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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/119

Kri­tik an Be­fris­tun­gen bei der Post

Nicht zu vie­le Krank­heits­ta­ge und ma­xi­mal zwei Un­fäl­le mit Fahr­zeu­gen sind bei der Deut­schen Post die Vor­aus­set­zun­gen für die Ent­fris­tung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses
Deutsche Post, Postbote, Briefträger

17.05.2018. (dpa/wie) - Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag be­rich­te­te die Zei­tung "Bild am Sonn­tag" un­ter Be­ru­fung auf Kon­zern­un­ter­la­gen, dass ein Fünf­tel der Brief- und Pa­ket­zu­stel­ler bei der Deut­schen Post nur be­fris­tet be­schäf­tigt wä­ren. Vie­le da­von hät­ten so­gar ei­ne Lauf­zeit von we­ni­ger als drei Mo­na­ten.

Ins­ge­samt sei­en es im Jahr 2017 fast 15.000 be­fris­tet Be­schäf­tig­te ge­we­sen. Ein Post-Spre­cher sag­te da­zu, man ge­he "sehr ver­ant­wor­tungs­be­wusst mit dem In­stru­ment der Be­fris­tung" um. "Al­lein letz­tes Jahr ha­ben wir 9000 be­fris­te­te Ar­beits­plät­ze in un­be­fris­te­te um­ge­wan­delt und zu­dem in die­sem Jahr be­reits 2500 un­be­fris­te­te Jobs ge­schaf­fen", be­ton­te die Deut­sche Post.

Des Wei­te­ren äu­ßer­te Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) kürz­lich Kri­tik zur Ent­fris­tungs­pra­xis bei dem Bon­ner Kon­zern. Dem­nach kön­ne sich ein be­fris­tet An­ge­stell­ter nicht mehr als 20 Krank­heits­ta­ge und zwei Un­fäl­le mit Fahr­zeu­gen des Un­ter­neh­mens in den ers­ten zwei Jah­ren er­lau­ben, wenn er an­schlie­ßend ei­nen un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag er­hal­ten möch­te.

Des­halb wer­de der Bund, der über die Staats­bank Kfw knapp 21 Pro­zent des Dax-Un­ter­neh­mens hält, sei­nen Ein­fluss nut­zen, um die­se Vor­aus­set­zun­gen zu än­dern, so Scholz. Der Per­so­nal­vor­stand Tho­mas Ogil­vie wi­der­sprach ge­gen­über der "Süd­deut­schen Zei­tung" am Don­ners­tag der Kri­tik. "Wir wer­den an den Eck­punk­ten fest­hal­ten, denn sie ha­ben sich in der Pra­xis be­währt und sind ar­beits­recht­lich nicht zu be­an­stan­den."

Da man nicht will­kür­li­che dar­über ent­schei­den wol­le, wer ei­nen un­be­fris­te­ten Ver­trag er­hält und wer nicht, brau­che man Kri­te­ri­en, so wie je­der an­de­re Ar­beit­ge­ber auch, ver­tei­dig­te Ogil­vie das Vor­ge­hen. Zu­dem hät­ten die Ver­ant­wort­li­chen vor Ort Spiel­räu­me bei der Ent­schei­dung. "Wenn es ei­ne Grip­pe­wel­le gab oder je­mand ei­nen Sport­un­fall mit lan­ger Aus­fall­zeit hat­te, kann von den Eck­punk­ten durch­aus ab­ge­wi­chen wer­den."


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Letzte Überarbeitung: 27. August 2018

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