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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/030

Nied­rigs­te Ja­nu­ar-Ar­beits­lo­sig­keit seit Wie­der­ver­ei­ni­gung

Die Ar­beits­lo­sen­zahl ist zwar sai­son­be­dingt im Ja­nu­ar 2019 ge­stie­gen, doch die Aus­sich­ten sind wei­ter­hin gut
Logo der Bundesagentur für Arbeit, weißes Dreieck auf rotem Hintergrund

01.02.2019. (dpa/fle) - Win­ter­pau­se auf dem deut­schen Ar­beits­markt: Die Zahl der Ar­beits­lo­sen ist zum Jah­res­auf­takt im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 196.000 auf 2,406 Mil­lio­nen ge­stie­gen.

Das teil­te die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) mit. Die Bun­des­be­hör­de ver­zeich­ne­te da­mit die nied­rigs­te Ja­nu­ar-Ar­beits­lo­sig­keit seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te stieg um 0,4 Punk­te auf 5,3 Pro­zent.

Der An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit sei mo­de­rat aus­ge­fal­len und am un­te­ren Rand der ver­gan­ge­nen Jah­re - "so dass wir aus den Zah­len kei­ne ne­ga­ti­ve Pro­gno­sen se­hen", sag­te BA-Chef Det­lef Schee­le. In den Vor­jah­ren war teils ein An­stieg von 240.000 bis 260.000 Ar­beits­lo­sen üb­lich. Im Ver­gleich zum Vor­jahr ging die Zahl der Job­su­chen­den um 165.000 zu­rück.

"Die Nach­fra­ge der Be­trie­be nach neu­en Mit­ar­bei­tern bleibt auf ei­nem sehr ho­hen Ni­veau", so Schee­le. Be­rei­nigt um sai­so­na­le Schwan­kun­gen wä­re die Zahl der Ar­beits­lo­sen im Ja­nu­ar um 2.000 ge­sun­ken. "Der Ar­beits­markt ist trotz kon­junk­tu­rel­ler Ab­schwä­chung gut in das neue Jahr ge­star­tet." Auch in den kom­men­den Mo­na­ten wer­de die Ar­beits­lo­sig­keit wei­ter sin­ken - wenn auch nicht mehr ganz so schwung­voll wie im ver­gan­ge­nen Jahr.

We­gen der nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren ruht vor al­lem in den Au­ßen­be­ru­fen - wie im Bau, in Gärt­ne­rei­en oder in der Land­wirt­schaft - die Ar­beit. Be­trie­be tren­nen sich des­halb über den Win­ter von ei­nem Teil ih­rer Be­leg­schaft. Die Zahl der Ar­beits­lo­sen et­wa im Bau ging den Zah­len nach im Ja­nu­ar um 37.000 nach oben. Auch im Gast­ge­wer­be (+16.000) und im Han­del (+14.000) ver­zeich­ne­te die BA ei­nen merk­li­chen An­stieg. "Hier lau­fen zum Jah­res­en­de vie­le Ar­beits­ver­trä­ge aus, die für das Weih­nachts­ge­schäft be­fris­tet ge­schlos­sen wur­den", er­klär­te Schee­le.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) zeig­te sich zu­frie­den mit die Ent­wick­lung: "Nach dem Re­kord­jahr 2018 steht der deut­sche Ar­beits­markt auch zu Be­ginn des neu­en Jah­res sehr gut da." Trotz der ab­ge­schwäch­ten Kon­junk­tur­aus­sich­ten und der be­ste­hen­den welt­wirt­schaft­li­chen Ri­si­ken zei­ge sich der Job­markt mehr als ro­bust. "Die Per­spek­ti­ven blei­ben po­si­tiv."

Auch Schee­le zeig­te sich wei­ter op­ti­mis­tisch. "Es ist ein Ab­schwä­chen, aber kein Ab­schwung sicht­bar", sag­te er mit Blick auf das Wirt­schafts­wachs­tum. Die Be­schäf­ti­gung et­wa ha­be sich seit der glo­ba­len Re­zes­si­on in Fol­ge der Fi­nanz­kri­se vor rund zehn Jah­ren stär­ker vom Auf und Ab ent­kop­pelt. So wür­den Eng­päs­se da­zu füh­ren, dass Un­ter­neh­men Fach­kräf­te län­ger­fris­tig an sich bin­den.

Der an­ste­hen­de Brex­it macht Schee­le kei­ne Sor­gen. Na­tür­lich sei­en Bran­chen be­trof­fen, et­wa die Luft­fahrt­in­dus­trie so­wie Ver­kehr und Lo­gis­tik, so der Be­hör­den-Chef. "Aber wir se­hen nicht, dass es nach­hal­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf den deut­schen Ar­beits­markt hat." Die BA be­rei­te sich mit dem Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um zu­sam­men auf den für En­de März ge­plan­ten Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on vor. Da­bei ge­he es un­ter an­de­rem um die Ab­wick­lung von Trans­fer­leis­tun­gen wie Ar­beits­lo­sen­geld.

Die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen lag nach ak­tu­el­len Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes im De­zem­ber bei 45,08 Mil­lio­nen - das ist ein Plus von 42.000 im Ver­gleich zum Vor­mo­nat, zum Vor­jahr wa­ren es 488.000 Er­werbs­tä­ti­ge mehr.

Der An­stieg be­ru­he über­wie­gend auf mehr so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­ten. De­ren Zahl hat laut Hoch­rech­nun­gen der Bun­des­agen­tur von Ok­to­ber auf No­vem­ber sai­son­be­rei­nigt um 50.000 zu­ge­nom­men. Da­mit hat­ten 33,50 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land zu­letzt ei­nen re­gu­lä­ren Job - 666.000 mehr als ein Jahr zu­vor. Am stärks­ten wächst die Be­schäf­ti­gung laut BA im Ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­be. In der Zeit­ar­beit so­wie bei Fi­nanz- und Ver­si­che­rungs­dienst­leis­tun­gen wa­ren dem­nach we­ni­ger Men­schen be­schäf­tigt.

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Letzte Überarbeitung: 5. August 2019

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