HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/300

Hei­lig­abend oh­ne Weih­nachts­mann?

Laut Ar­beits­agen­tu­ren und stu­den­ti­schen Job­ver­mitt­lun­gen ist Weih­nachts­mann ein aus­ster­ben­der Be­ruf. Im­mer we­ni­ger Stu­den­ten ha­ben Lust auf Bart und Kut­te
Playmobil Nikolaus

12.12.2018. (dpa/fle) - Statt im kal­ten Wind über den Weih­nachts­markt zu schrei­ten, be­trei­ben sie lie­ber Te­le­fon­ak­qui­se.

Statt Kin­der mit ei­nem Sack voll Ge­schen­ken zu be­glü­cken, ma­chen sie So­ci­al Me­dia Mar­ke­ting vom hei­mi­schen Lap­top aus.

Deutsch­lands Stu­den­ten wol­len nicht mehr als Weih­nachts­män­ner job­ben.

Da­bei ist das lu­kra­tiv: Im Schnitt 500 EUR ver­dien­te ein San­ta Claus am Hei­li­gen Abend in Ber­lin. Doch nach fast 70 Jah­ren hat das Ber­li­ner Stu­die­ren­den­werk sei­ne Weih­nachts­mann-Ver­mitt­lung auf­ge­ge­ben. "Schwe­ren Her­zens", wie Spre­che­rin Ja­na Ju­disch sagt. Es hät­ten sich ein­fach nicht mehr ge­nü­gend Be­wer­ber ge­fun­den. Über Fach­kräf­te­man­gel in der Bran­che wird auch an­dern­orts ge­stöhnt.

"Vie­le jun­gen Leu­te ha­ben kei­nen Bock mehr, am Wo­chen­en­de oder an Fei­er­ta­gen zu ar­bei­ten", klagt Wil­li Dah­men aus dem nie­der­säch­si­schen Cel­le. Der 66-Jäh­ri­ge mit dem Rau­sche­bart hat sich der Nach­wuchs­för­de­rung ver­schrie­ben. In sei­nen Se­mi­na­ren geht es dar­um, dass Rau­chen und Smart­pho­ne im Kos­tüm ta­bu sind und vor der Be­sche­rung stets ein Lied oder Ge­dicht ver­langt wer­den soll­te. "Ich könn­te 30 oder 40 Weih­nachts­män­ner mehr ge­brau­chen", sagt der Rent­ner, der schon im Som­mer für Wer­be­auf­nah­men in ro­tem Man­tel mit Bom­mel­müt­ze und Ren­tier­schlit­ten po­siert.

Ar­beits­agen­tu­ren und Stu­den­ten­wer­ke ver­mit­teln so gut wie kei­ne Weih­nachts­män­ner mehr. Gleich­zei­tig ist die Nach­fra­ge zu­min­dest im Raum Ber­lin die­se Sai­son be­son­ders hoch, wie das On­line-Miet­por­tal Er­en­to be­rich­tet. "Vie­le Fa­mi­li­en be­sin­nen sich auf die Tra­di­ti­on, viel­leicht gibt es auch wie­der mehr Kin­der", meint Mar­ke­ting­lei­ter Tom Sper­ner. Auch En­gel und Christ­kin­der wür­den ge­sucht.

Pe­tra Hen­kert hat so­gar ei­nen Auf­ruf "Ber­lin sucht 100 Weih­nachts­män­ner!" ge­star­tet. "Es ha­ben sich Leu­te ge­mel­det, die schon im­mer da­von ge­träumt, sich aber bis­her nicht ge­traut ha­ben", sagt die Che­fin ei­nes Weih­nachts­bü­ros in Zeu­then. Ei­ner von ih­nen wol­le sein Ta­ges-Ho­no­rar ei­ner ge­mein­nüt­zi­gen Ein­rich­tung spen­den.

Ver­brei­tet scheint die Weih­nachts­mann-Tra­di­ti­on eher in Nord­deutsch­land und in athe­is­tisch ge­präg­ten Ge­gen­den. Wer im Os­ten auf­wuchs, mag sich an den Weih­nachts­mann er­in­nern, der von Haus zu Haus oder Woh­nung zu Woh­nung ging.

Wäh­rend in Ber­lin oder Cel­le Weih­nachts­män­ner drin­gend ge­sucht wer­den, ruft das ka­tho­li­sche Bo­ni­fa­ti­us­werk all­jähr­lich die Ak­ti­on "Weih­nachts­mann­freie Zo­ne" aus. "Wir ha­ben per­sön­lich nichts ge­gen die­sen ge­müt­li­chen und freund­li­chen Opa in rot-wei­ßer Klei­dung, der si­cher­lich vie­len Kin­dern wich­tig ist und auch Freu­de be­rei­tet", sagt Spre­che­rin The­re­sa Mei­er. "Den­noch fra­gen wir uns, für wel­che tie­fen In­hal­te er steht. Bei Ni­ko­laus ist das klar: für Hilfs­be­reit­schaft, So­li­da­ri­tät und christ­li­chen Glau­ben." Das Werk mit Sitz in Pa­der­born or­ga­ni­siert aus die­sem Grund so­gar bun­des­weit Ni­ko­laus-Schu­lun­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 13. Dezember 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de