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In­te­gra­ti­on von Mus­li­men in Deutsch­land

Die Ber­tels­mann-Stif­tung hat ei­ne Stu­die vor­ge­stellt, nach der Deutsch­land hin­sicht­lich der In­te­gra­ti­on von Mus­li­men im eu­ro­päi­schen Ver­gleich gut ab­schnei­det.
junger Moslem im Büro, Integration von Muslimen in den deutschen Arbeitsmarkt

28.08.2017. (dpa/wie) - In Deutsch­land le­ben rund 4,7 Mil­lio­nen Mus­li­me. Das ent­spricht ei­nem Be­völ­ke­rungs­an­teil von 5,7 Pro­zent. Im­mer wie­der wird dar­über dis­ku­tiert, wie es um die In­te­gra­ti­on von mus­li­mi­schen Ein­wan­de­rern in der Bun­des­re­pu­blik im All­ge­mei­nen und ins­be­son­de­re auf dem Ar­beits­markt steht.

Die Ber­tels­mann-Stif­tung hat in ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Be­fra­gung un­ter mehr als 10.000 Mus­li­men und Nicht-Mus­li­men in Deutsch­land, der Schweiz, Ös­ter­reich, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en die­ses The­ma ge­nau­er un­ter­sucht und ei­nen Ver­gleich zwi­schen den Län­dern an­ge­stellt.

Bei der Un­ter­su­chung wur­den nur Mus­li­me be­rück­sich­tigt, die seit 2010 oder län­ger im je­wei­li­gen Land leb­ten.

Im Er­geb­nis konn­te Deutsch­land vor al­lem bei der Ein­glie­de­rung der Ein­wan­de­rer in den Ar­beits­markt punk­ten. Rund 60 Pro­zent von Ih­nen ar­bei­ten - eben­so wie der Bun­des­durch­schnitt - in Voll­zeit. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te liegt mit fünf Pro­zent so­gar un­ter dem von Nicht-Mus­li­men (sie­ben Pro­zent).

Zu­dem wach­sen et­wa 73 Pro­zent der in Deutsch­land ge­bo­re­nen Kin­der mus­li­mi­scher Ein­wan­de­rer mit Deutsch als ers­ter Spra­che auf. Die Quo­te der mus­li­mi­schen Schul­ab­bre­cher, die vor dem 17. Le­bens­jahr die Schu­le oh­ne Ab­schluss ver­las­sen, ist in Deutsch­land mit 36 Pro­zent je­doch ver­gleichs­wei­se hoch. In Frank­reich liegt die­ser An­teil nur bei elf Pro­zent, was laut dem Be­richt auf die un­ter­schied­li­chen Schul­sys­te­me zu­rück­zu­füh­ren ist. Trotz der hö­he­ren Ab­schluss­quo­te herrscht bei den mus­li­mi­schen Ein­wan­de­rern in Frank­reich ei­ne über­durch­schnitt­lich ho­he Ar­beits­lo­sig­keit.

Ste­phan Vo­pel, Ex­per­te für ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt der Ber­tels­mann Stif­tung sag­te da­zu bei der Vor­stel­lung der Stu­die: "Der in­ter­na­tio­na­le Ver­gleich zeigt, dass nicht Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit über die Er­folgs­chan­cen von In­te­gra­ti­on ent­schei­det, son­dern staat­li­che und wirt­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen."

In der Bun­des­re­pu­blik hät­ten es hoch­re­li­giö­se Mus­li­me al­ler­dings schwe­rer bei der Ein­glie­de­rung als die we­ni­ger from­men Gläu­bi­gen. In Groß­bri­tan­ni­en gibt es der Un­ter­su­chung zu­fol­ge dies­be­züg­lich kaum Un­ter­schie­de.

Kri­tik für die Stu­die gab es von Det­lef Pol­lack, Re­li­gi­ons­so­zio­lo­ge des Ex­zel­lenz­clus­ters "Re­li­gi­on und Po­li­tik". Er be­män­gel­te, dass die Stu­die le­dig­lich die Be­din­gun­gen der auf­neh­men­den Staa­ten be­leuch­te. "Wir müs­sen aber doch auch be­rück­sich­ti­gen, was die, die kom­men, von sich aus mit­brin­gen, da­mit die In­te­gra­ti­on funk­tio­niert", so Pol­lack.


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Letzte Überarbeitung: 28. August 2017

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