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Kaum be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen durch Braun­koh­le-Aus­stieg

Auch bei ei­nem be­schleu­nig­ten Aus­stieg aus dem Braun­koh­le­berg­bau müs­sen sich die meis­ten Ar­bei­ter nicht um ih­ren Job sor­gen
Kohleausstieg, Bergbau Braunkohle, Braunkohletagebau Garzweiler

26.07.2018. (dpa/wie) - Im Braun­koh­le­berg­bau in Nord­rhein-West­fa­len, Bran­den­burg, Sach­sen und Sach­sen-An­halt gibt es Be­fürch­tun­gen, dass der an­ste­hen­de Koh­le­aus­stieg Deutsch­lands mas­si­ve Struk­tur­brü­che und da­mit auch Stel­len­strei­chun­gen mit sich bringt.

Das In­sti­tut für an­ge­wand­te Öko­lo­gie (Okö-In­sti­tut) teil­te nun auf Grund­la­ge ei­ner Stu­die mit, dass auch ein be­schleu­nig­ter Koh­le­aus­stieg nur ge­rin­ge Aus­wir­kun­gen auf Ar­beits­plät­ze ha­ben wird. "Der Struk­tur­wan­del ver­läuft vor al­lem im Braun­koh­le­berg­bau ent­lang der na­tür­li­chen Al­ters­gren­zen", hieß es in ei­ner Mit­tei­lung des In­sti­tuts, das die Aus­wir­kun­gen auf den Ar­beits­markt im Auf­trag des Um­welt­bun­des­amts be­rech­net hat.

Laut der Stu­die ge­be es im Jahr 2030 noch ins­ge­samt 8.000 Be­schäf­tig­te in der Braun­koh­le­för­de­rung und in der Strom­er­zeu­gung, wenn der Koh­le­aus­stieg so be­schleu­nigt wür­de, dass die Kli­ma­zie­le er­reicht wer­den. En­de 2015 ar­bei­te­ten rund 15.400 Men­schen im Braun­koh­le­berg­bau und 5.400 in Braun­koh­le­kraft­wer­ken. Da­von sind al­ler­dings über die Hälf­te be­reits 50 Jah­re und äl­ter. Bis 2030 wer­den laut der Aus­wer­tung be­reits zwei Drit­tel der Be­schäf­tig­ten in den Ru­he­stand ge­hen.

Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen sei­en dem­nach kaum nö­tig, so die Wis­sen­schaft­ler. En­er­gie- und Kli­ma­schutz­ex­per­te Hau­ke Her­mann teil­te mit, dass "die Ge­fahr zahl­lo­ser Kün­di­gun­gen" sehr ge­ring sei. Mit den vor­lie­gen­den Da­ten ist er je­doch nicht voll­ends zu­frie­den. "In­ter­es­sant wä­re, wenn ak­tu­el­le­re Da­ten so­wohl für die ein­zel­nen Re­vie­re des Braun­koh­le-Berg­baus als auch für die Braun­koh­le-Kraft­wer­ke ver­füg­bar ge­macht wer­den könn­ten", schrieb Her­mann in der Stu­die. Zu­dem wur­den die Aus­wir­kun­gen auf in­di­rekt mit Koh­le zu­sam­men­hän­gen­de Jobs nicht un­ter­sucht.

Bis En­de des Jah­res soll ei­ne Kom­mis­si­on ei­nen Aus­stiegs­plan er­stel­len, um den Struk­tur­wan­del oh­ne gro­ße Brü­che zu ge­stal­ten.


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Letzte Überarbeitung: 3. August 2018

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