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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/046

Me­tall­in­dus­trie ringt um Zu­kunfts­pakt

Die Ver­tre­ter der Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber rin­gen dar­um, wie ein ra­san­ter Bran­chen­wan­del ge­lin­gen kann
Geschäftsleute vor einem Problem, Betriebsrat

05.03.2020. (dpa/fle) - Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die 140.000 Be­schäf­tig­ten in der nord­deut­schen Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie wer­den nach der zwei­ten Run­de Mit­te März in Bre­men fort­ge­setzt.

Das kün­dig­ten die Ta­rif­part­ner am Don­ners­tag nach mehr­stün­di­gen Ver­hand­lun­gen an.

In Ham­burg hat­ten die Ver­hand­lungs­füh­rer der IG Me­tall Küs­te und des Ar­beit­ge­ber­ver­bands Nord­me­tall nach Lö­sun­gen für die Her­aus­for­de­run­gen der Bran­che ge­sucht. Die­se un­ter­liegt durch Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se wie der Di­gi­ta­li­sie­rung ei­nem enor­men Struk­tur­wan­del.

Ver­han­delt wird für die Me­tal­ler in Nord­west-Nie­der­sach­sen, wo die IG Me­tall ei­ge­nen An­ga­ben zu­fol­ge 50.350 Mit­glie­der hat, in Ham­burg (46.100) und Bre­men (39.300). In Schles­wig-Hol­stein (33.200) und Meck­len­burg-Vor­pom­mern (14.750) spie­geln ge­rin­ge­re Mit­glie­der­zah­len die schwä­che­re in­dus­tri­el­le Struk­tur wi­der. Die Ar­beit­ge­ber wa­ren bun­des­weit auf ein An­ge­bot der IG Me­tall ein­ge­gan­gen, ab­seits der üb­li­chen Ta­rif­ri­tua­le vor dem En­de der Frie­dens­pflicht bis Os­tern ge­mein­sam ei­nen Zu­kunfts­pakt aus­zu­lo­ten.

Die Ge­werk­schaft ging oh­ne be­zif­fer­te Geld­for­de­run­gen für die Ar­beit­neh­mer in die Ge­sprä­che, son­dern mit dem Ziel, die Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung für Ar­beit­neh­mer zu er­rei­chen. Be­son­ders wich­tig sei­en da­bei bes­se­re Qua­li­fi­zie­rungs­mög­lich­kei­ten in den Un­ter­neh­men. "Wir brau­chen in Deutsch­land ei­ne Wei­ter­bil­dungs­kul­tur. Die Un­ter­neh­men müs­sen lang­fris­tig in die Men­schen in­ves­tie­ren", sag­te Da­ni­el Fried­rich, Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Küs­te. Statt Per­so­nal­ab­bau sei es not­wen­dig, die Be­schäf­ti­gung zu hal­ten bis sich die Kon­junk­tur er­holt ha­be. Die­se Zeit­span­ne kön­ne et­wa durch die Ein­füh­rung von Ar­beits­zeit­kon­ten so­wie Kurz­ar­beit - an­ge­passt an das je­wei­li­ge Un­ter­neh­men - über­brückt wer­den.

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band will da­ge­gen ver­hin­dern, dass der Kos­ten­druck für die Be­trie­be wei­ter steigt und will die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der nord­deut­schen Bran­chen auch in Kri­sen­zei­ten er­hal­ten. "Das al­les ist in Zei­ten ei­ner Re­zes­si­on, die sich durch den Co­ro­na-Vi­rus noch ver­stär­ken dürf­te, nicht ein­fach", sag­te Ver­hand­lungs­füh­re­rin Le­na Strö­be­le von Nord­me­tall. Ein ver­läss­li­cher Kos­ten­rah­men, der den Un­ter­neh­men län­ger­fris­tig Pla­nungs­si­cher­heit bie­te, so­wie ei­ne grö­ße­re Be­weg­lich­keit beim Ein­satz der Be­schäf­tig­ten sei­en da­für wich­tig. Nord­me­tall macht sich da­für stark, dass ge­ne­rell Fle­xi- und Lang­zeit-Ar­beits­kon­ten stär­ker ein­ge­setzt wer­den. Sol­che pau­scha­len For­de­run­gen leh­nen die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter je­doch ab.

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Letzte Überarbeitung: 5. März 2020

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