HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL

20/070a Min­dest­lohn­an­he­bung trotz Co­ro­na-Kri­se?

For­scher plä­die­ren da­für, dass ei­ne An­he­bung des Min­dest­lohns auch in Zei­ten der Co­ro­na-Kri­se wirt­schaft­lich sinn­voll ist
Mindestlohn, Arbeitnehmer arbeiten auf Euro-Münzen

12.06.2020. (fle) - Die Ein­kom­mens­si­tua­ti­on vie­ler Ar­beit­neh­mer in „sys­tem­re­le­van­ten“, aber nied­rig be­zahl­ten Be­ru­fen, hat sich seit der Ein­füh­rung des Min­dest­l­ohn­ge­set­zes 2015 spür­bar ver­bes­sert.

Da­durch hat der Min­dest­lohn mit­tel­bar auch die pri­va­te Kon­sum­lau­ne un­ter­stützt, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren we­sent­lich zum Wirt­schafts­wachs­tum in Deutsch­land bei­ge­tra­gen hat.

Im­pul­se die­ser Art sind zur Be­wäl­ti­gung der wirt­schaft­li­chen Fol­ge der Co­ro­na-Kri­se be­son­ders wich­tig.

Wis­sen­schaft­ler des Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tuts (WSI) und des In­sti­tuts für Ma­kro­öko­no­mie und Kon­junk­tur­for­schung (IMK) der Hans-Böck­ler-Stif­tung for­dern da­her ei­ne schritt­wei­se An­he­bung des Min­dest­lohns auf ein Ni­veau von 12 EUR.

„Po­li­tik und Öko­no­men sind sich ei­nig, dass die Nach­fra­ge in Deutsch­land nach den Ein­schrän­kun­gen zur Co­ro­na-Be­kämp­fung drin­gend an­ge­kur­belt wer­den muss“, sagt Prof. Dr. Thors­ten Schul­ten, Ta­rif­ex­per­te des WSI.

Herr Schul­ten er­klärt wei­ter: „Ei­ne schritt­wei­se Er­hö­hung des Min­dest­lohns wä­re ein wei­te­rer wich­ti­ger Bau­stein, eben­so wie die Stär­kung der Ta­rif­bin­dung in Deutsch­land. Ein deut­lich hö­he­rer Min­dest­lohn kommt Be­schäf­tig­ten zu Gu­te, die sehr we­nig ver­die­nen und zu­sätz­li­ches Ein­kom­men um­ge­hend aus­ge­ben wer­den.“

Au­ßer­dem ent­fa­che ei­ne An­he­bung des Min­dest­lohn ei­ne po­si­ti­ve Si­gnal­wir­kung für die Lohn­ent­wick­lung in Deutsch­land. „Es ist in der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on be­son­ders wich­tig, die Er­war­tun­gen auf Ein­kom­mens­stei­ge­run­gen der pri­va­ten Haus­hal­te zu sta­bi­li­sie­ren“, er­klärt Prof. Dr. Se­bas­ti­an Dul­li­en, wis­sen­schaft­li­cher Di­rek­tor des IMK. „Ei­ne An­he­bung des Min­dest­lohns kann hier­zu ei­nen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten, da von ihm ei­ne Si­gnal­wir­kung für die ge­sam­te Lohn­ent­wick­lung aus­geht.“, so Herr Dul­li­en.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 9. Juli 2020

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2020:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de