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Letzte Überarbeitung: 23. Januar 2020

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