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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/196

Ge­häl­ter in der Pfle­ge stei­gen auch oh­ne Po­li­tik

Die Löh­ne in der Al­ten­pfle­ge sind in­ner­halb ei­nes Jah­res um fast fünf Pro­zent ge­stie­gen, was zeigt, dass der Markt sich hier selbst re­gu­liert
Krankenpflegerin mit Seniorin, Pflegehilfe, Pflegeberufe

10.08.2018. (dpa/wie) - Erst im ver­gan­ge­nen Mo­nat hat sich Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel bei ih­rem Be­such ei­nes Al­ters­heims in Pa­der­born für ei­ne gu­te Be­zah­lung in Pfle­ge­be­ru­fen aus­ge­spro­chen (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/174 Mer­kel setzt sich für gu­te Löh­ne in der Pfle­ge ein).

Laut der Kanz­le­rin müs­se das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um zu­sam­men mit dem Ar­beits­mi­nis­te­ri­um und dem Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um ei­ne Lö­sung fin­den, da­mit al­le Pfle­ge­kräf­te gut be­zahlt wer­den.

Laut dem Prä­si­den­ten des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des bpa, Rai­ner Brü­der­le, ist dies gar nicht nö­tig. Un­ter Be­ru­fung auf den Ent­gel­t­at­las der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) er­klärt er: "Die Löh­ne in der Al­ten­pfle­ge stei­gen kräf­tig. Das ist ei­ne gu­te Nach­richt für al­le, die in der Al­ten­pfle­ge tä­tig sind."

Dem­nach sei das Me­di­a­nent­gelt von so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig be­schäf­tig­ten Al­ten­pfle­ge­fach­kräf­ten von 2.621 Eu­ro in 2016 auf 2.744 Eu­ro in 2017 und da­mit um 4,69 Pro­zent ge­stie­gen. Der Wert liegt zwar noch deut­lich un­ter dem Me­di­a­nent­gelt in al­len Bran­chen (3.209 Eu­ro in 2017). Er ist da­für je­doch in­ner­halb ei­nes Jah­res fast dop­pelt so stark ge­stie­gen. Nimmt man das Jahr 2015 als Ver­gleich, sind die Löh­ne in der Al­ten­pfle­ge so­gar um 7,31 Pro­zent ge­stie­gen (4,05 Pro­zent in al­len Bran­chen).

"Die Löh­ne für Al­ten­pfle­ge­rin­nen und Al­ten­pfle­ger stei­gen nicht auf­grund ir­gend­wel­cher po­li­ti­scher In­ter­ven­tio­nen. Sie stei­gen ganz von al­lein nach den Ge­set­zen des Mark­tes", so Brü­der­le. Das lie­ge dar­an, dass es in die­sem Be­reich seit Jah­ren ei­ne gro­ße Nach­fra­ge ge­be und sich dies auch bei den Löh­nen deut­lich be­merk­bar ma­che. Die­se Ent­wick­lung wer­de sich auch oh­ne po­li­ti­sches Zu­tun fort­set­zen.

Die For­de­rung nach all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­trä­gen ge­he in die fal­sche Rich­tung und kom­me "aus der po­li­ti­schen Mot­ten­kis­te", sagt Brü­der­le. Viel­mehr müs­se es u.a. ein un­bü­ro­kra­ti­sches Ein­wan­de­rungs­ge­setz ge­ben, um Fach­kräf­te so­wohl aus dem In- als auch aus dem Aus­land ge­win­nen zu kön­nen.


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Letzte Überarbeitung: 10. August 2018

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