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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/213

Kom­bi-Kur­se für Flücht­lin­ge

Seit fast ei­nem Jahr bie­tet die Bun­des­agen­tur für Ar­beit In­te­gra­ti­ons­kur­se für Flücht­lin­ge an, bei de­nen Sprach­un­ter­richt und Be­rufs­vor­be­rei­tung ver­bun­den wer­den.
Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt durch Sprachkurs

14.08.2017. (dpa/wie) - Die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen auf dem Ar­beits­markt ist und bleibt ein wich­ti­ges und ak­tu­el­les The­ma. Dem­ent­spre­chend den­ken sich Ar­beits­agen­tu­ren und Job­cen­ter im­mer neue Mög­lich­kei­ten aus, die Chan­cen für die Asyl­su­chen­den auf ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit in Deutsch­land zu er­hö­hen.

So gibt es bei­spiels­wei­se in Sach­sen das Pro­jekt "Per­spek­ti­ve für Flücht­lin­ge", bei dem in ei­nem Lehr­gang die Qua­li­fi­ka­tio­nen und Nei­gun­gen er­mit­telt wer­den, um im Er­folgs­fall ei­ne Aus­bil­dungs­emp­feh­lung zu ge­ben (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 16/253 Ar­beits­agen­tur wer­tet Pro­gramm für Flücht­lin­ge als Er­folg).

In Un­ter­fran­ken wer­den so­ge­nann­te Job-Coa­ches aus­ge­bil­det, die den oft­mals mit der deut­schen Bü­ro­kra­tie und Äm­tern über­for­der­ten Flücht­lin­gen bei der Job­su­che zur Sei­te ste­hen sol­len (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/064 Job-Coa­ches brin­gen Flücht­lin­ge in Ar­beit).

Nun hat sich der Chef der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Det­lef Schee­le, zu ei­nem seit Ok­to­ber letz­ten Jah­res lau­fen­den Pro­jekt ge­äu­ßert, wel­ches den Ge­flüch­te­ten die deut­sche Spra­che nä­her­brin­gen und gleich­zei­tig ei­ne ge­ziel­te be­ruf­li­che För­de­rung be­inhal­ten soll.

Bis­lang ha­ben 21.360 Asyl­be­rech­tig­te die­se "Kom­bi-Kur­se" in An­spruch ge­nom­men. Plät­ze gibt es al­ler­dings ins­ge­samt 43.000. Dass so vie­le Plät­ze nicht ge­nutzt wur­de, liegt laut Schee­le an Start­schwie­rig­kei­ten hin­sicht­lich der Ver­knüp­fung von In­te­gra­ti­ons­kur­sen des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) und den von den Job­cen­tern ver­mit­tel­ten ar­beits­welt­be­zo­ge­nen Kur­sen. Die­se sol­len je­doch durch kürz­lich be­schlos­se­ne Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chun­gen be­ho­ben wer­den.

Au­ßer­dem sei es "zu­nächst nicht über­all ge­lun­gen, Teil­neh­mern von In­te­gra­ti­ons­kur­sen auch ei­nen da­zu pas­sen­den be­rufs­be­zo­ge­nen Kurs an­zu­bie­ten", so der Agen­tur-Chef. Ein wei­te­res an­fäng­li­ches Pro­blem sei­en die Fahrt­kos­ten der Flücht­lin­ge zum Kurs­ort ge­we­sen. Dies sei mitt­ler­wei­le eben­falls ge­klärt.

Zum Ab­lauf sag­te Schee­le be­reits zu Be­ginn des Pro­jekts: "Wir be­gin­nen die Maß­nah­men mit ei­nem ho­hen Sprach­kurs­an­teil und er­gän­zen­den be­ruf­li­chen Ele­men­ten. Die be­ruf­li­chen An­tei­le neh­men von Mo­nat für Mo­nat zu, wäh­rend Sprach­kurs­an­tei­le nach und nach ab­neh­men." Da­zu er­klär­te er: "Ein Flücht­ling, der als Mau­rer ge­ar­bei­tet hat, soll­te für ei­ne ge­wis­se Zeit ei­ne För­der­maß­nah­me ab­sol­vie­ren, bei der die Kom­pe­ten­zen als Mau­rer er­fasst und er­probt wer­den."

Die­se Kom­bi-Kur­se sei­en ein wich­ti­ger Bei­trag der Bun­des­agen­tur für Ar­beit zur früh­zei­ti­gen Vor­be­rei­tung der Flücht­lin­ge auf die deut­sche Ar­beits­welt.


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Letzte Überarbeitung: 8. November 2018

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