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19/192a Im­mer mehr Rent­ner ar­bei­ten

Die Zahl der Rent­ner, die im Al­ter wei­ter­ar­bei­ten, ist stark an­ge­stie­gen. Über das War­um gibt es aber un­ter­schied­li­che An­sich­ten
ältere Arbeitnehmerin am Computer im Büro, Beschäftigung älterer Arbeitnehmer

19.08.2019. (dpa/fle) - Die Zahl er­werbs­tä­ti­ger Rent­ner in Deutsch­land ist wei­ter ge­stie­gen.

Sie er­reich­te 2018 rund 1,445 Mil­lio­nen, wie das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um der Deut­schen Pres­se-Agen­tur mit­teil­te.

Die Ent­wick­lung wer­de sich aus Sicht der Bun­des­re­gie­rung fort­set­zen und noch wei­ter ver­stär­ken, sag­te ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher am Mon­tag.

"Die im Al­ter stei­gen­de Er­werbs­be­tei­li­gung kann als Aus­druck ver­än­der­ter Le­bens­ent­wür­fe ei­ner ak­ti­ve­ren Teil­nah­me an Wirt­schaft und Ge­sell­schaft ge­wer­tet wer­den", hieß es zur Er­klä­rung. Ne­ben fi­nan­zi­el­len Grün­den gibt es mitt­ler­wei­le vie­le im­ma­te­ri­el­le Grün­de, wie die Freu­de an der Ar­beit und der so­zia­le Kon­takt zu an­de­ren Men­schen, die für ei­ne fort­lau­fen­de Er­werbs­tä­tig­keit ent­schei­dend sind. Dar­über hin­aus gilt es zu be­ach­ten, dass vie­le Tä­tig­kei­ten heu­te im Bü­ro aus­ge­übt wer­den und ei­ne kör­per­li­che Be­tä­ti­gung da­mit nicht im Vor­der­grund steht.

Für die Lin­ke steht je­doch Geld­not im Vor­der­grund: "Wenn ein Drit­tel der Rent­ner und Rent­ne­rin­nen in den ers­ten drei Jah­ren ar­bei­ten muss, weil die Ren­te nicht zum Über­le­ben reicht, dann muss end­lich die so­li­da­ri­sche Min­dest­ren­te her", teil­te der Bun­des­ge­schäfts­füh­rer der Lin­ken, Jörg Schind­ler, mit. Die Par­tei for­dert min­des­tens 1.050 EUR mo­nat­lich für Rent­ner.

Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren acht Pro­zent der Rent­ner er­werbs­tä­tig - im Jahr 2000 wa­ren es noch gut drei Pro­zent ge­we­sen. Knapp die Hälf­te der Be­trof­fe­nen ist ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt, die­ser An­teil ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­wach­sen. Je­weils et­wa ein Vier­tel ar­bei­tet so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig oder selbst­stän­dig, wie das Mi­nis­te­ri­um un­ter Be­ru­fung auf das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt mit­teil­te.

Un­ter­stützt wer­de der Trend aber auch da­durch, dass die Ba­by-Boo­mer-Ge­ne­ra­ti­on den Al­ters­be­reich ab 65 Jah­ren ver­stär­ke, er­klär­te das Mi­nis­te­ri­um. Hin­zu kä­men ver­bes­ser­te Mög­lich­kei­ten, durch die Fle­xi­ren­te län­ger zu ar­bei­ten. Sie bie­tet seit 2017 un­ter an­de­rem die Mög­lich­keit, ab 63 Jah­ren ei­ne Teil­zeit­ar­beit mit ei­ner Teil­ren­te zu er­gän­zen.

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Letzte Überarbeitung: 27. November 2019

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