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Kran­ken­kas­sen droht Mil­li­ar­den-De­fi­zit

Ak­tu­ell ma­chen die ge­setz­li­chen Kas­sen Über­schüs­se. Ei­ne Pro­gno­se geht für die Zu­kunft aber von Mil­li­ar­den-De­fi­zi­ten aus
Chipkarten von Krankenversicherungen

09.10.2019. (dpa/fle) - Nach Jah­ren mit Mil­li­ar­den-Über­schüs­sen dro­hen den ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV) ei­ner Pro­gno­se zu­fol­ge in ei­ni­gen Jah­ren wie­der De­fi­zi­te.

Im Jahr 2040 wer­de sich das Mi­nus auf fast 50 Mil­li­ar­den EUR be­lau­fen, wenn die Po­li­tik nicht früh­zei­tig ge­gen­steue­re, heißt es in ei­ner am Mitt­woch in Gü­ters­loh ver­öf­fent­lich­ten Be­rech­nung im Auf­trag der Ber­tels­mann Stif­tung.

Der Bei­trags­satz müss­te dem­nach von der­zeit 14,6 Pro­zent bis zum Jahr 2040 schritt­wei­se auf 16,9 Pro­zent er­höht wer­den, um er­war­te­te Aus­ga­ben­stei­ge­run­gen ab­zu­de­cken.

Es zeich­ne sich ab, dass sich spä­tes­tens ab Mit­te der 2020er Jah­re die Sche­re zwi­schen Ge­sund­heits­aus­ga­ben und Bei­trags­ein­nah­men "wie­der in Rich­tung De­fi­zit" öff­nen wer­de. Ein we­sent­li­cher Trei­ber sei die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung - mit ei­nem stei­gen­den An­teil äl­te­rer Men­schen, die eher Ge­sund­heits­leis­tun­gen in An­spruch neh­men, wie die Au­to­ren vom In­sti­tut für Ge­sund­heits- und So­zi­al­for­schung (Iges) schrei­ben. Vor al­lem aber sin­ke mit dem Ein­tritt der ge­bur­ten­star­ken Jahr­gän­ge ins Ren­ten­al­ter de­ren Bei­trag zu den GKV-Ein­nah­men.

Auf wich­ti­ge Ein­fluss­fak­to­ren für die Fi­nanz­si­tua­ti­on der GKV - Ent­wick­lung der Be­schäf­ti­gung und der Ein­kom­men oder die Preis­ent­wick­lung in Ge­sund­heits­we­sen - ha­be die Po­li­tik kei­nen di­rek­ten Ein­fluss, sag­te Stif­tungs­ex­per­te Ste­fan Et­ge­ton. Es ge­be aber wir­kungs­vol­le po­li­ti­sche In­stru­men­te, um ei­nem De­fi­zit ent­ge­gen­zu­wir­ken: So könn­ten et­wa Über­ka­pa­zi­tä­ten im Kli­nik­be­reich ab­ge­baut wer­den, um Kos­ten zu spa­ren.

Der Bun­des­zu­schuss - das sind Steu­er­mit­tel - für die GKV von ak­tu­ell jähr­lich 14,5 Mil­li­ar­den EUR sol­le stu­fen­wei­se stei­gen, emp­fiehlt die Stif­tung. Wol­le man den all­ge­mei­nen Bei­trags­satz (oh­ne Zu­satz­bei­trag) sta­bil auf rund 15 Pro­zent hal­ten, müs­se der Zu­schuss ab 2028 al­le zwei Jah­re er­höht wer­den - die­ser wür­de dann 2040 rund 70 Mil­li­ar­den EUR be­tra­gen, kal­ku­liert die Stu­die.

Der­zeit liegt der Bei­trags­satz bei 14,6 Pro­zent. Die Kas­sen kön­nen zu­dem in­di­vi­du­ell ei­nen Zu­satz­bei­trag fest­le­gen. Für 2018 hat­te das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um für die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen ei­nen Über­schuss von zwei Mil­li­ar­den EUR ge­mel­det, 2017 wa­ren es drei Mil­li­ar­den ge­we­sen. En­de 2018 be­tru­gen die Rück­la­gen der Kas­sen 21 Mil­li­ar­den EUR. Der GKV-Spit­zen­ver­band er­war­te­te zu­letzt trotz schwä­che­rer Kon­junk­tur­aus­sich­ten vor­erst wei­ter ro­bus­te Ein­nah­men, warn­te im Som­mer aber auch vor deut­li­chen Aus­ga­ben­ri­si­ken.

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Letzte Überarbeitung: 9. Oktober 2019

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