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Kehrt­wen­de bei Re­al-Ver­kauf

Die Ver­hand­lung um Re­al er­fährt ei­ne Kehrt­wen­de. Ein neu­er In­ter­es­sent kommt ins Spiel, der Re­al als Gan­zes über­neh­men will
Mitarbeiter und Mitarbeiterin im Supermarkt, Einzelhandel

05.12.2019. (dpa/fle) - Der Ver­kauf der Su­per­markt­ket­te Re­al mit ih­ren rund 37.000 Mit­ar­bei­tern wird im­mer mehr zur Hän­ge­par­tie.

Der Han­dels­kon­zern Me­tro hat die Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen mit dem Im­mo­bi­li­en­kon­zern Re­dos ge­stoppt und will jetzt mit ei­nem Kon­sor­ti­um um den In­ves­tor X-Bricks ins Ge­schäft kom­men.

Die Un­ter­zeich­nung ei­nes Kauf­ver­trags wer­de bis zum 30. Ja­nu­ar kom­men­den Jah­res an­ge­strebt, teil­te Me­tro am Don­ners­tag mit.

Me­tro hat­te die schwä­cheln­de Su­per­markt­ket­te mit vie­len gro­ßen Ge­schäf­ten auf der grü­nen Wie­se be­reits im Sep­tem­ber 2018 zum Ver­kauf ge­stellt. Doch die Käu­fer­su­che ge­stal­te­te sich schwie­rig. Die Ver­hand­lun­gen mit Re­dos zo­gen sich seit Mai hin.

X-Bricks und die SCP Group wol­len Re­al als Gan­zes über­neh­men - ein­schließ­lich des On­line-Markt­plat­zes und der 80 im Ei­gen­tum der Me­tro be­find­li­chen Im­mo­bi­li­en. Der Groß­teil der Stand­or­te soll an an­de­re Händ­ler ab­ge­ge­ben wer­den. Dies soll aber un­ab­hän­gig von dem Ver­kauf von Re­al an das Kon­sor­ti­um er­fol­gen. Ein Teil der Re­al-Märk­te soll wei­ter­ge­führt, ei­ni­ge Stand­or­te sol­len ge­schlos­sen wer­den. Me­tro könn­ten nach dem mo­men­ta­nen Ver­hand­lungs­stand durch den Ver­kauf et­wa 500 Mil­lio­nen EUR net­to zu­flie­ßen, so der Kon­zern.

Was ein Ver­kauf an X-Bricks für die Re­al-Be­schäf­tig­ten be­deu­ten könn­te, ist noch un­klar. Von Me­tro hieß es le­dig­lich, es sei Ziel, die Händ­ler ver­trag­lich zur Über­nah­me der Re­al-Mit­ar­bei­ter zu ver­pflich­ten.

Die Ge­werk­schaft Ver­di for­der­te Si­cher­hei­ten für die Ar­beit­neh­mer. Man wer­de "je­dem in­fra­ge kom­men­den Käu­fer klar ma­chen, dass es hier nicht nur um Im­mo­bi­li­en geht, son­dern um die Exis­tenz von 34.000 Men­schen und ih­ren Fa­mi­li­en", sag­te Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. Die For­de­run­gen der Ge­werk­schaft än­der­ten sich bei ei­nem neu­en Kauf­in­ter­es­sen­ten nicht. "Wir wol­len ei­ne nach­hal­ti­ge Si­che­rung der Ar­beits­plät­ze, den Schutz der Ver­di-Ta­rif­ver­trä­ge, Si­cher­heit für die Be­schäf­tig­ten durch die ge­wähl­ten Be­triebs­rä­te und kei­ne Aus­glie­de­rung an selb­stän­di­ge Kauf­leu­te."

Auch Re­dos woll­te den Groß­teil der Re­al-Stand­or­te an Wett­be­wer­ber wei­ter­ge­ben. Deutsch­lands größ­ter Le­bens­mit­tel­händ­ler Ede­ka woll­te 87 Fi­lia­len über­neh­men. Das Bun­des­kar­tell­amt hat­te En­de No­vem­ber ei­ne ver­tief­te Prü­fung die­ses Teils des Kaufs an­ge­kün­digt. Ede­ka woll­te sich "aus Wett­be­werbs­grün­den" nicht zur Ent­schei­dung von Me­tro äu­ßern, die Ver­hand­lun­gen mit Re­dos ab­zu­bre­chen. Ein Re­dos-Spre­cher sag­te der "Wirt­schafts­Wo­che", man sei wei­ter über­zeugt, dass das mit Me­tro ver­han­del­te Kon­zept stim­me und um­ge­setzt wer­den kön­ne: "Wir wer­den den Pro­zess be­ob­ach­ten und blei­ben ge­sprächs­be­reit."

X-Bricks in­ves­tiert nach ei­ge­nen An­ga­ben in Im­mo­bi­li­en wie Su­per­märk­te, Dis­coun­ter oder Fach­markt­zen­tren. Mie­ter sind gro­ße Ein­zel­han­dels­ket­ten wie Kauf­land, Rewe, Lidl oder Al­di.

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Letzte Überarbeitung: 5. Dezember 2019

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