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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/201

Min­dest­lohn­ver­hand­lun­gen im Bau ver­tagt

Bau­ar­bei­ter ha­ben auf­grund der gu­ten Bau­kon­junk­tur hö­he­re Löh­ne ver­dient, for­dern Ge­werk­schaf­ten - bis­her er­geb­nis­los
Gerüstbauer, Baugewerbe, Gerüstbau

30.08.2019. (dpa/fle) - Die Ver­hand­lun­gen um hö­he­re Bran­chen­min­dest­löh­ne im boo­men­den Bau­ge­wer­be sind oh­ne Er­geb­nis ver­tagt wor­den.

Bei der ers­ten Ge­sprächs­run­de in Wies­ba­den gab es kei­ne Ei­ni­gung, wie die Ge­werk­schaft IG BAU so­wie die Ar­beit­ge­ber­sei­te am Frei­tag mit­teil­ten.

Die Ge­sprä­che sol­len nun am 23. Sep­tem­ber in der hes­si­schen Lan­des­haupt­stadt fort­ge­setzt wer­den.

Die IG BAU for­dert für die rund 820.000 Bran­chen­be­schäf­tig­ten deut­li­che Lohn­er­hö­hun­gen und die Ein­füh­rung ei­ner zu­sätz­li­chen Un­ter­gren­ze für qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te im Os­ten. Ei­ne kon­kre­te pro­zen­tua­le For­de­rung stell­te die Ge­werk­schaft vier Mo­na­te vor dem Aus­lau­fen des ak­tu­el­len Ta­rif­ver­trags zwar nicht. An­ge­sichts des Im­mo­bi­li­en­booms hat­te sie im Vor­feld aber auf ei­ne "kräf­ti­ge An­he­bung" ge­pocht.

Der­zeit gilt im Bau­haupt­ge­wer­be ein bun­des­wei­ter Bran­chen­min­dest­lohn von 12,20 EUR je St­un­de. Für qua­li­fi­zier­te Be­schäf­tig­te im Wes­ten ha­ben Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten zu­dem ei­ne Min­dest­ver­gü­tung von 15,20 EUR ver­ein­bart - die­se Stu­fe fehlt in Ost­deutsch­land. Die IG BAU will sie auch dort ver­an­kern.

Die Ein­füh­rung der Min­dest­schwel­le im Os­ten sei der Knack­punkt bei den Ver­hand­lun­gen ge­we­sen, sag­te IG-BAU-Bun­des­vor­stands­mit­glied Cars­ten Burck­hardt. Die Lohn­un­ter­gren­ze ha­be sich im Wes­ten be­währt und schüt­ze den se­riö­sen Wett­be­werb. "Wir wol­len nach 30 Jah­ren Mau­er­fall in Ost und West end­lich glei­che Be­din­gun­gen ha­ben."

Die Ver­hand­lungs­part­ner der Ar­beit­ge­ber­sei­te, der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Bau­ge­wer­bes (ZDB) und der Haupt­ver­band der Deut­schen Bau­in­dus­trie (HDB), ga­ben kein State­ment ab. Aus Ar­beit­ge­ber­krei­sen hieß es le­dig­lich, es ha­be kei­ner­lei An­nä­he­rung ge­ge­ben.

Laut der IG BAU wird et­wa je­der fünf­te Bau­ar­bei­ter in Deutsch­land nach dem bran­chen­spe­zi­fi­schen Min­dest­lohn be­zahlt. Mit den nor­ma­len Lohn­ta­rif­ver­hand­lun­gen hat der 1997 ein­ge­führ­te Min­dest­lohn nichts zu tun. Ziel sei, für ta­ri­fun­ge­bun­de­ne Un­ter­neh­men ei­ne Un­ter­gren­ze zu zie­hen und Lohn­dum­ping ein­zu­schrän­ken, hat­te IG-BAU-Ver­hand­lungs­füh­rer Diet­mar Schä­fers ge­sagt.

Auch aus dem Aus­land ent­sand­te Ar­bei­ter müs­sen auf deut­schen Bau­stel­len die­sen von der Bun­des­re­gie­rung für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klär­ten Min­dest­lohn er­hal­ten. Hier wird nach Schä­fers' Ein­schät­zung al­ler­dings viel am St­un­den­zet­tel ge­trickst und vom un­zu­rei­chend aus­ge­stat­te­ten Zoll zu we­nig kon­trol­liert.

Vie­le Be­schäf­tig­te am Bau be­kom­men aber in ih­ren Be­trie­ben mehr Geld als den Bran­chen­min­dest­lohn. Die St­un­den­löh­ne in den ta­rif­ge­bun­de­nen Be­trie­ben be­gin­nen bei 13,77 EUR im Os­ten und 16,54 EUR im Wes­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. August 2019

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