HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/313

Me­tall­bran­che rech­net 2019 mit schwä­che­rem Wachs­tum

Die Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie geht zwar op­ti­mis­tisch ins neue Jahr. Trotz­dem be­rei­ten der Fach­kräf­te­man­gel und der Um­stieg auf Elek­tro­fahr­zeu­ge vie­len Un­ter­neh­men Sor­gen
Ansteigendes Diagramm mit Jahreszahlen, Anstieg, Zuwachs

27.12.2018. (dpa/fle) - Die Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie stellt sich für 2019 auf Zu­wäch­se bei Pro­duk­ti­on und Ar­beits­plät­zen ein - al­ler­dings mit ge­brems­ten Tem­po.

"Wir rech­nen mit ei­nem leich­ten Rück­gang des Wachs­tums auf 1,5 Pro­zent im nächs­ten Jahr", sag­te der Prä­si­dent des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Ge­samt­me­tall, Rai­ner Dul­ger, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

"Das ist ei­ne Ab­küh­lung, aber mehr noch nicht." Für die­ses Jahr er­war­tet Ge­samt­me­tall ei­nen Pro­duk­ti­ons­an­stieg von re­al 2,0 bis 2,5 Pro­zent.

Auch IG-Me­tall-Chef Jörg Hof­mann sieht kurz­fris­tig kei­ne grö­ße­ren kon­junk­tu­rel­len Pro­ble­me auf die Bran­che zu­kom­men. Die öko­no­mi­schen Grund­da­ten sei­en al­le po­si­tiv, es ge­be aber er­heb­li­che Ri­si­ken wie den Brex­it, den Han­dels­kon­flikt zwi­schen USA und Chi­na oder die Un­si­cher­hei­ten um die Sta­bi­li­tät der Eu­ro­päi­schen Uni­on.

Der­zeit hält der Be­schäf­ti­gungs­zu­wachs in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie an. "Es sind noch vie­le of­fe­ne Stel­len da", sag­te Ge­samt­me­tall-Chef Dul­ger. Bei aus­ge­bil­de­ten Me­tall­fach­ar­bei­tern ge­be es fast drei freie Stel­len pro ar­beit­su­chen­dem Fach­ar­bei­ter. Seit dem En­de der Fi­nanz­kri­se 2010 bis Ok­to­ber 2018 ha­be die Bran­che 600.000 neue Stamm­ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen. Im Ok­to­ber wa­ren es 4,038 Mil­lio­nen, rund 120.000 mehr als ein Jahr zu­vor.

Der Man­gel an Fach­kräf­ten hat sich nach den Wor­ten Dul­gers ver­schärft. "Es gibt im­mer mehr mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men, die sa­gen, sie könn­ten mehr ma­chen, wenn sie die rich­ti­gen Leu­te hät­ten", sag­te der Ver­bands­chef. Nach der jüngs­ten Be­fra­gung ge­be es in je­dem vier­ten Un­ter­neh­men der Me­tall­bran­che Pro­duk­ti­ons­be­hin­de­run­gen we­gen feh­len­der Ar­beits­kräf­te. Das Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz sei des­halb "ge­nau der Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, den wir uns ge­wünscht ha­ben". Es sei da­mit zu rech­nen, dass In­ge­nieu­re, Phy­si­ker, Che­mi­ker, Pro­gram­mie­rer und an­de­re aus dem Aus­land vie­le freie Stel­len in den Be­trie­ben be­set­zen könn­ten.

Die deut­sche Au­to­mo­bil­in­dus­trie steht al­ler­dings vor ei­nem ge­wal­ti­gen Struk­tur­wan­del - mit un­ge­wis­sem Aus­gang. "Wir rech­nen un­ge­fähr mit 200.000 Ar­beits­plät­zen, die in Fol­ge der Elek­tro­mo­bi­li­tät nicht mehr in der Bran­che zur Ver­fü­gung ste­hen. Das trifft be­stimm­te Re­gio­nen ex­trem hart", sag­te der Ers­te Vor­sit­zen­de der IG Me­tall, Jörg Hof­mann, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Das sei­en bei­spiels­wei­se das Saar­land, Em­den oder länd­li­che Re­gio­nen, in de­nen Zu­lie­fe­rer häu­fig die ein­zi­gen in­dus­tri­el­len Ar­beit­ge­ber sei­en. Die­se wür­den noch här­ter ge­trof­fen als die Mar­ken­her­stel­ler selbst. Da­ge­gen gä­be es ge­ra­de 30.000 bis 40.000 neue Jobs für Kom­po­nen­ten der Elek­tro­mo­bi­li­tät, wenn die­se denn in Deutsch­land ge­fer­tigt wür­den.

Um den von 2030 an gel­ten­den CO2-Grenz­wert für Au­tos in Eu­ro­pa ein­zu­hal­ten, sei nach sei­ner Ein­schät­zung ei­ne Quo­te von fast 50 Pro­zent Elek­tro­fahr­zeu­gen in Deutsch­land bei den Neu­zu­las­sun­gen not­wen­dig, sag­te der IG-Me­tall-Chef. Die Kon­zer­ne steu­er­ten jetzt um und müss­ten vor­aus­sicht­lich noch ra­di­ka­ler vor­ge­hen als bis­lang et­wa bei VW an­ge­kün­digt. Bei dem Au­to­bau­er könn­ten beim Hoch­fah­ren der Stro­mer-Pro­duk­ti­on an den Stand­or­ten Em­den und Han­no­ver ins­ge­samt bis zu 7.000 Stel­len weg­fal­len. Die nö­ti­ge Strom-In­fra­struk­tur sei eben­so un­ge­klärt wie die Fra­ge, ob Kun­den tat­säch­lich be­reit sei­en, E-Au­tos zu den dann gel­ten­den Be­din­gun­gen zu kau­fen, sag­te Hof­mann.

Ent­schei­dun­gen über den Ab­bau von Ar­beits­plät­zen wür­den jetzt ge­trof­fen, warn­te Hof­mann. Falls es mit der E-Mo­bi­li­tät nicht klap­pe, kehr­ten die Jobs si­cher nicht zu­rück. "Es soll kei­ner glau­ben, dass man in Deutsch­land noch ein­mal zu­rück in­ves­tiert in klas­si­sche Ver­bren­ner­tech­no­lo­gie. Die Ar­beits­plät­ze sind auf Dau­er ver­lo­ren. Es wird Va­ban­que ge­spielt mit ei­nem kom­plett of­fe­nen Aus­gang."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 21. Juni 2019

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de