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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/156

Kann Deutsch­land die Voll­be­schäf­ti­gung er­rei­chen?

Das In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung hat sich mit dem The­ma Voll­be­schäf­ti­gung be­fasst und da­mit, ob die­se er­reicht wer­den kann
Stellenanzeige in der Zeitung, Stellenmarkt, Arbeitsmarkt

28.06.2018. (dpa/wie) - Der Ar­beits­markt boomt wie nie und die gro­ße Ko­ali­ti­on hat im Ko­ali­ti­ons­ver­trag die Voll­be­schäf­ti­gung als Ziel der Ar­beits­markt- und Wirt­schafts­po­li­tik aus­ge­ge­ben (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/037 „Gro­Ko“ will Teil­zeit- und Be­fris­tungs­recht an­pas­sen). Doch wann die Voll­be­schäf­ti­gung tat­säch­lich als er­reicht gilt, ist um­strit­ten.

"Die ei­ne De­fi­ni­ti­on gibt es nicht", sagt der Pro­gno­se-Chef des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB), En­zo We­ber. Volks­wir­te spre­chen in der Re­gel bei ei­ner Ar­beits­lo­sen­quo­te von zwei bis drei Pro­zent, al­so et­was mehr als ei­ner Mil­li­on Ar­beits­lo­se, von Voll­be­schäf­ti­gung. An­de­re se­hen das Ziel be­reits bei vier bis fünf Pro­zent als er­reicht an.

Laut ei­ner IAB-Stu­die ist Voll­be­schäf­ti­gung ein Zu­stand, in dem je­der der Ar­bei­ten kann und will auch Ar­beit be­kommt. Da­bei ge­he es, so We­ber, nicht dar­um, "dass al­le gleich­zei­tig im­mer Ar­beit ha­ben" son­dern dass die rich­ti­gen Leu­te mit den rich­ti­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen zu den rich­ti­gen Stel­len ge­bracht wür­den. Denn al­le Men­schen in ir­gend­ei­nen Job zu pres­sen sei "nicht der Sinn ei­nes Ar­beits­markts".

Des­halb wer­de es auch im­mer ei­ne Such­ar­beits­lo­sig­keit ge­ben. Dem Chef der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA), Det­lef Schee­le zu­fol­ge gibt es im Mo­nat et­wa 600.000 Men­schen die sich bei der BA an- und ab­mel­den, weil sie ent­we­der ih­ren Job ge­kün­digt oder ei­nen neu­en ge­fun­den ha­ben.

Dass es ei­nes Ta­ges nur noch Such­ar­beits­lo­sig­keit gibt, hält We­ber nicht für mög­lich. Das lie­ge vor al­lem an Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit auf­grund feh­len­der Qua­li­fi­ka­tio­nen oder ge­sund­heit­li­cher Ein­schrän­kun­gen. Pro­ble­ma­tisch auf dem Weg zur Voll­be­schäf­ti­gung sei­en zu­dem die re­gio­na­len Un­ter­schie­de, wie IAB-Chef Joa­chim Möl­ler er­klärt. So hät­te man in Bay­ern und Ba­den-Würt­tem­berg die Voll­be­schäf­ti­gung im Prin­zip schon er­reicht, wäh­rend man z.B. im Ruhr­ge­biet da­von "weit ent­fernt" sei. Eben­so ver­hal­te es sich mit dem Ost-West-Ge­fäl­le in der Bun­des­re­pu­blik.


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Letzte Überarbeitung: 4. Juli 2018

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