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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/029

Land­arzt-Quo­te im Me­di­zin-Stu­di­um

In Zu­kunft soll ei­ne Quo­te bei der Ver­ga­be von Me­di­zin­stu­di­en­plät­zen da­für sor­gen, dass mehr Ärz­te aufs Land ge­hen
Chefarzt

11.02.2020. (dpa/fle) - Lan­ge ist über ei­ne Land­arzt-Quo­te in Rhein­land-Pfalz de­bat­tiert wor­den, nun wird es kon­kret: Ab dem kom­men­den Win­ter­se­mes­ter wer­den erst­mals Me­di­zin­stu­di­en­plät­ze auch über die­ses Ver­fah­ren ver­ge­ben.

Zu­sätz­lich wer­den Plät­ze an In­ter­es­sen­ten ver­ge­ben, die sich für ei­ne spä­te­re Ar­beit in ei­nem Ge­sund­heits­amt ver­pflich­ten.

Das Ka­bi­nett in Mainz be­schloss am Diens­tag die ent­spre­chen­den Lan­des­ver­ord­nun­gen, wie das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um in Mainz mit­teil­te.

Für Be­wer­ber steht vom 1. bis 31. März ein On­line-Por­tal be­reit, auf dem die nö­ti­gen Un­ter­la­gen hoch­ge­la­den wer­den kön­nen. Die Land­arzt-Quo­te sieht vor, dass von jähr­lich rund 430 Me­di­zin­stu­di­en­plät­zen im Land et­wa 27 an Per­so­nen ge­hen, die sich spä­ter zehn Jah­re als Haus­arzt in ei­nem Ge­biet mit ak­tu­el­ler oder künf­tig dro­hen­der Un­ter­ver­sor­gung ver­pflich­ten. Das ent­spricht ei­nem An­teil von 6,3 Pro­zent. Zu­dem sind 1,5 Pro­zent der Stu­di­en­plät­ze - sechs Plät­ze - für an­ge­hen­de Me­di­zi­ner vor­ge­se­hen, die sich für den öf­fent­li­chen Ge­sund­heits­dienst (ÖGD) ver­pflich­ten. Ins­ge­samt geht es al­so um 33 Stu­die­ren­de pro Jahr so­wie 16 bis 17 pro Se­mes­ter.

Der ge­sund­heits­po­li­ti­sche Spre­cher der op­po­si­tio­nel­len CDU-Frak­ti­on, Chris­toph Gensch, warf der Lan­des­re­gie­rung halb­her­zi­ges Han­deln vor. An­ge­sichts der lan­gen Aus­bil­dungs­zeit bei Me­di­zi­nern daue­re es nach dem Mo­dell der Am­pel-Ko­ali­ti­on viel zu lan­ge, bis jun­ge Ärz­te zur Ent­las­tung zur Ver­fü­gung stün­den. Be­reits nach dem ei­gent­li­chen Me­di­zin­stu­di­um sei­en sie voll aus­ge­bil­det und könn­ten par­al­lel zur Fach­arzt­aus­bil­dung in un­ter­ver­sorg­ten Ge­bie­ten ein­ge­setzt wer­den. Die Re­gie­rung wol­le aber, dass sie erst ih­re Fach­aus­bil­dung ab­sol­vier­ten. Das Grund­pro­blem sei, dass es zu we­nig Stu­di­en­plät­ze für Hu­man­me­di­zin ge­be.

Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Sa­bi­ne Bät­zing-Lich­tent­hä­ler (SPD) nann­te die Land­arzt- und ÖGD-Quo­te ein "wich­ti­ges Pro­jekt", das nun in die Um­set­zung star­te. Es sei Teil der lang­fris­ti­gen Stra­te­gie des Lan­des zur Si­cher­stel­lung der ärzt­li­chen Ver­sor­gung. Nach der Be­wer­bungs­pha­se im März folgt laut Mi­nis­te­ri­um ei­ne Vor­aus­wahl. Be­rück­sich­tigt wür­den da­bei et­wa das Er­geb­nis ei­nes fach­spe­zi­fi­schen Stu­dier­fä­hig­keits­tests, die Be­rufs­er­fah­rung so­wie eh­ren­amt­li­che und prak­ti­sche Tä­tig­kei­ten der In­ter­es­sen­ten. Es wür­den dop­pelt so vie­le Kan­di­da­ten zu Aus­wahl­ge­sprä­chen ein­ge­la­den, wie am En­de Plät­ze zu ver­ge­ben sei­en, be­vor dann die Ver­ga­be er­fol­ge.

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Letzte Überarbeitung: 11. Februar 2020

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