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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/077

Im­mer mehr er­werbs­tä­ti­ge Rent­ner

Die Zahl der ar­bei­ten­den Deut­schen im Ren­ten­al­ter ist laut ei­nem Be­richt der Bun­des­re­gie­rung seit dem Jahr 2000 um fast ei­ne Mil­li­on ge­stie­gen
ältere Arbeitnehmerin, Altersteilzeit

26.03.2018. (dpa/wie) - Nach­dem der Bun­des­mi­nis­ter für Ar­beit und So­zia­les, Hu­ber­tus Heil (SPD), den deut­schen Un­ter­neh­men erst in der letz­ten Wo­che vor­ge­wor­fen hat­te, nicht ge­nü­gend auf äl­te­re Ar­beit­neh­mer zu­rück­zu­grei­fen (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/075 Neu­er Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter for­dert mehr Be­schäf­ti­gung von Äl­te­ren), geht nun aus ei­ner Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung her­vor, dass die Zahl der er­werbs­tä­ti­gen Rent­ner in den letz­ten Jah­ren be­reits dras­tisch ge­stie­gen ist.

Die An­fra­ge kam von der Bun­des­tags­frak­ti­on der Grü­nen. Dem Be­richt zu­fol­ge gin­gen im Jahr 2000 noch 539.000 Rent­ner ei­ner Be­schäf­ti­gung nach. In 2016 be­trug die Zahl nach ak­tu­el­len An­ga­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) 1,417 Mil­lio­nen. Das sind rund 6,7 Pro­zent der ins­ge­samt et­wa 21 Mil­lio­nen Rent­ner in Deutsch­land.

Den Da­ten zu­fol­ge ver­dien­ten sich fast die Hälf­te (47,5 Pro­zent) der er­werbs­tä­ti­gen Rent­ner in ei­ner ge­ring­fü­gi­gen Be­schäf­ti­gung (Mi­ni­job) et­was da­zu. Knapp ein Vier­tel (24,8 Pro­zent) wa­ren Selbst­stän­di­ge. Das üb­ri­ge Vier­tel ging ei­ner so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Ar­beit nach.

Das Deut­sche In­sti­tut für Wirt­schafts­for­schung (DIW) for­dert ei­ne schran­ken­lo­se Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen für Ar­beit­neh­mer im Ren­ten­al­ter. "Bei der Neu­ein­stel­lung von Ar­beit­neh­mern, die ei­nen un­be­fris­te­ten Ren­ten­an­spruch ha­ben, soll­te es kei­ne Ober­gren­ze bei Dau­er und Zahl mög­li­cher Be­fris­tun­gen ge­ben", schrei­ben die DIW-Ex­per­ten Gert Wag­ner und Cor­ne­li­us Rich­ter in ei­nem Bei­trag für den "Ta­ges­spie­gel" (Sonn­tag).

Seit Ju­li 2014 gibt es ei­ne ent­spre­chen­de Mög­lich­keit in § 41 Satz 3 SGB VI für Ar­beits­ver­hält­nis­se, die in­fol­ge ei­ner ta­rif­li­chen oder ar­beits­ver­trag­li­chen Ren­ten­al­ter­sklau­sel en­den. Die­se Be­en­di­gung kann dann ar­beits­ver­trag­lich hin­aus­ge­scho­ben wer­den, und zwar im­mer wie­der, d.h. oh­ne je­de Be­schrän­kung. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat die­se Be­fris­tungs­mög­lich­keit in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ab­ge­seg­net (EuGH, Ur­teil vom 28.02.2018, C-46/17, wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/072 Wei­ter­be­schäf­ti­gung nach Ren­ten­ein­tritts­al­ter).

Die Ex­per­ten des DIW se­hen da­durch auch kei­ne Ge­fahr der Ver­drän­gung von jün­ge­ren Ar­beit­neh­mern durch Rent­ner. Viel­mehr könn­ten die Se­nio­ren ih­ren Ren­ten­an­spruch er­hö­hen wäh­rend die Ar­beit­ge­ber von er­fah­re­nen Ar­beits­kräf­ten pro­fi­tier­ten.


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Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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